Anpannung auf dem Sinai: IS-Unterstützer hatten Einrichtungen der Sicherheitskräfte angegriffen und viele Menschen getötet. Foto: Alaa Elkamhawi / Almasry Alyoum
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Anpannung auf dem Sinai: IS-Unterstützer hatten Einrichtungen der Sicherheitskräfte angegriffen und viele Menschen getötet. Foto: Alaa Elkamhawi / Almasry Alyoum

IS bekennt sich

Terrorserie auf dem Sinai: 40 Tote

Al-Arisch - Bei der schlimmsten Anschlagsserie seit Jahren sind in Ägypten mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Wie lokale Gesundheitsbehörden erklärten, wurden mindestens 36 weitere Personen bei den Angriffen auf Polizei- und Militäreinrichtungen im unruhigen Norden der Sinai-Halbinsel verletzt.

Zu den Anschlägen bekannte sich ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Mindestens drei heftige Explosionen waren am frühen Donnerstagabend in der Stadt Al-Arisch zu hören. Anschließend hallten Schüsse durch die Straßen.

Nach Angaben von Armeesprecher Mohammed Samir wurden Einrichtungen des Militärs und der Sicherheitskräfte mit Autobomben und Granaten attackiert. Suchtrupps der Armee durchkämmten Al-Arisch auf der Suche nach Verdächtigen. In der Stadt gilt seit Oktober ein nächtliches Ausgangsverbot. Samir führte die Attacken in einer Mitteilung beim sozialen Netzwerk Facebook auf die Erfolge im Kampf gegen Extremisten in der Region zurück.

Das Staatsfernsehen berichtete, Präsident Abdel Fattah al-Sisi sei von den zuständigen Ministern ständig per Telefon über die Vorfälle in der Region informiert worden. Er habe das Militär angewiesen, die Verantwortlichen aufzuspüren und ihre Verstecke zu zerstören.

Die USA verurteilten die Anschläge. Die Sprecherin des Außenministeriums, Jennifer Psaki, sagte der Regierung in Kairo die Unterstützung der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den Terrorismus zu.

Die Bundesregierung verurteilte die Tat ebenfalls. "Wir beobachten mit großer Sorge die sich verschlechternde Sicherheitslage in der Region", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien der Opfer, den Verwundeten sowie der ägyptischen Regierung und ihrer Bevölkerung."

Zu den Anschlägen bekannte sich eine Extremistengruppe, die sich bis vor kurzem Ansar Beit al-Makdis ("Unterstützer Jerusalems") genannt hatte. Anfang November schworen ihre Mitglieder dem IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi die Treue. Jüngst benannte sich die Gruppe in Annäherung an den IS in Wilaja Sina ("Staat Sinai") um.

Auf einer vom IS für Mitteilungen genutzten Internetseite teilte die Gruppe mit, sie habe unter anderem eine Armeebasis angegriffen. Zudem habe sie acht Kontrollpunkte in Al-Arisch, in der Stadt Rafah und in anderen Orten der Gegend attackiert.

Die Küstenstadt Al-Arisch liegt nahe der Grenze zu Israel. Seit dem Sturz des islamistischen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi vor anderthalb Jahren durch das Militär haben Angriffe islamistischer Kämpfer im Nordsinai auf die Sicherheitskräfte stark zugenommen.

Armeesprecher bei Facebook

dpa

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