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Polizei-Absperrband mit der Aufschrift "Stop Polizei - Lebensgefahr" flattert am 18.11.2015 vor der HDI-Arena in Hannover. Das Länderspiel Deutschland - Niederlande wurde nach einer Terrorwarnung am Vorabend abgesagt.

Alle News vom Donnerstag

Terrorgefahr in Hannover: Attentäter wollten ins Stadion

Paris/Hannover - Laut einem Zeitungsbericht war die Terrorgefahr beim später abgesagten Länderspiel Deutschland-Holland am Dienstag in Hannover riesig. Fünf Bomben sollten explodieren. Alle News vom Donnerstag lesen Sie im Live-Ticker.

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  • Laut eines Zeitungsberichts wollte tatsächlich eine fünfköpfige Terrorgruppe am Dienstag in Hannover beim Länderspiel Deutschland-Holland zuschlagen. Nach bisher unbestätigten Angaben sollten fünf Bomben explodieren, mindestens drei davon im Stadion.
  • Mindestens 129 Menschen sind bei den Terroranschlägen in Paris am 13. November ums Leben gekommen. 352 Menschen wurden bei dem Terrorangriff auf Cafés und ein Konzert im Bataclan verletzt.
  • Am 17. November musste das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover kurzfristig wegen Terrorgefahr abgesagt werden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière begründete die Absage des DFB-Spiels mit Hinweisen auf einen Anschlag. Auf Journalisten-Fragen antwortete er: "Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern." Am Mittwoch rechtfertigte sich der Innenminister für seine kritisierte Aussage. „Die Terrorgefahr wird längere Zeit bestehen bleiben in Europa und in Deutschland... Das ist keine Sache von Wochen.“ Bisher wurden in Hannover weder Sprengtoff noch Verdächtige gefunden.
  • Am Mittwoch (18. November) hatte die französische Polizei wenige Tage nach dem Terror in Paris womöglich einen weiteren Anschlag vereitelt. Bei einem dramatischen, von heftigen Schusswechseln begleiteten Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis nahmen Spezialkräfte acht Verdächtige fest. Mindestens zwei weitere Terrorverdächtige kamen ums Leben. Am Donnerstag gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass der als mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris gesuchte Abdelhamid Abaaoud dabei getötet worden sei.

Lesen Sie unsere News-Ticker zum Terror in Paris vom Mittwoch, Dienstag, Montag, Sonntag und Samstag nach.

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+++ Laut eines Zeitungsberichts wollte tatsächlich eine fünfköpfige Terrorgruppe am Dienstag in Hannover beim Länderspiel Deutschland-Holland zuschlagen. Der Anführer einer angeblich fünfköpfigen Gruppe von Attentätern, die einen Anschlag auf das Fußball-Länderspiel in Hannover geplant haben soll, ist einem Bericht zufolge im Besitz eines deutschen Passes. Unter Berufung auf Angaben des französischen Geheimdiensts berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" vom Freitag zudem, die Gruppe habe insgesamt fünf Sprengstoffanschläge geplant. Demnach sollten drei Bomben in einem Fahrzeug mit Zufahrtsberechtigung oder durch ein Mitglied der Gruppe mit Eintrittskarte ins Stadion gebracht werden und dort detonieren.

+++ Frankreichs Präsident François Hollande will die Luftschläge gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und dem Irak ausweiten. Die Anweisungen für die Intensivierung der laufenden Militäraktionen habe der Staatschef bei einer Sitzung des Sicherheitskabinetts gegeben, teilte der Élyséepalast in Paris am Donnerstag mit.

+++ Ibrahim Abdeslam ist einer der Attentäter von Paris. Vor einem Café sprengte er sich in die Luft. In einem Interview gibt seine Ex-Frau Einblicke in das Leben des Terroristen.

+++ Eine Woche nach den Anschlägen von Paris beraten die EU-Innen- und Justizminister bei einem Sondertreffen am Freitag über Europas Anti-Terror-Strategie (10 Uhr). Bei der von Frankreich beantragten Zusammenkunft geht es unter anderem um verschärfte Kontrollen an den Außengrenzen des Schengenraums, um ein- oder ausreisende Dschihadkämpfer aufzuspüren, die Anschläge in Europa verüben könnten.

