Schutz vor Geheimdienst-Schnüffelei

Telekom will "deutsches Internet"

Berlin - Die Deutsche Telekom will den Internetverkehr über die USA und Großbritannien reduzieren, um ihre Kunden vor Spionage durch die dortigen Geheimdienste zu schützen.

 Zu diesem Zweck vereinbare das Unternehmen mit allen wichtigen Geschäftspartnern hierzulande, dass E-Mails und anderer Informationsaustausch künftig nur noch über Knotenpunkte innerhalb Deutschlands geleitet werden, sagte Telekom-Datenschutzvorstand Thomas Kremer der Zeitung "Rheinische Post" (Samstagsausgabe). Bislang nehmen derartige Datenpakete auch bei innerdeutschen Verbindungen häufig den Umweg über vielgenutzte Internet-Knotenpunkte in den USA und Großbritannien.

Die Sicherheit eben dieser ausländischen Übertragungswege war durch Enthüllungen des Computerexperten Edward Snowden in Verruf geraten, der die systematische Überwachung der Internetkommunikation und internationaler Telefonate durch den US-Geheimdienst NSA sowie sein britisches Pendant ans Licht gebracht hatte. Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" (Montagsausgabe) stellte die Telekom deshalb am 1. Oktober bei einem Geheimtreffen im Bundeswirtschaftsministerium ihre technische Antwort auf die Enthüllungen vor.

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"Internetverkehr kennt keine Grenzen, Daten können um die ganze Welt geleitet werden", sagte Kremer der "Rheinischen Post". "Wenn Sender und Empfänger aber in Deutschland sind, wollen wir jetzt erreichen, dass der Internetverkehr auch in Deutschland bleibt." Entsprechende Vereinbarungen seien bereits mit einigen Dutzend Netzbetreibern abgeschlossen worden.

Das "deutsche Internet" solle dann möglichst schnell alle westlichen Länder Kontinentaleuropas umfassen: "Wenn wir in Deutschland gezeigt haben, dass wir innerdeutsche Mails und andere Daten rein national transportieren können, sollte das auch für die Schengen-Länder möglich sein", ergänzte Kremer mit Blick auf den europäischen Raum ohne stationäre Grenzkontrollen, an dem sich Großbritannien nicht beteiligt.

afp

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