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Der Autovermieter Sixt nutzte die Aufmerksamkeit um Peer Steinbrücks "Stinkefinger-Foto" für Werbezwecke.

Umstrittenes Foto

Sixt wirbt mit Steinbrücks Stinkefinger

Pullach - Der Autovermieter Sixt hat erneut einen Politiker für seine Werbezwecke eingespannt. Dieses Mal: Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in seiner umstrittenen "Stinkefinger"-Pose.

Der Autovermieter Sixt hat vor einigen Tagen seine neue Werbeanzeige präsentiert. Darauf zu sehen ist das viel diskutierte Foto des SZ-Magazins, das Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit ausgestrecktem Mittelfinger zeigt- zumindest auf den ersten Blick. Denn in Wirklichkeit handelt es sich um eine Fotomontage, die dem Original nur ähnelt. Sixt bestätigte dies gegenüber dem Focus.

Das Original-Bild wurde letzte Woche im Rahmen der bekannten "Sagen Sie jetzt nichts"-Interviewreihe des SZ-Magazinsveröffentlicht. Die Reaktionen reichten von Empörtheit über Belustigung bis hin zu Respekt. Steinbrück selbst sah alles ganz locker. "Wer keinen Spaß versteht, soll zum Lachen in den Keller gehen", sagte er am Rande einer SPD-Kundgebung gegenüber Journalisten.

Sixt nutzte den aktuellen Aufruhr und spannte den Kanzlerkandidaten kurzerhand als neues Werbemotiv ein. Die Reklame zeigt das "Stinkefinger-Foto" in sechsfacher Ausführung, darunter Fragen wie "Was halten Sie vom Tempolimit?" oder "Was halten Sie von der PKW-Maut?". Und genau wie das Original-Bild polarisiert auch die Werbeanzeige, wie zahlreiche Facebook-Kommentare zeigen. Florian L. etwa denkt, es sei "eine großartige Werbung". Gerhard H. dagegen findet die Aktion "nicht lustig, geschmacklos und inkorrekt". Auch Eva B. findet, Sixt sei mit der Aktion "mal wieder ins Fettnäpfchen getreten. Man sollte doch meinen, nach Mollath sei das Unternehmen etwas vorsichtiger geworden".

Peer Steinbrück ist nicht der Erste, dessen Gesicht das bayerische Unternehmen ungefragt für Anzeigen benutzt. Auch der kürzlich aus der Psychiatrie entlassene Gustl Mollath landete in eienr Werbeanzeige der Firma. "Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen", titelte die Reklame. Nach der großen öffentlichen Kritik hat das Unternehmen sie jedoch wieder zurückgezogen.

Peer Steinbrück: Klare Kante und loses Mundwerk

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Der Autovermieter ist bekannt dafür, Prominente und Politiker als Werbemotive zu benutzen. Neben Gustl Mollath und Peer Steinbrück wurden auch Ulla Schmidt, Angela Merkel, Oskar Lafontaine sowie Johannes Heesters unfreiwillig Gesicht des Autovermieters. Doch das Unternehmen scheint die Kritik an ihren Anzeigen nicht zu stören. Werbung dürfe schließlich tagespolitische Ereignisse aufgreifen und satririsch aufbereiten. Viele Politiker würden die Satire geradezu herausfordern, äußerte sich das Unternehmen gegenüber dem Spiegel.

mm

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