+++ Bei den neuen Razzien in Brüssel sind am Donnerstag neun Verdächtige festgenommen worden. Sieben der Festgenommenen seien im Zusammenhang mit dem Pariser Selbstmordattentäter Bilal Hadfi festgenommen worden, teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit. Die anderen beiden Festnahmen stünden in einem weiteren Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen vom Freitag vergangener Woche.

+++ Das soziale Netzwerk Facebook erzeugt unfreiwillig "Gefällt mir"-Angaben und macht Nutzer ohne deren Zutun zu Anhängern des IS.

War getötete Frau Cousine von Abaaoud?

+++ Die junge Frau, die sich gestern in Saint-Denis mit einem Sprengstoffgürtel tötete, soll die Cousine des ebenfalls getöteten Abdelhamid Abaaoud gewesen sein. Über die 26-jährige Hasna Ait Boulahcen werden nun immer mehr Details bekannt. So soll die Selbstmörderin ziemlich lebenslustig gewesen sein, gerne gefeiert und Alkohol getrunken hanem. Sie nannte sich "die Cowboyfrau", weil sie so gerne Cowboyhüte trug. Sie ist die erste Frau, die sich in Europa selbst in die Luft gesprengt hat.

Bundespolizei kontrollierte Abaaoud 2014

+++ Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, war mindestens ein Mal in Deutschland. Abaaoud sei am 20. Januar vergangenen Jahres am Flughafen Köln/Bonn von der Bundespolizei kontrolliert worden, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Präsidiums der Behörde in Potsdam. "Es gab keinen Hinweis an die Bundespolizei, dass wir die Reise untersagen oder ihn festnehmen sollten", fügte er hinzu.

Als belgischer Staatsbürger habe für Abaaoud die Freizügigkeit im europäischen Reiseverkehr gegolten. Den Angaben zufolge gab Abaaoud bei der Kontrolle an, nach Istanbul weiterreisen zu wollen. Über eine Rückkehr nach Deutschland sei nichts bekannt, sagte der Sprecher.

+++ Nach der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover wegen einer Terrorwarnung hat der Generalbundesanwalt am Donnerstag erste Ermittlungen zu den Hintergründen der Geschehnisse aufgenommen. Das sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe und bestätigte damit eine Meldung der "Bild"-Zeitung".

Der Sprecher der Bundesanwaltschaft wies zugleich darauf hin, dass es um Ermittlungen aufgrund eines "Anfangsverdachts" handle. Durch die Ermittlungen solle erst geklärt werden, ob sich "möglicherweise" tatsächlich eine terroristische Vereinigung mit entsprechenden Absichten gebildet haben könnte.

+++ In München hat ein kleiner Junge für Aufsehen gesorgt, als er am Hauptbahnhof eine Spielzeug-Bombe ausgepackt hat. Eine verwunderte Passantin sprach die Mutter des Jungen daraufhin an.

+++ Nach Informationen von Spiegel Online soll der getötete Abdelhamid Abaaoud wiederholt in Deutschland gewesen sein. So soll ihn die Bundespolizei beispielsweise am 20. Januar 2014 am Flughafen Köln/Bonn kontrolliert haben, als er nach Istanbul reisen wollte. Auch 2007 wurde er in Köln gesichtet. Damals soll er bei der Stadt ein Ausfuhrkennzeichen für ein großes Fahrzeug beantragt haben.

+++ Frankreichs Premierminister Manuel Valls hat den bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommenen Terrorverdächtigen Abdelhami Abaaoud als „eines der Gehirne der Anschläge bezeichnet“. „Wir wissen heute, dass Abaaoud, das Gehirn dieser Anschläge - eines der Gehirne, denn wir müssen besonders vorsichtig sein und kennen die Bedrohungen - sich unter den Toten befand“, sagte Valls am Donnerstag in der Nationalversammlung. Er lobte Geheimdienste und Polizei für ihre Arbeit.

+++ Amnesty International (AI) hat vor einer Verletzung der Menschenrechte durch den Ausnahmezustand wegen der Terrorgefahr in Frankreich gewarnt. „Ausnahmemaßnahmen müssen die Öffentlichkeit schützen, ohne auf Menschenrechten herumzutrampeln“, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag. Die Sondergesetze dürften nicht zum Dauerzustand im Anti-Terror-Kampf werden, meinte AI in London in einer schriftlichen Erklärung.

