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Die beiden Gesuchten wurden von einer Überwachungskamera gefilmt.

Alle Infos im Live-Ticker

"Sie sind gefährlich": Polizei sucht neue Terror-Verdächtige

Paris - Die Polizei in Belgien sucht nach zwei neuen Terrorverdächtigen. Sie sollen Kontakt zu Salah Abdeslam gehabt haben. Alle News der vergangenen Woche im Live-Ticker.

  • Der Bundestag hat am Freitag mit Mehrheit den Einsatz der Bundeswehr im Kampf gegen den Terror der IS beschlossen.   

  • Die britische Luftwaffe hat erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat Syrien beschossen.

  • Drei Wochen nach den Terroranschlägen hat das erste Anschlagsziel, das Café "La Bonne Bière" in Paris, am Freitag  wieder eröffnet.
  • Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat ihr Nein zu einer Kooperation mit Truppen unter dem Kommando des syrischen Machthabers Baschar al-Assad bekräftigt.

Am Freitag wurde die Wohnung der Attentäter von San Bernadino der Presse zugänglich gemacht. Das FBI stufte den Anschlag in Kalifornien offiziell als Terrorakt ein. Alle weiteren Infos und News zum Terror bekommen Sie in unserem Ticker.

+++AKTUALISIEREN+++

+++ Zehn Tage nach dem Selbstmordanschlag in Tunis mit zwölf Toten dürfen auf dem Flughafen der tunesischen Hauptstadt keine Maschinen aus Libyen mehr landen. Wegen der "gefährlichen Lage" seien zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden, sagte Verkehrsminister Mahmoud Ben Romdhane am Freitag im Radiosender Mosaique FM. Flugzeuge aus dem Nachbarland Libyen dürfen demnach nicht auf dem internationalen Flughafen von Tunis, sondern nur noch in Sfax, 270 Kilometer nordöstlich, landen. 

Bei dem Selbstmordanschlag auf einen Bus der Präsidentengarde waren am 24. November in der Innenstadt von Tunis wurden zwölf Sicherheitskräfte getötet worden. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Am Tag nach dem Attentat hatte Tunesien bereits die Grenze zu Libyen geschlossen. Nach Angaben des Innenministeriums wurde bei dem Attentat derselbe Sprengstoff aus Libyen benutzt, der im vergangenen Jahr schon in beschlagnahmten Sprengstoffwesten gefunden worden war.

+++ Belgische Ermittler suchen zwei weitere Verdächtige. Sie sollen mit Salah Abdeslam gut zwei Monate vor den Attentaten in Ungarn gewesen sein, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Brüssel mit. Die Polizei warnte, die Männer, auf deren gefälschten Pässen die Namen Samir Bouzid und Soufiane Kayal standen, seien "gefährlich und wahrscheinlich bewaffnet".

+++ Mindestens 14 Menschenleben gehen auf das Konto der Schützen von San Bernardino. Nun wurde bekannt: Die Angreiferin hatte dem IS die Treue geschworen.

+++ Thailand verstärkt nach einer Warnung aus Russland vor möglichen Terroranschlägen der IS-Miliz auf der Ferieninsel Phuket die Polizeipräsenz. „Wir haben die Zahl der Beamten bei unseren Patrouillen in den Touristengebieten erhöht und gehen jedem Hinweis nach“, sagte Einsatzleiter Kem Junmookda der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Phuket ist ein populäres Ferienziel auch für Touristen aus Deutschland. Dort beginnt gerade die Hochsaison.

„Es gibt keinen Grund zur Panik, die Sicherheitsvorkehrungen sind seit dem Bombenanschlag im August in Bangkok schon erhöht.“ Damals kamen mitten in der Hauptstadt 20 Menschen um.

