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Salah Abdeslam.

Terror-Gefahr: Alle News im Ticker

Gesuchter Terrorist Abdeslam soll via Skype Hilfe gesucht haben

Paris/Hannover - In Belgien ist in der Nacht die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen worden. Lesen Sie alle wichtigen Nachrichten in unserem News-Ticker.

Eine Woche nach dem Terroranschlag in Paris ist klar: Mindestens 130 Menschen sind am 13. November ums Leben gekommen. 352 Menschen wurden bei dem Terrorangriff auf Cafés und ein Konzert im Bataclan verletzt.

  • Eine fünfköpfige Terrorgruppe wollte in Hannover beim Länderspiel Deutschland-Holland tatsächlich zuschlagen, wie eine Zeitung berichtet. Nach bisher unbestätigten Angaben sollten fünf Bomben explodieren, mindestens drei davon im Stadion.

  • In der malischen Hauptstadt Bamako haben Terroristen in einem Hotel am Freitag 170 Geiseln genommen. Es soll mindestens 27 Tote gegeben haben. Zu dem Attentat bekannten sich laut Medienberichten zwei dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Gruppen.

  • Neun von zehn Deutschen fordern verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für Deutschland.

Lesen Sie unsere News-Ticker nach zum Terror von Paris nach: FreitagDonnerstag, Mittwoch, Dienstag, Montag, Sonntag und Samstag.

+++ Am Samstagabend wurde bekannt, dass es von dem gesuchten Terroristen Salah Abdeslam eine neue Spur geben soll. Wie der Nachrichtensender ntv berichtet, soll Abdeslam Bekannte per Skype kontaktiert haben. Es heißt, Salah Abdeslam, der seit den Attentaten von Paris auf der Flucht ist, soll Freunde per Skype gebeten haben, ihm bei einer Rückkehr nach Syrien zu helfen.

+++ Der Selbstmordattentäter, der sich während des Anti-Terror-Einsatzes in der Pariser Vorstadt Saint-Denis am Mittwoch in die Luft sprengte, ist der Polizei offenbar nicht bekannt gewesen. Wie am Samstag aus französischen Polizeikreisen verlautete, konnten die Ermittler aus seinen Leichenteilen DNA isolieren. Die Überprüfung des Erbguts habe nicht zur Identifizierung des Selbstmordattentäters geführt. Der Mann hatte sich in einer Wohnung in Saint-Denis verschanzt, die Spezialkräfte der französischen Polizei am Mittwoch stürmten.

+++ Angesichts der Terrorwarnung in Brüssel hat das Auswärtige Amt Reisenden empfohlen, größere Menschenansammlungen in der Region zu meiden. In einem aktuellen Hinweis zählte die Behörde am Samstag dazu Konzerte, Großveranstaltungen, Bahnhöfe, Flughäfen, öffentlichen Personennahverkehr und Einkaufszentren.

Spielabsagen, weil "Sicherheit nicht garantiert werden kann"

  +++ Nach Ausrufung der höchsten Terrorwarnstufe sind alle für dieses Wochenende angesetzten Fußball-Spiele in der Hauptstadtregion Brüssel abgesagt worden. Dies habe das Provinzkomitee Brabant am Samstag entschieden, teilte der belgische Fußball-Verband KBVB am Samstagmittag mit.

Betroffen ist auch das Erstliga-Topspiel zwischen dem KSC Lokeren und dem RSC Anderlecht. Grund für die Absage sei, „dass die Sicherheit nicht garantiert werden kann“, heißt es auf der Homepage des gastgebenden Vereins.

+++ Bei dem Anschlag islamistischer Terroristen auf ein Luxushotel im westafrikanischen Mali sind nach Angaben des Moskauer Außenministeriums auch sechs Russen getötet worden. Die Opfer seien Mitarbeiter der Frachtfluglinie Wolga-Dnjepr gewesen, teilte die Gebietsverwaltung von Uljanowsk an der Wolga am Samstag mit. Dort hat die Fluglinie ihren Sitz. Sechs andere Russen seien aus der Hand der Terroristen befreit worden. Bei dem Überfall auf das Hotel in der Hauptstadt Bamako am Freitag waren 21 Menschen getötet worden.

+++ Der britische Premierminister David Cameron wird am Montag den französischen Staatspräsidenten François Hollande in Paris treffen. Bei dem Gespräch gehe es vor allem um den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), meinte ein Regierungssprecher in London. Cameron setzt sich für einen Einsatz der Luftwaffe (Royal Airforce) gegen IS-Stellungen auch in Syrien ein und sucht dafür eine Parlamentsmehrheit. 

+++ Sieben der acht beim Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis nördlich von Paris festgenommenen Personen sind wieder auf freiem Fuß. Weiter in Gewahrsam bleibt ein junger Mann, der den Terroristen die Wohnung zur Verfügung gestellt hatte, wie französische Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichten. Seine Freundin sowie sechs Personen, die sich in dem gestürmten Gebäude oder in der Nähe aufgehalten hatten, wurden freigelassen.

+++ Die Gefahr eines möglichen Anschlags mit "Waffen und Sprengstoff" hat zu der erhöhten Terrorwarnung für Brüssel geführt. Das sagte der belgische Regierungschef Charles Michel am Samstag. Für die belgische Hauptstadt war am Morgen die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen worden, weil es nach Angaben des nationalen Krisenzentrums Ocam eine "unmittelbare" und "sehr ernste Bedrohung" für die Region Brüssel gab. Das Krisenzentrum riet, Fußballspiele der ersten und zweiten Liga an diesem Wochenende nicht auszutragen.

