Mitglieder einer Antiterror-Einheit beziehen Position vor dem Museum, in dem die Attentäter Geiseln festhalten. Foto: Mohamed Messara
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Mitglieder einer Antiterror-Einheit beziehen Position vor dem Museum, in dem die Attentäter Geiseln festhalten.

Nach Anschlag in Tunis

De Maizière: "Wir sind wachsam"

Berlin/Tunis - 25 Menschen kamen bei dem Terroranschlag auf das Nationalmuseum in Tunis ums Leben, darunter 17 Touristen. Deutschlands Innenminister De Maizère ist alarmiert.

Tunesiens Präsident will den Terrorismus "ohne Gnade" bekämpfen.

Einen Tag nach dem Terroranschlag in Tunis hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auch in Deutschland zu Vorsicht gemahnt.

"Der Terrorismus kann überall zuschlagen", sagte de Maizière im ZDF-"Morgenmagazin". "Auch wir haben rückkehrende Kämpfer. Wir sind wachsam. Ausschließen kann man so etwas nicht."

Bei dem Anschlag und der Geiselnahme im tunesischen Nationalmuseum waren am Mittwoch 21 Menschen getötet worden, darunter 17 Touristen. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach Tunesien weitere deutsche Unterstützung. "Wir werden alles tun, was in unserer Kraft steht, um Tunesien zu helfen", sagte sie am Donnerstag im Bundestag in einer Regierungserklärung zum EU-Gipfel am gleichen Tag.

Ums Leben kamen auch die beiden Attentäter. Bei ihnen habe es sich um Tunesier gehandelt, erklärte der tunesische Ministerpräsident Habib Essid am späten Mittwochabend. Einzelheiten zu den beiden Männern nannte er nicht. Nach drei weiteren Attentätern wird ihm zufolge gefahndet. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. Unklar ist, ob die Attentäter in Verbindung mit Terrorgruppen standen.

Das Attentat war der schwerste Terroranschlag in Tunesien seit Beginn des arabischen Aufstands vor mehr als vier Jahren. Das Land ist der einzige arabische Staat, der seitdem den Übergang in die Demokratie geschafft hat. Gleichzeitig kämpft Tunesien mit Extremisten. Im Land kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen radikalen Gruppen und Sicherheitskräften, vor allem in den Grenzgebieten.

Die Tunesier stellen nach Schätzungen die größte Gruppe unter den ausländischen Kämpfern in den Konflikten in Syrien und im Irak. Rund 1500 bis 3000 Tunesier sollen sich dort extremistischen Gruppen wie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Viele von ihnen sind in ihre Heimat zurückgekehrt.

Präsident Béji Caïd Essebsi erklärte in einer Fernsehansprache, sein Land werde den Terrorismus "ohne Gnade" bekämpfen. "Wir befinden uns im Zustand des Krieges gegen den Terrorismus", sagte er. Auf der Avenue Habib Bourguiba im Herzen der Hauptstadt versammelten sich am Abend Tausende Tunesier, um ein Zeichen gegen den Terror zu setzen.

Unter den Toten waren laut Essid Italiener, Spanier, Tunesier, Japaner und Kolumbianer. Polens Außenminister Grzegorz Schetyna sprach am Donnerstag im polnischen Nachrichtensender TVP Info von zwei getöteten Polen, zwei weitere würden vermisst. Außerdem seien neun Mitglieder einer polnischen Reisegruppe verletzt worden. Die tunesische Regierung berichtete von insgesamt 44 Verletzten.

dpa

Studie zu ausländischen Kämpfen in Syrien und im Irak

ZDF-Morgenmagazin

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