Café in Paris, das Terrorziel war, wieder eröffnet

+++ Drei Wochen nach der Terrorserie in Paris hat das erste Anschlagsziel am Freitag wieder geöffnet. „Das Leben muss weitergehen. Jetzt erst recht“, erklärte Geschäftsführer Jean-Luc Gasse vom „Café Bonne Bière“. Bei dem Angriff auf das Café in der Avenue Parmentier im 11. Pariser Bezirk wurden am 13. November fünf Menschen von einem islamistischen Terrorkommando getötet. Man wolle den Terroristen zeigen, dass man stärker sei als sie, erklärte Audrey Bily, die Co-Geschäftsführerin. Die Brasserie sei renoviert und neu gestrichen worden. Das Restaurant „Le Petit Cambodge“ will Anfang 2016 öffnen und der Musikclub „Bataclan“, in dem 90 Menschen getötet wurden, voraussichtlich Ende 2016.

+++ Die deutsche Luftwaffen-Piloten und ihre Einheiten rüsten sich für den Einsatz von „Tornado“-Aufklärungsjets im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nach dem Ja des Bundestags zu dem Syrien-Einsatz der Bundeswehr sollen die ersten Maschinen bereits in der kommenden Woche in Richtung Türkei starten, wo sie auf dem Stützpunkt Incirlik stationiert werden. „Der Einsatz ist sicherlich gefährlich“, sagte der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 im schleswig-holsteinischen Jagel, Michael Krah, am Freitag. Die Soldaten seien darauf jedoch gut vorbereitet.

445 Stimmen für Bundeswehr-Einsatz gegen IS-Terror

+++ Der Bundestag hat am Freitag - drei Wochen nach den Terroranschlägen von Paris - mehrheitlich für einen Bundeswehr-Einsatz beim Kampf gegen die Terrormilizen des IS in Syrien gestimmt. Für das Mandat votierten 445 Abgeordnete, dagegen waren 145.

+++ In Berlin sind nach Angaben der Veranstalter rund 3000 Menschen gegen den geplanten Einsatz der Bundeswehr in Syrien auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach zunächst von 500 Teilnehmern - so viele waren auch angemeldet. Auf der Kundgebung sprachen sich die Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, gegen den vom Bundeskabinett beschlossen Einsatz aus. „Niemand braucht diesen Krieg“, sagte Wagenknecht.

+++ Der Präsident der russischen Republik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, hat die Enthauptung eines Russen durch den IS in Syrien bestätigt. Auf Kadyrows amtlicher Website hieß es Donnerstagabend, bei dem Mann handele es sich um einen Russen aus Tschetschenien. Allerdings habe er - anders als von den Dschihadisten behauptet - nicht für den russischen Geheimdienst gearbeitet. Vielmehr hätten die IS-Kämpfer den Mann zu einer derartigen Aussage "gezwungen".

Der IS hatte am Mittwoch im Internet ein Video veröffentlicht, das die Hinrichtung eines angeblichen russischen Spions zeigen soll. Vor seiner Enthauptung sagt der Mann darin, der russische Geheimdienst habe ihn angeworben, damit er Informationen über den IS und dessen Kämpfer aus dem Kaukasus sammele.

+++ Russland baut in Syrien nach Angaben von Aktivsten einen weiteren Militärstützpunkt für Luftangriffe an der Seite des Regimes aus. Der Militärflughafen Al-Schairat südöstlich der Stadt Homs solle unter anderem stärker befestigt werden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag.

Medien zufolge will Russlands Luftwaffe von hier aus vor allem Gebiete im Osten Syriens angreifen, die unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stehen. Geplant sei unter anderem, die historische Wüstenstadt Palmyra von den Extremisten zurückzuerobern, berichtete die kuwaitische Nachrichtenseite Al-Rai unter Berufung auf Militärkreise in Damaskus.

+++ #dontbombsyria - im Internet machen Gegner der Luftschläge ihrem Ärger Luft und formulieren ihre Sorgen. Nachdem sich das britische Parlament am Mittwoch Abend für Luftschläge gegen Syrien entschieden hat, fordern viele bei Twitter zu Frieden auf. 