+++ Im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris sind in der Türkei drei Verdächtige festgenommen worden. Bei den Festgenommenen handele es sich um einen Belgier marokkanischer Abstammung und zwei Syrer, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan. Der 26-jährige Belgier soll Anschlagsziele in Paris ausgekundschaftet haben. Er und die beiden Syrer, die ihn offenbar nach Syrien bringen wollten, wurden demnach in der Nähe der Stadt Antalya im Süden des Landes festgenommen.

Höchste Terrorwarnstufe: U-Bahnverkehr in Brüssel eingestellt

+++ Nach Anhebung der Terrorwarnstufe ist der U-Bahn-Verkehr in der belgischen Hauptstadt Brüssel am Samstag komplett eingestellt worden. Die Metro habe am Morgen nicht geöffnet, sagte die Sprecherin des Verkehrsbetreibers STIB, Françoise Ledune, im belgischen Radio RTBF. "Die Metro bleibt geschlossen bis zum Ende des Betriebs." Danach werde mit den Behörden entschieden, ob auch am Sonntag keine Metros verkehren. Dagegen fuhren am Samstagmorgen die meisten Busse und Straßenbahnen in Brüssel, auch der Flugverkehr lief normal.

+++ Die belgischen Behörden raten nach der Anhebung der Terrorwarnstufe in der Hauptstadtregion Brüssel zur Einstellung des U-Bahn-Verkehrs. Die Metro, die Brüsseler U-Bahn, sollte im gesamten Streckennetz von Samstag bis Sonntag nicht fahren, teilte das nationale Krisenzentrum am frühen Samstagmorgen mit. Nach Informationen des belgischen Radios RTBF sollen Straßenbahnen und Busse aber in Betrieb sein.

Das Krisenzentrum riet den 19 Gemeinden der Hauptstadtregion zudem, die Absage größerer Veranstaltungen in Erwägung zu ziehen. Auch werde angeraten, keine Fußballspiele der ersten und zweiten Liga an diesem Wochenende auszutragen.

 +++ Belgien hat die Terrorwarnung für die Hauptstadt Brüssel auf die höchste Stufe erhöht. Es gebe eine "unmittelbare" und "sehr ernste Bedrohung" für die Region Brüssel, erklärte das nationale Krisenzentrum Ocam am Samstagmorgen. Die Anhebung der Terrorwarnstufe erfolgte eine Woche nach den islamistischen Anschlägen von Paris mit 130 Toten, deren Urheber zum Teil im Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek gelebt hatten.

Mali verhängt Ausnahmezustand nach Geiselnahme in Hotel

+++ Nach dem Anschlag islamistischer Terroristen auf ein Luxushotel im westafrikanischen Mali hat die Regierung des Landes den Ausnahmezustand verhängt. Er gilt von Freitag an zehn Tage lang für das gesamte Staatsgebiet, wie die malische Präsidentschaft in der Nacht zum Samstag mitteilte. Am Montag soll zudem eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen werden.

+++ Kommentar zum Terror in Mali: Aufmarsch der Radikalen +++

Wie viele unschuldige Menschen und Attentäter bei der Geiselnahme in dem Hotel in der Hauptstadt Bamako getötet wurden, war auch am Morgen nach dem Attentat noch immer nicht ganz klar. Ein Sprecher der UN-Mission in Mali hatte am Freitagabend von 21 Toten und drei Schwerverletzten gesprochen. Offen blieb zunächst, ob in dieser Zählung auch zwei zuvor bereits für tot erklärte Angreifer enthalten waren.

UN-Sicherheitsrat fordert "alle nötigen Maßnahmen" gegen IS-Miliz

Der UN-Sicherheitsrat hat am Freitagabend einstimmig eine Resolution verabschiedet, die alle Staaten auffordert, "alle nötigen Maßnahmen" im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu ergreifen. Die von Frankreich eingebrachte Resolution "fordert die dazu fähigen Staaten auf, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen", um die Extremisten in Syrien und dem Irak zu bekämpfen. Dabei sollten das "internationale Recht und insbesondere die UN-Charta" eingehalten werden, heißt es in dem Text, der eine Woche nach den blutigen Anschlägen von Paris verabschiedet wurde.

Der Sicherheitsrat bezeichnet die IS-Miliz als "globale und beispiellose Gefahr für den Frieden und die internationale Sicherheit" und bekräftigt die Entschlossenheit der Mitgliedsstaaten, diese Gefahr "mit allen Mitteln" zu bekämpfen. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius begrüßte die Verabschiedung der Resolution und forderte zugleich, dass sich alle Staaten konkret an dem Kampf gegen die Extremisten beteiligen "sei es durch militärische Taten, die Suche nach politischen Lösungen oder den Kampf gegen die Finanzierung des Terrorismus".

Die Resolution erteilt nicht die rechtliche Erlaubnis, militärisch gegen die IS-Miliz vorzugehen. Sie erwähnt auch nicht Artikel 7 der UN-Charta, der Staaten den Einsatz von Gewalt erlaubt. Sie gibt aber politische Rückendeckung für den Kampf gegen die Dschihadistengruppe, die sich zu den Anschlägen mit 130 Toten in Paris bekannt hatte. Neben den Anschlägen von Paris verurteilt die Resolution auch die Angriffe im tunesischen Sousse, Ankara und Beirut sowie den Anschlag auf ein russische Passagierflugzeug über dem Sinai, zu denen sich die IS-Miliz bekannte.

dpa/AFP/mes

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