„Derzeit ist der Schutz der Bevölkerung von weiteren, unmittelbar bevorstehenden Angriffen zu Recht Priorität Nummer eins“, meint Amnesty. Doch Ausnahmegesetze dürften nur angewendet werden, wenn es unbedingt notwendig ist und dürften nicht zum dauerhaften Arsenal im Kampf gegen den Terrorismus werden.

+++ Nach den Pariser Terrorattacken sprechen die USA vom Krieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und rufen europäische Staaten zu einem verstärkten Einsatz auf. „Wir müssen den IS besiegen. Wir werden den IS besiegen. Die mit ihm verbundene Barbarei muss besiegt werden“, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem TV-Sender MSNBC. Er stimme Frankreichs Präsident François Hollande zu, dass Frankreich und die USA Krieg gegen den IS führten. „Ich hoffe, dass die europäischen Länder mehr tun als bisher.“

+++ Der als mutmaßlicher Drahtzieher des Terrors in Paris gesuchte Abdelhamid Abaaoud ist bei der Polizeiaktion in Saint-Denis am Mittwoch getötet worden. Das teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit, nachdem die Leiche untersucht worden war.

+++ Die Bombendrohung am Donnerstagmorgen in einem Flugzeug war ein übler Scherz. Das Flugzeug musste notlanden, dabei hatte ein Passagier die Bombe an Bord nur erfunden.  

+++ Das beliebte Lichterfest von Lyon ist nach den Terroranschlägen von Paris abgesagt worden. „Wir werden das Fest der Lichter in eine Hommage an die Opfer der Attentate umwandeln“, teilte Bürgermeister Gérard Collomb am Donnerstag auf Twitter mit. Diese solle nur an einem Tag, dem 8. Dezember, stattfinden.

+++ Die französische Nationalversammlung hat für eine Verlängerung des nach den Anschlägen von Paris verhängten Ausnahmezustands gestimmt. Die Abgeordneten votierten am Donnerstag für einen Gesetzesartikel, der den Ausnahmezustand um drei Monate verlängert. Das gesamte Gesetz, das auch eine Verschärfung des Ausnahmezustands vorsieht, soll die Nationalversammlung noch am Donnerstag passieren; der Senat muss dann am Freitag zustimmen.

Wo steckt der mutmaßliche Drahtzieher des Terrors in Paris? Lebt er noch?

+++ Wo steckt der mutmaßliche Drahtzieher des Terrors in Paris, Abdelhamid Abaaoud? Und lebt er noch? Der für den Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis zuständige Staatsanwalt François Molins hatte am Mittwochabend mitgeteilt, Abaaoud sei bei der Aktion nicht festgenommen worden. Die Identifizierung der stark verstümmelten Toten laufe allerdings noch. Molins sagte, Auslöser des Einsatzes sei ein Hinweis gewesen, demzufolge sich Abaaoud in Saint-Denis aufhalten sollte.

+++ Papst Franziskus hält den Terror in Paris für einen Teil des Dritten Weltkriegs. Lesen Sie hier, wie der Papst den Dritten Weltkrieg versteht - und welche Rolle der IS darin spielt.

+++ Ende Oktober hat das US-Verteidigungsministerium den Tod des IS-Terroristen Denis Cuspert alias Deso Dogg bestätigt. Doch deutsche Sicherheitsbehörden haben daran große Zweifel.

Verabredeten sich Paris-Attentäter über die Playstation 4?

+++ Es wird darüber spekuliert, wie die Terroristen in Paris kommuniziert haben. Was ist dran an dem Gerücht, sie hätten sich über die Playstation 4 verabredet? Der belgische Innenminister Jan Jambon hat das Gerücht in die Welt gesetzt. Er sagte laut Deutschlandradio schon am 10. November, drei Tage vor dem Terror in Paris, Islamisten würden sich mithilfe der Spielekonsole Nachrichten schicken. 

+++ BKA-Chef Holger Münch lehnt einen verstärkten Einsatz der Bundeswehr in Deutschland im Kampf gegen Terror ab. „Ich glaube, dass uns das aktuell nicht weiterhelfen würde“, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts bei der BKA-Herbsttagung in Mainz. „Das halte ich nicht für einen klugen Schritt.“ Die Polizei wisse auf Knopfdruck, was zu tun sei. Für die Bundeswehr sei auch mehr Koordinierungsbedarf notwendig.

