+
Najim Laachraoui wird weiterhin dringend gesucht.

Islamistische Szene

Attentäter aus dem Brennpunkt Brüssel

Brüssel - Die islamistische Szene in Brüssel steht seit den Pariser Anschlägen im November verstärkt im Visier der Sicherheitsdienste.

Die Ermittlungen zu den islamistischen Attentaten brachten ein weitverzweigtes Netzwerk radikaler Islamisten in der belgischen Hauptstadt zu Tage. Gleich mehrere der Attentäter stammten aus dem Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek, wo am Freitag auch der flüchtige Mittäter Salah Abdeslam gefasst wurde.

Neben Salah Abdeslam und seinem Bruder Brahim, der sich am Abend des 13. November in einer Bar in die Luft sprengte, kam auch der Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud aus Molenbeek. Abaaoud wurde am 18. November im Pariser Vorort Saint Denis bei einem Feuergefecht mit der Polizei getötet. Salah Abdeslam kehrte jedoch in der Nacht der Anschläge nach Brüssel zurück und tauchte dort unter.

Hier geht's zu unserem aktuellen News-Ticker zum Terror in Brüssel vom Mittwoch. Unseren News-Ticker zum Terror in Brüssel vom Dienstag können Sie hier Nachlesen.

SALAH ABDESLAM, GEFASST

Nach den Pariser Anschlägen wurden in Molenbeek zahlreiche Wohnungen durchsucht und mehrere Menschen aus dem Umfeld der Attentäter festgenommen. Am Freitag dann wurde Salah Abdeslam bei einer dramatischen Polizeiaktion in Molenbeek gefasst. Vor den Pariser Anschlägen soll er unter anderem in Ulm gewesen sein, um dort mögliche Komplizen abzuholen. Laut Belgiens Außenminister Didier Reynders war der 26-Jährige nach den Angriffen von Paris zu weiteren Anschlägen in Brüssel bereit.

MOHAMED BELKAID, TOT

Auf die Spur Abdeslams waren die Ermittler drei Tage zuvor bei einer Razzia im Brüsseler Vorort Forest gekommen, bei dem Abdeslams Freund Mohamed Belkaid bei einem Feuergefecht getötet wurde. Der 35-jährige Algerier war womöglich an der Planung der Pariser Anschläge beteiligt und stand vermutlich mit den Attentätern am Abend des 13. November telefonisch in Kontakt.

Explosionen in Brüssel: Eine Stadt steht unter Schock

NAJIM LAACHRAOUI, GESUCHT

Aus dem Umfeld der Attentäter werden noch zwei Männer dringend gesucht: Najim Laachraoui und Mohamed Abrini. Der 24-jährige Laachraoui war am 9. September unter dem falschen Namen Soufiane Kayal in einem Auto mit Abdeslam und Belkaid an der österreichisch-ungarischen Grenze kontrolliert worden. Die drei Männer gaben sich als Touristen aus, die Urlaub in Wien machen wollten.

Laachraoui mietete später ein Haus bei Namur im Süden Belgiens an, das zur Vorbereitung der Anschläge diente. Seine Fingerabdrücke wurden auch in einer Wohnung im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek gefunden, die ebenfalls von der Zelle genutzt wurde. Ebenso wie Belkaid soll er am Abend der Pariser Anschläge telefonisch in Kontakt mit den Attentätern gestanden haben.

MOHAMED ABRINI, GESUCHT

Ebenfalls dringend gesucht wird der 31-jährige Belgier Mohamed Abrini. Der wegen Diebstahls und Drogendelikten vorbestrafte Extremist ist ein Freund Abdeslams, den er seit Kindheitstagen aus Molenbeek kennt. Sein jüngerer Bruder Souleymane wurde 2014 als Kämpfer einer Gruppe der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unter Führung des mutmaßlichen Paris-Drahtziehers Abaaouds in Syrien getötet.

Mohamed Abrini soll im Juni vergangenen Jahres selbst in Syrien gewesen sein. Er wird verdächtigt, die Pariser Anschläge mit vorbereitet zu haben. So soll er am 10. und 11. November mit den Brüdern Abdeslam nach Paris gereist sein, zuletzt wurde er am 12. November in einer Tankstelle in Brüssel gesehen. Ob Mohamed Abrini und Najim Laachraoui eine Rolle bei den aktuellen Anschlägen in Brüssel spielten, ist offen.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

TV-Duell von Trump und Clinton: Erster Schlagabtausch im Live-Ticker

München - Wir bleiben heute für Sie wach: Wenn sich Donald Trump und Hillary Clinton in der Nacht auf Dienstag zum ersten TV-Duell treffen, sind wir im Live-Ticker mit …
TV-Duell von Trump und Clinton: Erster Schlagabtausch im Live-Ticker

Kolumbien vor historischem Friedensvertrag mit Farc

Nach über 220 000 Toten und Millionen Vertriebenen will Kolumbien ein neues Kapitel seiner Geschichte aufschlagen. Der Frieden mit den marxistischen Farc könnte das …
Kolumbien vor historischem Friedensvertrag mit Farc

Müller will rot-rot-grüne Koalitionsgespräche

Es kommt wie erwartet: Berlins SPD-Regierungschef Müller will mit Linken und Grünen über eine gemeinsame Regierung verhandeln. Deren Spitzen wollen das auch. Jetzt sind …
Müller will rot-rot-grüne Koalitionsgespräche

Berlin steuert auf rot-rot-grüne Koalition zu

Berlin - Die Spitzen von SPD, Linken und Grünen in Berlin empfehlen ihren Parteien die Aufnahme rot-rot-grüner Koalitionsgespräche.
Berlin steuert auf rot-rot-grüne Koalition zu

Kommentare