Von der Leyen: Schneller Syrien-Einsatz als deutliches Signal

+++ Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Pläne für einen schnellen Beginn des Bundeswehreinsatzes in Syrien verteidigt. 550 Bundeswehrsoldaten sollen in der Türkei stationiert werden, heißt es.

+++ Der „Islamische Staat“ (IS) ist nicht nur die mächtigste, sondern auch die reichste Terrorgruppe der Welt. Die tz erklärt das Finanzsystem des Terrors.

+++ Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Einsatz europäischer Bodentruppen in Syrien ausgeschlossen. Am Rande des OSZE-Ministerrats in Belgrad räumte er am Donnerstag zwar ein, dass Luftangriffe im Kampf gegen den IS „ganz sicher nicht ausreichen“ würden. „Ebenso sicher ist, dass es keine europäischen Bodentruppen in Syrien geben wird“, fügte er hinzu. Man müsse deswegen dafür sorgen, dass die nicht-islamistischen Oppositionsgruppen in Syrien sich nicht gegenseitig zerfleischen, sondern den IS als gemeinsamen Gegner sehen. Daran müsse aber noch gearbeitet werden.

Russland ruft OSZE zum gemeinsamen Kampf gegen den Terror auf

+++ Russland hat die 57 Staaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zum gemeinsamen Kampf gegen Terrorismus aufgerufen. „Wir brauchen eine breite Front gegen den Terrorismus unter Beteiligung von Staaten der OSZE und Ländern des Nahen und Mittleren Ostens“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag beim OSZE-Ministerrat in Belgrad laut offizieller Übersetzung.

Die russische Luftwaffe fliegt wie einige Nato-Staaten Luftangriffe in Syrien und im Irak. Sie ging dabei in den vergangenen Wochen aber nicht nur gegen die Terrororganisation Islamischer Staat vor, sondern auch gegen andere Rebellengruppen.

+++ Der russische Präsident Putin hat der türkischen Führung in scharfen Worten erneut die Unterstützung von Terroristen vorgeworfen. Und er drohte Ankara: Den Abschuss des russischen Kampfjets werde die Türkei noch bereuen, sagte Putin.

+++ Der russische Präsident Wladimir Putin hat vor der Terrorgefahr aus Syrien gewarnt. Zu Beginn seiner Rede an die Nation am Donnerstag erinnerte Putin in Moskau an die vielen Anschläge, die Russland in den vergangenen Jahren getroffen haben.

„Eine besondere Gefahr geht heute von den Kämpfern aus, die sich in Syrien angesammelt haben“, sagte er vor etwa 1000 russischen Amts- und Würdenträgern im Kreml.

+++ Frankreichs Präsident François Hollande hat sich anerkennend über die ersten britischen Angriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien geäußert. Er begrüße die ersten Kampfflugeinsätze, teilte der Elyséepalast am Donnerstag mit.

Von der Leyen reist zu Gespräch über Anti-Terror-Kampf in Türkei

+++ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird am Donnerstagnachmittag nach Ankara reisen, um über den bevorstehenden Syrien-Einsatz der Bundeswehr zu sprechen. Es sei ein Treffen mit ihrem türkischen Amtskollegen Ismet Yilmaz geplant, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen-Presse Agentur.

+++ Drei Wochen nach der Terrorserie in Paris öffnet das erste Anschlagsziel wieder seine Pforten. Das „Café Bonne Bière“, wo am 13. November fünf Menschen von einem islamistischen Terrorkommando getötet wurden, nimmt an diesem Freitag wieder seinen Betrieb auf.

Der Geschäftsführer Jean-Luc Gasse sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Das Leben muss weitergehen. Jetzt erst recht.“ Noch ist unklar, ob in dem Café in der Avenue Parmentier im 11. Pariser Bezirk zum Gedenken an die Todesopfer künftig eine Tafel hängen wird.