Ist die Türkei der Schlüssel zum Erfolg gegen die Terrormiliz IS?

+++ Über die türkische Grenze reisen europäische Kämpfer nach Syrien ein. Dort werden sie militärisch ausgebildet - und stellen im Falle einer Rückkehr in ihr Heimatland ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Jürgen Todenhöfer sagt im Interview mit dem Münchner Merkur, dass man die Türkei deshalb dazu bringen müsse, ihre Grenze nach Syrien zu schließen, um den 'Nachschub' an europäischen Kämpfern zu stoppen. In die gleiche Kerbe schlägt auch Journalist Ulrich Kienzle in der Talkshow "Menschen bei Maischberger". Wäre diese Grenze nicht offen, dann wäre der IS nicht so stark geworden, so Kienzle.

+++ Das Internet feiert den mutigen Fernsehauftritt einer alten Dame (77). Ihre Botschaft verbreitet sich schnell: "Es ist sehr wichtig, unseren Toten Blumen zu bringen. Es ist sehr wichtig, mehrfach das Buch von Hemingway 'Paris est une fête' (Paris - Ein Fest fürs Leben) zu lesen. Denn wir sind eine sehr alte Zivilisation. Und wir tragen unsere Werte hoch. Wir verbrüdern uns mit den fünf Millionen Muslimen, die ihre Religion frei und friedlich ausüben. Und wir werden kämpfen gegen die 10.000 Barbaren, die angeblich im Namen von Allah töten."

Video zeigt, wie Paris-Attentäter Frauen erschießen will, doch es kommt anders

+++ Die englische Zeitung Daily Mail hat nach dem Terror in Paris ein dramatisches Video aus einem Café veröffentlicht. Plötzlich zersplittert Glas, das Lokal wird von den Terroristen angegriffen. Draußen auf der Straße ist ein Mann mit einer Kalaschnikow zu sehen, der wie offenbar um sich schießt. Vor dem Café ducken sich zwei Frauen. Der Mann zielt auf sie, doch es fallen keine Schüsse. Offenbar hatte seine Waffe nicht geladen.

+++ Über die Weihnachtsmärkte zu bummeln, wird sich für manche Besucher vielleicht anders fühlen: mehr Polizeipräsenz, Taschenkontrollen und Videoüberwachung. Alle Behörden betonen allerdings: Konkrete Hinweise auf eine Bedrohung gibt es nicht.

+++ Der Münchner Kabarettist Helmut Schleich befasst sich in der seiner Gastkolumne für die Tageszeitung tz mit der Frage, wie wir mit den Terroranschlägen in Paris umgehen sollten. Er ist der Meinung: Wir dürfen lachen. "Paris, das ist die Welthauptstadt des Lasters, hat’s im Bekennerschreiben des IS geheißen. Moulin Rouge, Place Pigalle, Absinth, Cancan, das mag er nicht, der Dschihadist. Cabaret, da graust’s ihm. Und drum mach ich auch jetzt Kabarett - grad zum Fleiß!"

Bruder eines Attentäters gedenkt auf Balkon in Molenbeek der Opfer von Paris

+++ In der belgischen Hauptstadt Brüssel haben sich am Mittwochabend bewegende Szenen abgespielt. Im Stadtteil Molenbeek demonstrierten die Bewohner für Frieden und gedachten der Opfer von Paris. Auch Mohamed Abdeslam, der Bruder eines der Selbstmordattentäters, beteiligte sich. Auf dem Balkon seiner Wohnung, die mitten in Molenbeek liegt, entzündete er Kerzen. Einer seiner jüngeren Brüder, Brahim Abdeslam, hatte sich am Freitag im Café Comptoir Voltaire in die Luft gesprengt. Ein weiterer Bruder, Salah Abdeslam, gilt als potenzieller achter Attentäter und ist derzeit auf der Flucht.

Fans pushen Song der Band "Eagles of Death Metal", die im Bataclan spielte

+++ Die Terroristen haben am Freitagabend in Paris das Konzert der Eagles of Death Metal überfallen. Fans der Musiker pushen als Zeichen der Solidarität einen Song: Auf der Facebook-Seite "Eagles of Death Metal For No. 1" rufen sie dazu auf, den Titel "Save A Prayer" herunterzuladen. Das Lied ist eine Coverversion des Hits der britischen Band Duran Duran von 1982. Deren Sänger Simon Le Bon twitterte, die Band werde alle Erlöse spenden. 

