+
Südkoreas Vize-Verteidigungsminister Yoo Jeh-Seung zusammen mit einem Vertreter des US-Militärs bein einer Pressekonferenz in Seoul. Foto: Kim Chul-Soo

Südkorea und USA einig über Raketenabwehr

Immer wieder sorgt Nordkorea mit Raketentests für Empörung. Jetzt wollen Washington und Seoul ein Abwehrsystem in Südkorea stationieren. Die Reaktionen aus China und Russland sind eindeutig.

Peking/Seoul (dpa) - China hat scharf gegen die Entscheidung von Seoul und Washington protestiert, zum Schutz vor Nordkorea ein Raketenabwehrsystem (THAAD) in Südkorea zu stationieren.

Ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums äußerte "die starke Unzufriedenheit und den entschiedenen Widerstand Chinas". Die Stationierung laufe den Bemühungen zuwider, durch Dialog die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu wahren. Auch das russische Außenministerium äußerte "ernsthafte Bedenken".

Die USA und Südkorea hatten bereits vor fünf Monaten mit Verhandlungen über das Raketenabwehrsystem begonnen, nachdem Nordkorea eine Langstreckenrakete getestet hatte. Am frühen Freitagmorgen nun teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium die Einigung mit den USA auf die Stationierung mit, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Die Entscheidung werde die Sicherheit der Südkoreaner vor nordkoreanischen Atomwaffen und Massenvernichtungswaffen garantieren, hieß es zur Begründung. General Vincent K. Brooks, Chef der US-Streitkräfte in Südkorea, betonte: "Nordkoreas anhaltende Entwicklung von Raketen und Massenvernichtungswaffen erfordert diese vernünftige, abwehrende Maßnahme."

China forderte den Stopp der Pläne. Die Stationierung laufe den Bemühungen zuwider, durch Dialog die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu wahren, sagte der Sprecher des Pekinger Außenministeriums. Sie schade ernsthaft den Sicherheitsinteressen und dem strategischen Gleichgewicht der Länder in der Region, darunter China. Peking dränge Südkorea und die USA, nichts zu tun, was die regionale Lage komplizierter mache.

Auch das russische Außenministerium äußerste in einem Statement Kritik den Entscheidung. Der Beschluss sei "trotz starken und nachhaltigen Widerstandes von Russland und einer Vielzahl weiterer Länder zustande gekommen", berichtete Yonhap.

Die Entscheidung über den exakten Standort soll nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums in den nächsten Wochen fallen. Das Raketenabwehrsystem solle bis Ende 2017 einsatzbereit sein.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Obama ordnet Untersuchung von Hackerattacken im Wahlkampf an

Die USA machen Russland für Hackerangriffe verantwortlich. Obama will von seinen Geheimdiensten eine Analyse dazu. Es geht aber nicht nur um das Wahljahr.
Obama ordnet Untersuchung von Hackerattacken im Wahlkampf an

Oppositionschef Akufo-Addo gewinnt Präsidentenwahl in Ghana

Machtwechsel in Ghana. Das Land mit den besten Demokratiewerten Afrikas steht vor einem friedlichen und unbeschwerten Übergang.
Oppositionschef Akufo-Addo gewinnt Präsidentenwahl in Ghana

Berichte: Rudy Giuliani aus dem Rennen als US-Außenminister

New York (dpa) - New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani ist nach übereinstimmenden Berichten aus dem Rennen um das Amt des US-Außenministers. Das berichteten die …
Berichte: Rudy Giuliani aus dem Rennen als US-Außenminister

Schäuble als Bundestagskandidat nominiert

Kehl - Die CDU hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in seinem Wahlkreis in Baden-Württemberg fast einstimmig als Kandidaten für die Bundestagswahl 2017 nominiert.
Schäuble als Bundestagskandidat nominiert

Kommentare