Die beschädigten Busse am Anschlagsort. Foto: Tolga Bozoglu
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Die beschädigten Busse am Anschlagsort. Foto: Tolga Bozoglu
Nach dem Selbstmordattentat in Ankara wurden bei einem Bombenanschlag auf die Armee in der Südosttürkei mindestens sechs Soldaten getötet. Foto: str
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Nach dem Selbstmordattentat in Ankara wurden bei einem Bombenanschlag auf die Armee in der Südosttürkei mindestens sechs Soldaten getötet. Foto: str
Nach dem Anschlag in Diyarbakir: Die Türkei wird von einer Terrorserie erschüttert. Foto: str
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Nach dem Anschlag in Diyarbakir: Die Türkei wird von einer Terrorserie erschüttert. Foto: str
Angehörige warten vor der Gerichtsmedizin. Foto: Tolga Bozoglu
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Angehörige warten vor der Gerichtsmedizin. Foto: Tolga Bozoglu
"Für dieses barbarische Verbrechen gibt es keine Rechtfertigung", erklärte das russische Außenministerium. Foto: Tolga Bozoglu
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"Für dieses barbarische Verbrechen gibt es keine Rechtfertigung", erklärte das russische Außenministerium. Foto: Tolga Bozoglu
Ein gewaltiger Feuerball im Regierungsviertel von Ankara. Foto: str
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Ein gewaltiger Feuerball im Regierungsviertel von Ankara. Foto: str
Feuerwehrleute kämpfen nach der Explosion in Ankara gegen die Flammen. Foto: str
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Feuerwehrleute kämpfen nach der Explosion in Ankara gegen die Flammen. Foto: str
Ermittlungen am Tatort im Zentrum Ankaras. Foto: Tolga Bozoglu
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Ermittlungen am Tatort im Zentrum Ankaras. Foto: Tolga Bozoglu

Türkei macht PKK und YPG für Anschlag verantwortlich

Am Tag nach dem Anschlag von Ankara stehen die Verantwortlichen für die türkische Regierung fest: Die PKK und die syrische Kurdenmiliz YPG. Beide wollen die Tat aber nicht begangen haben.

Istanbul (dpa) - Die türkische Regierung macht die verbotene kurdische Untergrundorganisation PKK und ihren syrischen Ableger YPG für den verheerenden Anschlag von Ankara verantwortlich.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, ein 1992 in Syrien geborener Selbstmordattentäter habe die Tat mit Unterstützung der "separatistischen Terrororganisation" PKK verübt.

Nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wurden 14 Menschen in Verbindung mit dem Anschlag in der Hauptstadt festgenommen. YPG und PKK dementierten eine Beteiligung an der Tat, bei der der Attentäter mit einer Autobombe 28 Menschen mit in den Tod gerissen hatte. Die Gewalt im Kurdenkonflikt eskalierte unterdessen weiter.

Davutoglu kündigte Vergeltung für den Anschlag an. Zugleich erhob er schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Damaskus. "Die YPG ist eine Marionette des syrischen Regimes, und das syrische Regime ist direkt verantwortlich für diesen Anschlag. Wir behalten uns das Recht vor, jede Art von Maßnahme gegen das syrische Regime zu treffen." Die Türkei werde den "verräterischen Elementen und Marionetten der äußeren Mächte ohne zu zögern auf härteste Weise entgegentreten".

Die syrische Kurdenpartei PYD - deren bewaffneter Arm die YPG ist - wies jede Verantwortung für den Anschlag zurück. "Wir haben keine Verbindungen zu dem, was in der Türkei passiert", sagte der Ko-Vorsitzende der PYD, Salih Muslim, der Deutschen Presse-Agentur. Die türkischen Anschuldigungen seien Teil einer "Eskalationspolitik" gegen kurdische Parteien.

PKK-Kommandeur Cemil Bayik sagte der PKK-nahen Agentur Firat zu dem Anschlag: "Wir wissen nicht, wer das getan hat. Es könnte aber ein Vergeltungsschlag für die Massaker in Kurdistan gewesen sein." Die Armee geht seit Mitte Dezember mit einer Offensive gegen PKK-Kämpfer vor, die sich in südosttürkischen Städten verschanzt haben.

Davutoglu sagte, bei den Opfern des Anschlags in der Nähe des Parlaments in Ankara habe es sich um 27 Soldaten und einen Regierungsbeamten gehandelt. Von den 61 Verletzten schwebte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur DHA niemand in Lebensgefahr.

Die regierungsnahe Zeitung "Sabah" berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Selbstmordattentäter habe sein mit Sprengstoff beladenes Auto am Mittwochabend in einen Konvoi mit Bussen der Armee gesteuert und zur Explosion gebracht. Der Polizei sei es gelungen, den Angreifer anhand seiner Fingerabdrücke zu identifizieren. Diese seien dem Mann abgenommen worden, als er vermutlich gemeinsam mit syrischen Flüchtlingen in die Türkei gekommen sei.

Davutoglu sagte am Donnerstag: "Gestern hat sich wieder gezeigt, dass die YPG eine Terrororganisation ist." Das müssten nun auch die Verbündeten erkennen.

Die YPG ist der bewaffnete syrische Ableger der PKK, die in der Türkei kämpft. Die USA unterstützen die YPG, die in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeht. Die Regierung in Washington verweigert sich bislang Forderungen der Türkei, die PYD und die YPG als Terrororganisation einzustufen. Die PKK steht auch in den USA und in der EU auf der Terrorliste.

Nach Angaben der Streitkräfte flog die türkische Luftwaffe nach dem Anschlag von Ankara Bombenangriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak. Davutoglu sagte, dabei seien 70 PKK-Kämpfer getötet worden, darunter Anführer der Organisation.

Nach dem Selbstmordattentat in Ankara wurden bei einem mutmaßlichen PKK-Bombenanschlag auf die Armee in der Südosttürkei mindestens sechs Soldaten getötet. Ein weiterer Soldat sei bei der Detonation des Sprengsatzes auf der Straße von Diyarbakir nach Lice am Donnerstag schwer verwundet worden, teilten die Streitkräfte mit.

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