Ehemalige Sexsklavinnen Mitte 2014 während einer Solidaritätskonferenz in Tokio. Foto: Takehiko Kambayashi
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Ehemalige Sexsklavinnen Mitte 2014 während einer Solidaritätskonferenz in Tokio.

Entschuldigung bei sogenannten "Trostfrauen"

Streit um "Sexsklaverei": Japan und Südkorea einigen sich

Seoul/Tokio - 70 Jahre nach Kriegsende haben Südkorea und Japan sich in ihrem jahrzehntelangen Streit über das bittere Kapitel der südkoreanischen Zwangsprostituierten während des Zweiten Weltkriegs geeinigt.

Tokio sagte am Montag eine Zahlung von insgesamt einer Milliarde Yen (7,6 Millionen Euro) für die Zwangsprostituierten zu. Japans Regierungschef Shinzo Abe ließ eine Entschuldigung übermitteln und sprach von einer "neuen Ära" in den Beziehungen beider Länder.

Der japanische Außenminister Fumio Kishida sagte nach einem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen Yun Byung Se in Seoul, "die Ehre und Würde der Frauen" sei mit Beteiligung des japanischen Militärs damals "zutiefst verletzt" worden. "Von diesem Standpunkt aus erkennt die japanische Regierung ihre Verantwortung an", sagte Kishida. Yun sprach von einem "endgültigen und unwiderruflichen Abkommen", sollte Tokio sich an die Abmachungen halten.

Kishida sagte weiter, Regierungschef Abe drücke gegenüber den Opfern eine "Entschuldigung und Reue vom Grunde seines Herzens" aus. Dies gelte für all jene, "die als Trostfrauen großes Leid erlitten, sowohl seelisch als auch körperlich". Kishida bezeichnete das Abkommen als "historisch". Dieses werde zu Frieden und Stabilität in der Region beitragen. Über den Wortlaut der Erklärung war lange gerungen worden.

Japan und Südkorea wollen eng zusammenarbeiten

Abe sagte nach einem Telefonat mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye, beide Länder könnten nun in "eine neue Ära" eintreten. Dafür würden Japan und Südkorea eng zusammenarbeiten.

Als Teil des Abkommens wolle Seoul sich darum bemühen, ein Denkmal, welches die Zwangsprostituierten symbolisiert und derzeit vor der japanischen Botschaft steht, an einen anderen Standort zu verlegen, erklärte Yun. Außerdem werde Südkorea das Thema auch nicht mehr in internationalen Foren, etwa bei den Vereinten Nationen, vorbringen.

Der Streit um die Zwangsprostituierten lastete seit Jahrzehnten auf den Beziehungen zwischen Japan und Südkorea. Nach Schätzungen von Historikern wurden im Zweiten Weltkrieg 200.000 Frauen aus Korea, China, Indonesien, den Philippinen und Taiwan gezwungen, japanischen Soldaten in Militärbordellen zu Diensten zu sein, die meisten stammten aus Südkorea. Die damaligen Zwangsprostituierten werden in Japan beschönigend "Trostfrauen" genannt.

Bislang weigerte sich Tokio, sich für die sexuelle Ausbeutung zu entschuldigen und die Opfer zu entschädigen und verwies auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und eine Darlehenszahlung von umgerechnet 730 Millionen Euro an Korea im Jahr 1965. Südkorea erklärte immer wieder, dass in dem Abkommen von 1965 keine Entschädigungen für die Opfer enthalten gewesen seien. Kishida sagte am Montag, die nun zugesagte eine Milliarde Yen sei keine Entschädigung, sondern ein Projekt zur Wiederherstellung der Würde der Frauen.

In Südkorea sind noch 46 frühere Zwangsprostituierte am Leben. Von ihrer Seite gab es gemischte Reaktionen auf das Abkommen. "Was wir gefordert haben, ist eine juristische Entschädigung von Japan", sagte die 88-jährige Lee Yong Soo. Eine weitere Ex-Zwangsprostituierte, Yoo Hee Nam, sagte der Nachrichtenagentur Yonhap, sie sei nicht zufrieden mit dem Abkommen, akzeptiere aber die Entscheidung.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, mit dem Abkommen dürfe das Thema nicht beendet sein. "Die Frauen saßen nicht mit am Verhandlungstisch und dürfen nicht bei einem Abkommen zu kurz kommen, bei dem es mehr um politische Zwecke als um Gerechtigkeit geht", hieß es.

AFP

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