+++ Trotz der hohen Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland warnt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) vor überzogener Panik. „Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass wir möglichem Terror hier in Deutschland nicht schutzlos ausgeliefert sind, sondern dass wir viele Experten haben, die rund um die Uhr damit beschäftigt sind, uns so gut wie möglich zu schützen“, sagte der Minister vor Beginn der Innenministerkonferenz in Koblenz der Deutschen Presse-Agentur. Die Sicherheitslage in Deutschland ist ein wichtiges Thema bei der Herbstkonferenz der Ressortchefs.

Pistorius sagte, er könne es nach den Terroranschlägen von Paris und der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover gut verstehen, dass die Menschen sich Sorgen machten. „Angst darf aber nicht zu unserem täglichen Begleiter werden, damit hätten die Feinde der Freiheit genau das erreicht, was sie wollen.“

Innenminister der Länder gegen Anti-Terror-Einsatz von Soldaten in Deutschland     

+++ Die Innenminister der Länder sind laut dem Mainzer Ressortchef Roger Lewentz (SPD) geschlossen gegen Anti-Terror-Einsätze der Bundeswehr in Deutschland. „Alle 16 Innenminister sind der Meinung, dass wir alleine mit der Polizei Attentate abwehren können“, sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK) vor deren Herbsttagung an diesem Donnerstag und Freitag in Koblenz der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte auch für Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

+++ Das britische Parlament hat am Mittwochabend grünes Licht für Luftangriffe auf den IS in Syrien gegeben. Der konservative Premierminister David Cameron erhielt bei der Abstimmung im Unterhaus eine Mehrheit von 397 Ja-Stimmen bei 223 Nein-Stimmen für seinen Plan, sich der internationalen Koalition im Kampf gegen die Extremisten anzuschließen. Mit der Zustimmung war gerechnet worden, da auch in den Reihen der oppositionellen Labour-Partei nach den Anschlägen von Paris die Bereitschaft zu einem militärischen Vorgehen gegen den IS gestiegen war.

+++ Entscheidung in London: Die britische Regierung hat eine rasche Beteiligung der Royal Airforce an Luftangriffen auf den IS in Syrien gefordert.

+++ Als erster führender Politiker der großen Koalition hat CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer den geplanten Syrien-Einsatz der Bundeswehr als Kriegseinsatz eingestuft. „Ich habe kein Problem damit zu sagen, wir sind mit der Allianz im Krieg gegen den Terror“, sagte Scheuer am Mittwoch vor Journalisten in Berlin.

Am Vortag hatte die CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt erklärt: „Das ist kein Kriegseinsatz, sondern ein Signal der Solidarität mit Frankreich.“ Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) spricht von einem „Unterstützungseinsatz für Frankreich“ und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von einem „militärischen Einsatz“.

+++ Der britische Premierminister David Cameron dringt auf einen rasche Beteiligung der Royal Air Force an Luftangriffen auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. „Wir sollten nicht länger warten“, sagte er am Mittwoch im britischen Unterhaus. Großbritannien könne diese Aufgabe nicht den USA und Frankreich überlassen, sagte er zum Auftakt einer zehnstündigen Parlamentsdebatte. Von der IS-Hochburg Al-Rakka seien Angriffe auf Briten und Großbritannien geplant worden.

Das Parlament will noch am späten Abend (ca. 23.00 MEZ) über Luftangriffe abstimmen. Die Mehrheit für die Regierung gilt als sicher.

Wieder Razzien in Brüssel im Anti-Terror-Kampf

+++ Auf der Suche nach dem Terrorverdächtigen Mohamed Abrini hat es in Brüssel wieder Razzien gegeben. Zwei Personen wurden zur Anhörung mitgenommen, berichtete die Staatsanwaltschaft. Abrini war von den belgischen Behörden international zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Der 30-Jährige war zwei Tage vor den Attentaten von Paris gemeinsam mit dem ebenfalls verdächtigen Salah Abdeslam an einer Tankstelle an der Autobahn in Richtung Paris gefilmt worden. Insgesamt gab es am Mittwoch fünf Durchsuchungen in den Stadtbezirken Molenbeek und Saint-Josse.