Nach Terror in Paris: Polizei in Brüssel durchsucht Wohnungen von Bilal Hadfis Freunden 

+++ Bei einem Anti-Terror-Einsatz hat die Polizei im Großraum Brüssel am Donnerstag wieder mehrere Häuser durchsucht. Es soll sich um Häuser von Freunden und Familienangehörigen des gesuchten Selbstmordattentäters Bilal Hadfi handeln. Die Aktion steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht direkt mit dem Terror in Paris in Zusammenhang. Die Untersuchung habe bereits Anfang 2015 begonnen, als Hadfi nach Syrien ausgereist war. Die Fahnder nahmen eine Person fest.

Der 20-jährige Bilal Hadfi war einer der Selbstmordattentäter von Paris. Er ist französischer Staatsangehöriger, der in Belgien lebte, und soll sich in Syrien dem IS angeschlossen haben.

Nach der Terrorwarnung in Hannover: So reagiert der FC Bayern

+++ In Abstimmung mit der Polizei wird es in der Allianz Arena zusätzliche und veränderte Sicherheitsvorkehrungen geben. "Wir stehen in engem Kontakt mit DFL und DFB und den für die Sicherheit zuständigen Behörden. Ich kann bestätigen, dass es künftig intensivere und umfassende Personenkontrollen geben wird", erklärte Jan-Christian Dreesen, der als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des deutschen Fußball-Rekordmeisters für das Thema Sicherheit zuständig ist. "Zu weiteren Details möchte ich mich mit Rücksicht auf das mit den Behörden abgestimmte Sicherheitskonzept nicht äußern. Unsere Fans und alle Zuschauer bitten wir um Verständnis dafür, dass es am Einlass zu Verzögerungen kommen kann", erklärte Dreesen. Viele Fans fragten sich nach den Vorkommnissen: Wie sicher ist die Allianz Arena?

+++ Reinhard Rauball, Interims-Präsident des DFB und Vorsitzender des Ligenverbands, glaubt, dass sich der Fußball in Deutschland „in allen Facetten“ verändern wird. Was bedeutet das? Vor allem: Was wird aus der Bundesliga?

Womöglich kommen auf die Klubs massive Sicherheitskosten zu. Am schnellsten und sichersten wäre der Stadioneinlass mit Körperscannern. Man stellt sich hinein, hebt die Arme, wird durchleuchtet. Aber: An deutschen Flughäfen gibt es erst 14 Stück dieser auch Nacktscanner genannten Geräte. Kosten: je 200.000 Euro. Fußballstadien als Hochsicherheitstrakte – es ist keine Vision mehr.

+++ Im Interview mit dem Münchner Merkur spricht der Österreicher Heinz Palme (Koordinator der WM 2006) über mögliche Sicherheitsmaßnahmen, die Illusion der hundertprozentigen Sicherheit und die Auswirkungen auf die EM 2016. 

Grüne: "Militarisierung der Innenpolitik wäre völlig falsche Antwort auf Terrorismus"

+++ Die Grünen lehnen es ab, Frankreich militärisch zu helfen. „Solidarität heißt nicht, dass wir Kriegseinsätze mitmachen“, sagte Grünen-Chefin Simone Peter der „Rheinischen Post“. Die EU hatte Frankreich Hilfe zugesagt. Zur Situation nach der Terrorwarnung in Hannover sagte Peter: "Wir setzen auf solide Polizeiarbeit unter Einsatz aller rechtsstaatlichen Mittel, auf zielgerichtete Maßnahmen der Sicherheitsbehörden und in erster Linie auf Prävention. Eine Militarisierung der Innenpolitik wäre die völlig falsche Antwort auf den Terrorismus."

+++ Indirekt hat die Terrormiliz IS in einer Videobotschaft mit einem Anschlag auf New York gedroht. Doch der Bürgermeister und der Polizeichef von New York sehen keine akute Bedrohung für die Metropole.

