Foto: Polizei/dpa
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Nach Razzia: Das von der Polizei veröffentlichte Foto zeigt den Hauptverdächtigen mit unterschiedlichen Waffen.

Spur der Paris-Anschläge nach Deutschland?

Nach Razzia: Foto zeigt Terrorverdächtigen mit Waffen

Berlin - Nach der Razzia gegen eine mutmaßliche Terrorzelle hat die Berliner Polizei ein Foto veröffentlicht, das den Hauptverdächtigen mit unterschiedlichen Waffen zeigt.

Auf dem Bild hält der 34-Jährige eine Pistole in der Hand; neben ihm stehen zwei Schnellfeuergewehre vom Typ Kalaschnikow und ein Zielfernrohr, auf dem Boden liegen Handgranaten und Magazine. Das Gesicht des bärtigen Mannes ist unkenntlich gemacht. Bisherigen Ermittlungen zufolge habe er sich im Kampfgebiet in Syrien aufgehalten, teilte die Polizei am Freitag mit. Es gebe weitere Bilder, die dies belegten. Hier geht es zur Mitteilung von Polizei und Generalstaatsanwaltschaft.

„Die Fotos sind ein Grund, warum wir den Hinweis besonders ernst genommen haben“, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei am Freitag. Ein Foto belege demnach die militärische Ausbildung eines der Verdächtigen in Syrien.

Der 34-jährige Algerier steht im Verdacht, Kopf einer islamistischen Terrorzelle zu sein, die möglicherweise einen Anschlag in Deutschland vorbereiten wollte. Die mutmaßliche Zelle war am Donnerstag zerschlagen, der Hauptverdächtige im Sauerland festgenommen worden. Er wurde wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS mit internationalem Haftbefehl aus Algerien gesucht.

Hinweis auf mutmaßliche Terrorzelle kam Anfang Januar

Der Hinweis auf die mutmaßliche islamistische Terrorzelle ist nach Behördenangaben bereits Anfang Januar vom Bundesamt für Verfassungsschutz gegeben worden. Demnach hatte die Behörde nach zunächst vagen Informationen im Dezember dann am 10. Januar einen konkreten Hinweis übermittelt. Danach gab es Informationen, dass es sich bei den darin genannten Personen um Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) handele und sie in mögliche Planungen für einen Anschlag in Berlin involviert seien.

Terrorverdächtige gezielt vom IS nach Deutschland geschickt?

Die beiden im Sauerland verhafteten Terrorverdächtigen sind möglicherweise gezielt von Planern der Terrormiliz Islamischer Staat nach Deutschland geschickt worden, um Attentate zu verüben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen vom Freitag gehen die Ermittler entsprechenden Indizien nach. Einen Beleg dafür haben die Fahnder demnach jedoch nicht - sie erhoffen sich weitere Hinweise aus der Auswertung von Computern und Mobiltelefonen, die sie am Donnerstag bei der Anti-Terror-Razzia sichergestellt hatten.

Die mutmaßliche Terrorzelle war am Donnerstag bei einer

Razzia von Hunderten Polizisten in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

zerschlagen worden. Ermittelt wird gegen vier Algerier im Alter zwischen 26 und 49 Jahren wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Es gab drei Festnahmen. Der Hauptverdächtige, der in einer Flüchtlingsunterkunft im Sauerland verhaftet wurde, 

bleibt vorerst in Haft. Am Freitag habe das Amtsgericht in Dortmund eine „Festhalteanordnung“ für den am Donnerstag in Attendorn verhafteten 34-Jährigen und seine 27 Jahre alte Ehefrau erlassen. Hintergrund der Anordnung ist eine Interpol-Fahndung der algerischen Behörden wegen Mitgliedschaft des Paares in der Terrororganisation IS.

Der in Berlin festgenommene Terrorverdächtige kommt in Untersuchungshaft. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Am Freitag sei ein Haftbefehl wegen Urkundenfälschung gegen ihn erlassen worden. Der 49-Jährige war am Donnerstag bei einer Anti-Terror-Razzia festgenommen worden - jedoch nicht wegen möglicher Anschlagsplanungen. Er hatte Deutschland demnach 2013 verlassen und kehrte ein Jahr später mit falschen französischen Personalien zurück. Danach trat er mehrfach unter unterschiedlichen Identitäten auf.

