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Minister Müller besucht einen Flüchtlingskindergarten in der Türkei.

Syrien-Konflikt

Erste Hilfsprojekte der Regierung in der Türkei

Kilis - In der türkischen Provinz Kilis besucht Entwicklungsminister Müller eine Begegnungsstätte für Flüchtlinge, die von den Maltesern betrieben wird. Die deutsche Hilfe in dem Gebiet soll künftig wachsen.

Vier Jahre nach Beginn des blutigen Konfliktes in Syrien plant Deutschland erste eigene Entwicklungshilfeprojekte für syrische Flüchtlinge in der Türkei. Vorgesehen ist zunächst die Einrichtung von Gemeindezentren in grenznahen türkischen Kommunen, die besonders viele Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen haben.

Außerdem will die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) Schulen für syrische Kinder instandsetzen. Das kündigte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Freitag nach einem Treffen mit dem Gouverneur der Provinz Kilis, Süleyman Tapsiz, an. „Ich habe mit dem Gouverneur auch über meine Idee gesprochen, gemeinsam mit dem deutschen Handwerk hier eine Ausbildung für syrische Flüchtlinge zu organisieren, das hat er positiv aufgenommen“, sagte Müller.

Als Ausbildungleiter könnten pensionierte deutsche Handwerksmeister in die Türkei geschickt werden. „Ich möchte, dass diese jungen Menschen das Erlernte eines Tages auch einsetzen, um ihr Heimatland wieder aufzubauen“, fügte Müller hinzu. Eine ähnliche Ausbildungsinitative sei auch für syrische Flüchtlinge im nordirakischen Kurdengebiet geplant. „Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, hat mir schon seine Unterstützung zugesagt für dieses Projekt und auch für die überbetriebliche Ausbildung von syrischen Flüchtlingen in Deutschland“, sagte Müller.

Für die Gemeindezentren, die zu Begegnungsstätten für Syrer und Türken werden sollen, stellt das Ministerium zehn Millionen Euro bereit. Die Rehabilitierung der Schulen soll 1,4 Millionen Euro kosten.

Ziel des Programms ist es, Spannungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen abzubauen. Vor allem Türken ohne Ausbildung beklagen, dass einige Arbeitgeber lieber Syrer einstellen, die oft ohne Vertrag und zu niedrigeren Löhnen arbeiteten. In etlichen türkischen Gemeinden sind die Mieten seit der Ankunft der Syrer in die Höhe geschnellt.

Mehr als 1,6 Millionen Syrer halten sich offiziell in der Türkei auf. Die Mehrheit lebt nicht in den von der Regierung eingerichteten Flüchtlingslagern.

Müller besuchte in Kilis ein Flüchtlingslager, das direkt an der Grenze zu Syrien liegt. Dort werden aktuell mit Geldern aus Kuwait zusätzliche Wohncontainer für 16.000 Menschen augestellt.

dpa

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