Der Angeklagte Nils D. in Gerichtssaal. Derzeit wird ihm in Düsseldorf der Prozess gemacht.
+
Der Angeklagte Nils D. in Gerichtssaal. Derzeit wird ihm in Düsseldorf der Prozess gemacht.

Prozess gegen 25-jährigen aus Dinslaken

Syrien-Rückkehrer: So grausam foltert der IS

Düsseldorf - Der mutmaßliche IS-Terrorist Nils D. hat vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht über die Folterpraktiken des IS ausgesagt. Er selbst habe eine Hinrichtung miterlebt.

In einem Raum eines IS-Gefängnisses seien 20 Gefangene stundenlang an ihren auf den Rücken gefesselten Armen aufgehängt gewesen, sagte der 25-jährige Syrien-Rückkehrer am Freitag aus. Der Gefängnischef habe sie mit einem Stock geschlagen. Außerdem seien Gefangene aufrecht in enge Kästen gesperrt worden, die nur Luftschlitze hatten. „Wie ein Spind waren die“, sagte der Angeklagte.

Schreie schallten bis ins Nachbarhaus

Die ständigen Schreie habe man bis ins Nachbarhaus gehört. Das Gefängnis sei völlig überfüllt gewesen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen aus Dinslaken vor, in Syrien einer IS-Spezialeinheit angehört zu haben.

Zuvor hatte Nils D. bereits auf Luftbildern ein Ausbildungs-Camp der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) identifiziert. Auf dem Gelände westlich der syrischen Stadt Aleppo gebe es einen Trainingsparcours, einen Schieß- und einen Hinrichtungsplatz sowie mehrere Bunker, sagte er. Er selbst sei Zeuge einer Hinrichtung geworden.

dpa

Meistgelesene Artikel

Irakische Armee rückt auf Zentrum von Falludscha vor

Bagdad (dpa) - Die irakische Armee rückt eigenen Angaben zufolge in Richtung des Stadtzentrums der IS-Hochburg Falludscha vor. Vier wichtige Gebiete rund um die Stadt …
Irakische Armee rückt auf Zentrum von Falludscha vor

Polen hofft auf Einstellung des EU-Verfahrens

Warschau - Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski hofft auf eine Einstellung des Verfahrens der EU-Kommission zum Schutz der Rechtsstaatlichkeit in Polen.
Polen hofft auf Einstellung des EU-Verfahrens

Visafreiheit: Türkei erhöht Druck auf EU

Antalya - Im Streit zwischen der EU und Ankara über die Visafreiheit für Türken hat der Außenminister Cavusoglu erneut Druck auf die EU ausgeübt. Eine Änderung der …
Visafreiheit: Türkei erhöht Druck auf EU

Nach Idomeni-Räumung: "Im Grunde ist es schlimmer geworden"

Athen/Idomeni - Nur wenige Kilometer von Idomeni entfernt, bauen Flüchtlinge erneut ein improvisiertes Camp auf. Alle Infos und Entwicklungen in unserem Newsblog.
Nach Idomeni-Räumung: "Im Grunde ist es schlimmer geworden"

Kommentare