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Gabriele Pauli und der neue Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel reichen sich in Westerland auf Sylt die Hand. 

Niederlage auf Sylt

Gabriele Pauli verliert Bürgermeisterwahl

Sylt - Bittere Niederlage für Gabriele Pauli: Die einstige "CSU-Rebellin" hat den Kampf um das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Sylt gegen ihren Kontrahenten Nikolas Häckel verloren.

Die ehemalige Fürther Landrätin und einstige „CSU-Rebellin“ Gabriele Pauli hat die Bürgermeisterwahl auf der Nordseeinsel Sylt überraschend deutlich verloren. Die 57 Jahre alte parteilose Bayerin unterlag am Sonntag in einer Stichwahl mit 45,0 Prozent der Stimmen ihrem Konkurrenten Nikolas Häckel (parteilos), der nach dem vorläufigen Ergebnis 55,0 Prozent erhielt. „Ich werde nicht von der Insel verschwinden, sondern auch bleiben“, sagte Pauli am Abend im Congress Centrum in Westerland. Pauli gewann keinen einzigen der neun Wahlbezirke.

Bei der ersten Wahlrunde im Dezember hatte Pauli mit 30,6 Prozent noch vor Häckel gelegen, der 27 Prozent erhalten hatte. Während Pauli auf ihre Sachkompetenz nach 18 Jahren als Landrätin setzte, betonte Häckel seine Erfahrungen in der Verwaltung - seit mehr als elf Jahren leitet er das Baumamt in der Gemeinde Kronshagen bei Kiel. Zudem warb der gebürtige Insulaner als „ein Sylter für Sylt“ um Stimmen.

Der 40-Jährige war im Sommer von der Sylter Wählergemeinschaft aufgestellt und von SPD und SSW unterstützt worden. Er tritt sein neues Amt im Mai 2015 an und löst Petra Reiber (parteilos) ab, die nach fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr kandidiert hatte.

Bei einer öffentlichen Vorstellung aller Kandidaten im November hatte sich die promovierte Politologin Pauli betont sachlich präsentiert und sich unter anderem gegen Schulschließungen und für mehr Wintertourismus ausgesprochen. Später machte sie mit einer Geburtenprämie von 5000 Euro von sich reden, brachte eine Stiftung zur Wiedererrichtung der vor einem Jahr geschlossenen Geburtshilfestation ins Gespräch. Wahlsieger Häckel dagegen hatte sich gegen ein „Babykopfgeld“ ausgesprochen, das er als nicht nachhaltig bewertete.

Pauli war im Frühjahr 2014 nach einer Politik-Pause ins Gespräch für die vakante Stelle als Bürgermeisterin gebracht worden. Danach besuchte sie mehrfach die Insel, fand Gefallen am Norden, zog nach Sylt. Dort wollte sie auch im Fall einer Niederlage bleiben. „Sylt ist paradiesisch“, schwärmte sie bereits im Sommer. „Wer sich hier verliebt hat, der bleibt.“ Zur 13 000-Einwohner-Gemeinde Sylt gehören die Ortsteile Westerland, Keitum, Rantum, Tinnum, Archsum und Morsum.

Einst war Pauli Deutschlands jüngste Landrätin. Im Kreis Fürth in Bayern feierte sie für die CSU zwischen 1990 und 2008 große Erfolge. 2006 läutete ihre Kritik an Landesvater und Parteifreund Edmund Stoiber das Ende von dessen 14 Jahre währender Amtszeit als Ministerpräsident ein. 2007 schoss sie dann ein Eigentor mit den sogenannten Latex-Fotos, deren Bewertung durch Medien noch 2014 das Oberlandesgericht München beschäftigte. Nach der gescheiterten eigenen Kandidatur als CSU-Vorsitzende ging Pauli zu den Freien Wählern, mit denen sie sich aber auch überwarf.

dpa

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