+++ Die britische Polizei hat am Mittwoch in Luton bei London vier Terror-Verdächtige festgenommen. Den etwa 30-jährigen Männern werde vorgeworfen, in die Planung von Terrorakten und deren Anstiftung verwickelt zu sein. Beamte von Scotland Yard hätten zudem mehrere Wohnungen in Luton durchsucht. Wie Scotland Yard weiter mitteilte, stehen die Ermittlungen in keinem Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Paris.

+++ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht trotz Mängeln bei vielen „Tornado“-Flugzeugen keine Probleme für den geplanten Einsatz gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). „30 „Tornados“ sind einsatzbereit, und wir brauchen davon 6. Das heißt wir haben einen breiten Spielraum, der vorhanden ist“, sagte die Ministerin am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“.

+++ Die Bundeswehr will "Tornado"-Flugzeuge in den Luftkrieg gegen den IS schicken, aber nicht einmal jeder zweite Jet ist einsatzbereit. Nach einem Bericht des Verteidigungsministeriums zum Zustand der Hauptwaffensysteme sind bei der Luftwaffe von 93 angeschafften „Tornados“ 66 in Betrieb und davon wiederum nur 29 einsatzbereit. Das sind noch weniger als bei der entsprechenden Untersuchung vor einem Jahr, damals waren noch 38 Jets für einen Einsatz verfügbar.

+++ Nach dem Kabinett befasst sich der Bundestag am Mittwoch (13 Uhr) mit dem geplanten Einsatz deutscher Soldaten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Es ist die erste Lesung; am Freitag ist die Verabschiedung des Mandats geplant. Eine Mehrheit der schwarz-roten Koalition gilt als sicher.

+++ Terror in der Türkei; Die Explosion an einer U-Bahn-Linie am Dienstag in der türkischen Metropole Istanbul ist offenbar von einer Bombe verursacht worden: Eine selbst gebastelte Bombe sei explodiert und habe fünf Menschen verletzt, sagte der Bürgermeister des Viertels Bayrampasa, Atila Aydiner, dem Fernsehsender A Haber. Es habe sich um einen Sprengsatz gehandelt, der in einem Schlauch an einer über die Gleise führenden Fußgängerbrücke versteckt gewesen sei, meldeten die Nachrichtenagentur Dogan und die Zeitung "Hürriyet" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

+++  Die USA wollen ein Spezialkommando in den Irak schicken, um den Kampf des Landes gegen den Islamischen Staat (IS) zu verstärken. Verteidigungsminister Ashton Carter nannte am Dienstag vor dem Senat dazu keine Einzelheiten.

Zur Lage in Syrien sagte Carter, die Einsätze der US-Spezialkräfte dort würden möglicherweise ausgebaut. „Wenn wir die Möglichkeit haben, unsere Fähigkeiten dort besser einzusetzen, werden wir auf diesen Ausbau vorbereitet sein.“

Verwandter von Paris-Attentäter festgenommen

+++ Ein Verwandter des Vermieters, der den Attentätern von Paris Unterschlupf gewährt hat, ist am Dienstag im Pariser Raum festgenommen worden. Wie der Fernsehsender iTélé berichtete, soll es sich um einen 25-jährigen Mann handeln. Er wird verdächtigt, zwischen dem Vermieter und der Cousine von Abdelhamid Abaaoud, dem Drahtzieher der blutigen Terrorserie vom 13. November, vermittelt zu haben.

+++  Die Nato will die Türkei weiter bei der Stärkung ihrer Luftverteidigung unterstützen. "Wir werden an weiteren Maßnahmen arbeiten, um die Sicherheit der Türkei zu gewährleisten", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag vor dem Treffen der Außenminister des Bündnisses in Brüssel. Dabei gehe es auch um die Verbesserung der Luftabwehr. Stoltenberg betonte jedoch, dies sei keine direkte Reaktion der Nato auf den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei.