Der 49-Jährige war nach Polizeiangaben vom Freitag seit 2000 unter abweichenden Personalien in Berlin bekannt. Ein weiterer Verdächtiger aus Berlin, der jedoch nicht festgenommen wurde, reiste nach ersten Erkenntnissen bereits im Frühjahr 2004 nach Deutschland ein und hat eine befristete Aufenthaltsgenehmigung.

Verbindung zu Paris-Attentätern?

Nach Informationen des „Spiegel“ posiert der 34-Jährige, der im Sauerland festgenommen worden war, auf einem der Bilder in „Kampfmontur“ neben Leichen. Zudem gebe es ein Foto, das ihn beim Essen mit einer Person aus dem Umfeld der Attentäter zeige, die für die Pariser Terrorserie im November verantwortlich sein sollen. Nach Informationen der „Welt“ stand er in Kontakt zum IS-Planungschef für Terroranschläge im Ausland und wurde zusammen mit ihm fotografiert.

Dem „Spiegel“-Bericht zufolge reiste der gebürtige Algerier am 28. Dezember mit gefälschtem Pass als syrischer Flüchtling nach Deutschland ein. „Wir haben bei den Terroranschlägen in Paris vom 13. November gesehen, dass der IS bewusst Terroristen unter den Flüchtlingen einschleusen will und eingeschleust hat“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen im ZDF-„Morgenmagazin“. „Danach haben wir auch wiederholt gesehen, dass Terroristen - man kann sagen camoufliert, verdeckt - als Flüchtlinge eingeschleust werden.“

Verdächtige aus dem Sauerland nutzten mehrere Alias-Namen

Das im Sauerland unter Terrorverdacht festgenommene algerische Ehepaar hat mehrere Alias-Identitäten genutzt. So sei der 34-jährige Hauptverdächtige außer mit seinem richtigen Nachnamen mit mindestens drei falschen Familiennamen aufgetreten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Sicherheitskreisen. Seine ebenfalls am Donnerstag in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Attendorn festgenommene 27 Jahre alte Ehefrau nutzte demnach mindestens eine Alias-Identität.

Die Familie habe bei der Registrierung als Flüchtlinge in Bayern gefälschte Pässe vorgelegt, bestätigten die Kreise einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Nach Darstellung des Magazins fand die Einreise am 28. Dezember statt. Der Mann habe sich als in Aleppo geborener Syrer ausgegeben.

Keine Hinweise auf kurzfristig geplanten Anschlag

Hinweise auf einen kurzfristig geplanten Anschlag habe der Verfassungsschutz nicht. Es habe aber konkrete Hinweise gegeben, „dass es Leute in Deutschland gibt, die Planungen verfolgen, Anschläge zu begehen“, sagte Maaßen. Die Algerier hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft womöglich einen Anschlag in Berlin geplant. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen wurde ihr Vorhaben im Frühstadium durchkreuzt, konkrete Anschlagsziele waren noch nicht ausgekundschaftet.

„Wir haben bei den Terroranschlägen in Paris vom 13. November gesehen, dass der IS bewusst Terroristen unter den Flüchtlingen einschleusen will und eingeschleust hat“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen im ZDF-„Morgenmagazin“. „Danach haben wir auch wiederholt gesehen, dass Terroristen - man kann sagen camoufliert, verdeckt - als Flüchtlinge eingeschleust werden.“

Deutschland sei in der Terrorabwehr gut aufgestellt, betonte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, bei n-tv. Auf europäischer Ebene gebe es aber „sicherlich noch erhebliche Optimierungspotenziale“. So gebe es kein gemeinsames Terrorismusabwehrzentrum. Wünschenswert sei eine entsprechende Ausweitung von Europol.

Razzia gegen mutmaßliche Terroristenzelle

Foto soll Ausbildung von Terror-Verdächtigem in Syrien belegen

dpa

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