Flüchtlinge überqueren am 14.03.2016 einen wegen der Regenfälle der letzten Tage zum reißenden Fluss angeschwollenen Bach nahe dem Ort Chamilo (Griechenland). Vom anderenUfer ist es nur mehr noch wenige Kilometer bis zur mazedonischen Grenze. Männer aus den Flüchtlingsgruppen und internationaleFreiwillige helfen den anderen bei der gefährlichen Passage. Foto: Gregor Mayer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Flüchtlinge überqueren am 14.03.2016 einen wegen der Regenfälle der letzten Tage zum reißenden Fluss angeschwollenen Bach nahe dem Ort Chamilo (Griechenland).

Neue Route

Idomeni: Mazedonische Armee stoppt Flüchtlinge an Grenzübergang

Chamilo - Mehrere hundert Menschen haben sich vom griechischen Flüchtlingslager Idomeni aus auf den Weg gemacht, um zu Fuß die Grenze zu Mazedonien illegal zu überqueren. Die mazedonische Armee greift nun ein.

Hunderte in Griechenland gestrandete Flüchtlinge sind durch einen Grenzfluss nach Mazedonien gelangt, dort aber von der Armee gestoppt worden. Rund tausend Flüchtlinge machten sich am Montag vom improvisierten Lager am Grenzübergang Idomeni auf, um einen Weg über die Grenze zu finden. Nachdem mehrere hundert Flüchtlinge durch einen von tagelangem Regen angeschwollenen Fluss gewatet waren, wurden sie von der mazedonischen Armee aufgehalten.

Mehr als 14.000 Flüchtlinge sitzen teilweise seit Wochen in Idomeni unter unzumutbaren Zuständen fest. Sie hausen in der Kälte in kleinen Zelten oder schlafen auf schlammigen Feldern im Freien. Essen und Getränke sind knapp. In den vergangenen Tagen setzte Dauerregen den Flüchtlingen zusätzlich zu. Obwohl die Grenze seit vergangener Woche komplett geschlossen ist, hoffen sie noch immer, weiter nach Norden zu gelangen.

Am Montag machten sich dann rund tausend Flüchtlinge von Idomeni auf den Weg ins benachbarte Dorf Chamilo. Dabei wurden sie wiederholt von der griechischen Polizei aufgehalten, doch gelang es vielen Flüchtlingen, trotzdem über den Grenzfluss nach Mazedonien zu gelangen. Dort wurden sie dann jedoch von der Armee gestoppt und zusammen mit den rund 20 sie begleitenden Journalisten zu einer Polizeiwache in Gevgelija gebracht.

Dramatische Lage an der Grenze zu Mazedonien - die Bilder

Die mazedonische Polizei hatte am Morgen im Grenzfluss Suva Reka die Leichen von drei afghanischen Flüchtlingen entdeckt. Darunter waren zwei Schwestern, die eine minderjährig, die andere schwanger. 19 weitere Afghanen, die zur selben Gruppe gehörten, wurden in ein Aufnahmelager gebracht, während vier bei der Überquerung der Grenze verletzte Flüchtlinge in eine Klinik gefahren wurden.

Die griechische Küstenwache suchte unterdessen vor der Ägäis-Insel Kos nach acht Flüchtlingen, deren Boot auf der Überfahrt von der Türkei in einem Sturm gekentert war. Fünf Insassen konnten nach Angaben der Küstenwache schwimmend die griechische Küste erreichen. Trotz des Winterwetters und der Schließung der Balkanroute erreichten 1700 Menschen binnen 24 Stunden die griechischen Ägäis-Inseln.

Die EU-Kommission teilte derweil mit, bisher hätten 13 Mitgliedstaaten und Norwegen 87.000 Hilfsartikel wie Decken, Zelte, Matratzen und Medikamente nach Griechenland geliefert. Allerdings erhielt Athen in vielen Bereichen noch keine oder nicht ausreichend Hilfe. Die griechische Regierung hatte im Rahmen des EU-Zivilschutzmechanismus bereits Anfang Dezember um Hilfe gebeten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) sagte nach dem Erfolg der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) bei den Landtagswahlen am Sonntag, sie sei in der Flüchtlingsfrage "nach wie vor der Überzeugung, dass wir eine europäische Lösung brauchen". Es sei zwar gelungen, die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge zu verringern, aber die "nachhaltige Lösung" sei "noch nicht vorhanden".

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann forderte Merkel auf, ungeregelten Flüchtlingsbewegungen eine klare Absage zu erteilen. Merkel müsse persönlich deutlich machen, dass Deutschland nicht bereit sei, unbeschränkt Flüchtlinge aufzunehmen, und sich kein Flüchtling sein Zielland aussuchen könne, sagte Faymann der Zeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe).

AFP

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