This handout image released on November 3, 2015 by the Spanish Interior Ministry shows members of the Spanish Police leading one of three Moroccan men suspected to have links to the Islamic State jihadist group, who were aiming to carry out terror acts in Madrid. The three suspects, who are legal residents of Spain aged 26-29, were arrested in two neighbourhoods of the capital Madrid in the early hours, the interior ministry said in a statement.RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO/ SPANISH INTERIOR MINISTRY" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS - AFP PHOTO/ HO/ SPANISH INTERIOR MINISTRY
+
Am Dienstag führt die Polizei einen der mutmaßlichen Dschihadisten ab.

Attentat wie in Paris geplant

Spanische Polizei verhindert Dschihadisten-Anschlag

Madrid - Die spanische Polizei hat möglicherweise ein Attentat von der Größenordnung des Anschlags auf „Charlie Hebdo“ vereitelt. In Madrid wurde drei mutmaßlichen Dschihadisten das Handwerk gelegt.

Spanien feiert einen großen Coup gegen den Terrorismus: Drei Dschihadisten wurden gefasst, die in dem südeuropäischen Land so blutige Anschläge wie den in Paris auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ geplant haben sollen. Die Marokkaner im Alter zwischen 26 und 29 Jahren seien am frühen Dienstagmorgen von der Polizei in Madrid festgenommen worden, teilte das Innenministerium mit.

Den Erkenntnissen zufolge gehörten sie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an und hatten als legal registrierte Einwanderer schon seit einigen Jahren in der spanischen Hauptstadt gelebt. Der IS hat in Syrien und Irak große Gebiete erobert und dort ein „Kalifat“ ausgerufen; seine Anhänger verüben Terroranschläge auch in vielen anderen Staaten.

Anders als bisher in Spanien gefasste IS-Angehörige, die vorwiegend Menschen für den Kampf im Irak und in Syrien angeworben und indoktriniert hätten, hätten die drei nun Festgenommenen „Zugang zu Waffen“ gehabt, teilte Innenminister Jorge Fernández Díaz mit. Es habe einen „Qualitätssprung“ gegeben. Fernández Díaz sprach von „Barbaren“, die bereit gewesen seien, ähnliche Aktionen durchzuführen wie den Anschlag auf „Charlie Hebdo“, bei dem am 7. Januar in Paris zwölf Menschen getötet worden waren.

Die Terrorzelle wurde im Arbeiterviertel Vallecas und im Slumgebiet Cañada Real - beide im Südosten Madrids - zerschlagen. Sie sei „perfekt organisiert“ und „extrem radikalisiert“ gewesen, erklärte das Ministerium. Die Männer seien „bereit gewesen, jederzeit Terroranschläge zu verüben“. Sie hätten mit ihren Familien schon seit einigen Jahren in Madrid gelebt und hätten auch gearbeitet.

Bei dem Polizeieinsatz in Madrid wurden nach Medienberichten auch zahlreiche Häuser durchsucht. Wie die Zeitung „El País“ online unter Berufung auf die Behörden berichtete, waren im Rahmen der Ermittlungen Telefongespräche abgehört worden, bei denen die Festgenommenen unter anderem gesagt hätten: „In Spanien muss man sofort handeln.“

Mit dem Coup vom Dienstag erhöht sich die Zahl der in diesem Jahr in Spanien gefassten mutmaßlichen Dschihadisten nach amtlichen Angaben auf 60 - mehr waren zuletzt im Gesamtjahr 2008 (62) festgenommen worden.

dpa

Meistgelesene Artikel

UNHCR: 700 Migranten bei Schiffsuntergängen umgekommen

Rom (dpa) - Bei Schiffsuntergängen sind in den vergangenen sieben Tagen im zentralen Mittelmeer vermutlich mindestens 700 Migranten umgekommen. Die Zahlen gründeten sich …
UNHCR: 700 Migranten bei Schiffsuntergängen umgekommen

Hollande und Merkel gedenken in Verdun getöteter Soldaten

Verdun (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande haben mit einem Besuch auf dem deutschen Soldatenfriedhof von Consenvoye einen …
Hollande und Merkel gedenken in Verdun getöteter Soldaten

Gauland beleidigt Boateng rassistisch - Petry reagiert

Berlin - Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat mit fremdenfeindlichen Äußerungen Jerome Boateng beleidigt. Jetzt schaltet sich Frauke Petry ein.
Gauland beleidigt Boateng rassistisch - Petry reagiert

Gabriel wirft AfD Feigheit auf Kosten von Minderheiten vor

Berlin - "Die AfD ist zu feige, um sich mit den wirklich Mächtigen anzulegen", meint SPD-Chef Sigmar Gabriel. Er will mit einer Debatte über soziale Gerechtigkeit …
Gabriel wirft AfD Feigheit auf Kosten von Minderheiten vor

Kommentare