Terroristen haben Bataclan in Paris nicht zufällig ausgesucht

+++ Viele Menschen haben sich nach dem Terror in Paris gefragt, wieso sich die Terroristen die Konzerthalle Bataclan ausgesucht hatten. Spiegel-Kolumnist Sascha Lobo schreibt, das sehe nicht nach einem Zufall aus. "Dort fanden proisraelische Veranstaltungen statt, 40 Jahre lang gehörte er französischen Juden." Puls, das junge Radio des Bayerischen Rundfunks, schreibt ebenfalls, der Anschlag galt vermutlich nicht der Band mit dem teuflischen Namen "Eagles of Death Metal", sondern dem Veranstaltungsort. Der Radiosender bezieht sich auf einen Bericht des französischen Magazins "Le Point", wonach das Bataclan schon 2011 im Visier der extremistischen "Army Of Islam"-Gruppe gewesen sei.

Entsetzliche Szenen haben sich im Bataclan abgespielt, wie der Polizist Denis Safran berichtet: "Ein Meer aus Menschen, Dantes Inferno, überall Blut, wir gehen über Leichen, wir rutschen aus im Blut." Konzertbesucherin Isobel (22) hat den Anschlag überlebt - weil sie sich tot stellte. Auf Facebook erzählt sie von den schrecklichsten Stunden ihres Lebens - und von Hoffnung.

+++ Der Messenger-Dienst Telegram soll die Lieblings-App der Terrormiliz Islamischer Staat sein. Damit verschicke der IS geheime Nachrichten. Das liegt auch daran, dass die Accounts der Dschihadisten auf Twitter zuletzt immer häufiger und schneller blockiert wurden. Es wirkte so, als tolerierten die App-Verantwortlichen, dass IS-Anhänger die App für Propagandazwecke nutzen. Am Mittwochabend reagierten die Macher: Sie hätten 78 Kommunikations-Kanäle mit Verbindungen zur Terrorgruppe IS gesperrt. In Zukunft solle es zudem einfacher werden, solche Inhalte zu melden.

+++ Auf dem Weg in den ägyptischen Urlaubsort Hourgada ist ein Flugzeug aus Warschau wegen eines Bombenverdachts in Bulgarien notgelandet. Ein polnischer Passagier habe während des Flugs darauf hingewiesen, dass eine Bombe an Bord sei.

Deutscher Psychologe warnt vor Hysterie: „Das ist kein Krieg“

+++ Der Bremer Strafrechtler und Psychologe Lorenz Böllinger hat nach dem Terror in Paris und der Terrorwarnung in Hannover vor Hysterie gewarnt. Das Potenzial für eine Verunsicherung der Gesellschaft halte er für sehr groß. „Es kommt aber entscheidend auf die Medien und die Politik an“, sagte er. Es habe Auswirkungen, wenn die Politik dramatisiere oder Massenmedien Hysterie verbreiteten. Es gehe auch darum, nüchtern zu formulieren. Skeptisch bewertete der ehemalige Professor an der Bremer Universität im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris und den Terrordrohungen den Begriff des Krieges. „Natürlich kann es faktisch jeden treffen. Aber es ist kein Krieg, wo Zigtausende in Deutschland einmarschieren.“ Es seien vereinzelte Täter, die ein „solches schreckliche Unheil“ wie in Paris anrichten konnten. „Trotzdem aufs Ganze betrachtet: Da ist kein Krieg. Diesen Begriff finde ich in diesem Zusammenhang problematisch.“

+++ Nach dem Terror in Paris verschärft Frankreich seine Sicherheitsgesetze. Die Nationalversammlung berät an diesem Donnerstag unter anderem darüber, den Ausnahmezustand in Frankreich über den 26. November hinaus um drei Monate zu verlängern. Während des Ausnahmezustands sollen Gruppierungen, die als „schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ eingestuft werden, aufgelöst werden können.

Frankreich verbietet nach dem Terror in Paris Demos während der Klimakonferenz

+++ Die französische Regierung will während der bevorstehenden Klimakonferenz COP21 keine Demonstrationen zulassen. Außenminister Laurent Fabius, der die Konferenz leiten wird, begründete dies mit der aktuellen Sicherheitslage. Während der vom 30. November bis zum 11. Dezember dauernden Konferenz sowie einen Tag davor und danach sind in Paris und anderen Städten Frankreichs Demonstrationen verboten. Für den 29. November und 12. Dezember waren Großdemonstrationen geplant. Fabius sprach von einer „schwierigen Entscheidung“.

Video: Der Tag nach der Terrorwarnung in Hannover

Video: Eine Botschaft der Band "Eagles of Death Metal", die im Batclan spielte

dpa/AFP/sah

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