Luftangriff

Syrien: Israel soll iranischen General getötet haben

Damaskus/Teheran/Beirut - Der Bürgerkrieg in Syrien löst für eine Konfrontation zweier Erzfeinde aus: Iran beklagt den Tod eines in Syrien stationierten Generals - durch einen Angriff der Israelis.

Die israelischen Streitkräfte sollen erstmals einen iranischen Soldaten in einem bewaffneten Konflikt getötet haben. Ein Mitglied der Revolutionsgarden sei bei einem Helikopterangriff der Israelis auf die syrisch kontrollierte Seite der Golanhöhen ums Leben gekommen, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars am Montag berichtete. Der Iraner habe syrische Truppen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt. Im nordsyrischen Kobane konnten die kurdischen Verteidiger strategisch wichtiges Land gutmachen. Im Kampf um die Stadt drängten sie den IS weiter zurück.

Nach Angaben von Fars handelt es bei dem getöteten Iraner um General Mohammed Ali Allahdadi. Er habe „den unterdrückten Menschen Syriens gegen die IS-Miliz“ geholfen. Bislang hatte der Iran eine offene militärische Einmischung im syrischen Bürgerkrieg stets bestritten. Lediglich Militärberater hätten das Land besucht.

Der Angriff erfolgte nach Angaben der syrischen Nachrichtenagentur Sana bereits am Sonntag. Ein Hubschrauber habe die syrische Seite mit Raketen beschossen. Dabei seien mindestens sechs weitere Hisbollah-Kämpfer getötet worden. Israel hat den Angriff bislang weder bestätigt noch dementiert. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu pochte am Montag jedoch auf ein umfassendes Recht zur Verteidigung seines Landes: „Wir werden alles tun, was nötig ist, um uns selbst zu verteidigen, wo auch immer.“

Israel und Syrien streiten sich seit fast fünf Jahrzehnten um die Golanhöhen. Im Sechstagekrieg 1967 hatte Israel das rund 1150 Quadratkilometer große syrische Plateau erobert und Ende 1981 annektiert. Im syrischen Bürgerkrieg ist der Golan immer wieder Ort blutiger Zusammenstöße verfeindeter Milizen.

Aus Hisbollah-Kreisen hieß es am Sonntag, unter den Toten des Angriffs seien drei Kommandeure, darunter auch Dschihad Mughnijeh, der Sohn des 2008 getöteten Hisbollah-Militärkommandeurs Imad Mughnijeh. Die Kämpfer seien zu einer „Inspektion“ unterwegs gewesen. Mughnijeh wurde am Montag im libanesischen Beirut beerdigt. Tausende Hisbollah-Anhänger wohnten der Zeremonie bei, „Tod Israel“ riefen sie nach Augenzeugenberichten.

Nach mehr als drei Monaten gelang es unterdessen den Kurden, IS-Dschihadisten von einem strategisch wichtigen Hügel vor Kobane in Nordsyrien zu vertreiben, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und kurdische Kämpfer bestätigten.

Damit haben die Kurden die IS-Miliz fast komplett aus dem Stadtgebiet vertrieben. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle kontrollieren sie bereits wieder mehr als 80 Prozent der Stadt.

Der Mischtanur-Hügel liegt zwei Kilometer südlich von Kobane. Die IS-Miliz hatte ihn Anfang Oktober vergangenen Jahres eingenommen und war dann weiter in die belagerte Stadt vorgerückt. Zeitweise brachten die IS-Kämpfer mehr als die Hälfte Kobanes unter ihre Kontrolle, wurde dann aber von verstärkten kurdischen Einheiten zurückgeschlagen.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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