+++ Angesichts der gegenwärtigen Spannungen zwischen Russland und der Türkei hat US-Präsident Barack Obama beide Länder zum gemeinsamen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ermahnt. Nach einem Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Paris sagte Obama am Dienstag: „Wir haben einen gemeinsamen Feind. Das ist der IS. Und ich will sicher sein, dass wir uns auf diese Bedrohung konzentrieren.“ Russland und die Türkei sollten daran arbeiten, ihre Spannungen abzubauen.

+++ Der Bundestag entscheidet noch in dieser Woche über den Bundeswehr-Einsatz in Syrien. Nach der ersten Beratung am Mittwoch sollen die Abgeordneten am Freitag über den Mandatsantrag der Bundesregierung abstimmen, wie SPD und Union mitteilten.

Hasselfeld: Das ist kein Kriegseinsatz

+++ ZITAT: „Das ist kein Kriegseinsatz, sondern ein Signal der Solidarität mit Frankreich.“ (Die CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt am Dienstag in Berlin zum geplanten Einsatz der Bundeswehr gegen die Terrormiliz Islamischer Staat)

+++ Das Bundeskabinett hat am Dienstag den geplanten Einsatz der Bundeswehr gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beschlossen. Daran sollen bis zu 1200 Soldaten teilnehmen. Konkret geht es um die Beteiligung an den Luftangriffen gegen den IS in Syrien und im Irak. Das geplante Engagement der Bundeswehr ist eine Antwort Deutschlands auf die Terroranschläge von Paris vor gut zwei Wochen. Nach dem Kabinett muss der Bundestag noch zustimmen. Der Einsatz soll zunächst auf ein Jahr befristet werden.

Leyen: Keine Zusammenarbeit mit Verantwortlichen, an deren Händen Blut klebt

+++ Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, CDU, sagte am Dienstag im Deutschlandfunk über eine mögliche Zusammenarbeit beim Anti-IS-Kampf mit Teilen syrischer Truppen und dem Machthaber Baschar al-Assad: „Es wird keine Zukunft mit Assad geben, und es wird auch keine Zusammenarbeit mit Truppen unter dem Kommando von Assad geben. [...] Verantwortliche, an deren Händen Blut klebt, werden wir nicht in einer gemeinsamen Zusammenarbeit haben.“

+++ Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, André Wüstner, erwartet einen jahrelangen Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). „Ich gehe davon aus, dass dieser Kampf, wenn man ihn ernsthaft betreibt, weit über zehn Jahre andauern wird“, sagte Wüstner am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Der IS sei nicht nur im Irak und Syrien, sondern in ganz Nordafrika bis Mali präsent.

+++ Eine große Mehrheit der Bundesbürger befürchtet eine wachsende Anschlagsgefahr in Deutschland durch die Beteiligung der Bundeswehr am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur rechnen 71 Prozent mit einer größeren Bedrohung, nur 18 Prozent glauben nicht daran. Am Dienstag entscheidet das Bundeskabinett über die Beteiligung mehrerer deutscher „Tornado“-Aufklärungsflugzeuge, eines Tankflugzeugs und eines Kriegsschiffs am Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak.

+++ Nach den Pariser Terroranschlägen verschärfen die USA ihre Einreisebestimmungen für Besucher ohne Visum. Mit strengeren Regeln für das „Visa Waiver“-Programm (VWP) zur visumfreien Einreise, an dem Deutschland und 37 weitere Länder teilnehmen, sollen Terroristen mit entsprechenden Pässen abgehalten werden. Hintergrund seien die Pariser Attacken und die anhaltende Bedrohung durch ausländische Kämpfer, wie das Weiße Haus am Montag mitteilte. 

Unser News-Ticker zum Nachlesen

Schickt die Bundeswehr 1200 Soldaten nach Syrien? Lesen Sie hier unseren Ticker nach.

Miriam Sahli-Fülbeck

Miriam Sahli-Fülbeck

E-Mail:miriam.sahli@merkur.de

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