"Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum" nannte die Polizei Bremen den Anti-Terror-Einsatz. Foto: Carmen Jaspersen
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"Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum" nannte die Polizei Bremen den Anti-Terror-Einsatz.

Sie kamen aus Frankreich

Terrorverdächtige planten Anschlag auf Bremer Dom

Bremen - Nach dem Terror-Alarm in Bremen sind Details zu den Plänen und der Identität der schwer bewaffneten Verdächtigen bekanntgeworden. Die vier Männer aus Frankreich waren tatsächlich in der Hansestadt.

Das berichteten ZDF und "Focus" unter Berufung auf Ermittlungsakten berichtet. Nach Recherchen des ZDF soll es auch konkrete mögliche Anschlagziele gegeben haben, den Dom, die Synagoge und einen Verkehrsknotenpunkt in Bremen.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Silke Noltensmeier, sagte den "heute"-Nachrichten des ZDF: "Wir wissen, dass es sich hier um französisch sprechende Personen handelt, die über die Niederlande nach Deutschland eingereist sind."

Die Sprecherin von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), Rose Gerdts-Schiffler, sagte der Deutschen Presse-Agentur zu den Berichten über Anschlagsziele: "Zu konkreten Details, wie sie in verschiedenen Medien genannt und zum Teil auch konstruiert wurden, sagen wir nichts, weil wir ansonsten Hinweisgeber und Ermittlungen gefährden würden."

Der Bremer Polizeipräsident Lutz Müller sagte "heute": "Wir gehen davon aus, dass sie sich hier aufgehalten haben, vermutlich schon am Freitag angereist sind. Aber wie lange sie dann tatsächlich in der Hansestadt waren, können wir nicht sagen."

Ein 39 Jahre alter Libanese, der am Wochenende während des Anti-Terror-Einsatzes in Bremen vorübergehend festgenommen wurde, soll die Gruppe aus Frankreich kontaktiert haben. Außerdem soll er nach dem Bericht des ZDF von einem Waffenhändler 60 Maschinenpistolen und automatische Pistolen gekauft haben.

Die Polizei habe am Freitagabend erste Hinweise bekommen, dass der Libanese sich mit den vier treffen wollte, sagte der Polizeipräsident. "Hinweise darauf, dass sich diese Personen im islamischen Kulturzentrum aufhalten können, haben sich erst im Laufe des Samstags verdichtet." Es ist unklar, wo sich die verdächtigen Männer jetzt aufhalten.

Der entscheidende Hinweis auf die Islamisten kam nach ZDF-Informationen vom Zollkriminalamt in Köln. Zunächst seien die Bremer Behörden davon ausgegangen, dass die Männer mit einer Air-France-Maschine aus Paris nach Deutschland kommen wollten.

Am vergangenen Wochenende hatte es Warnungen vor einer möglichen Terrorgefahr in Bremen gegeben, die Razzien, unter anderem in dem islamischen Kulturzentrum, verliefen allerdings ergebnislos. Danach gab es Kritik daran, der Zugriff sei zu spät erfolgt. Die Razzien hatten am Samstagabend begonnen, die Warnung vor einer möglichen Terrorgefahr war aber bereits am Freitagabend eingegangen.

dpa

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