+
König Bhumibol Adulyadej.

Ernster Zustand

Thailands König schwer krank: Kronprinz verschiebt Termin

Bangkok - Thailands König Bhumibol ist seit Jahren krank. Doch nun scheint der Zustand des am längsten amtierenden Monarchen der Welt ernst zu sein. Sein Tod könnte das Land in eine schwere Krise stürzen.

In Sorge um den schwer kranken thailändischen König Bhumibol Adulyadej hat Kronprinz Maha Vajiralongkorn (64) einen Termin an einer Universität verschoben. Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha brach laut lokalen Medienberichten eine Reise in der Provinz Chonburi ab, um in die Hauptstadt Bangkok zurückzukehren.

Am Sonntag hatte der Palast den Gesundheitszustand des 88-jährigen Monarchen als „instabil“ bezeichnet. Der König wurde zuletzt wegen eines Nierenversagens und einer Lungenentzündung im Siriraj-Krankenhaus in Bangkok behandelt.

Bhumibol ist schon seit langem krank und verbrachte einen Großteil des vergangenen Jahrzehnts im Krankenhaus. Zuletzt wurde er am 11. Januar im Gespräch mit Klinikmitarbeitern gesehen.

Seit der jüngsten Mitteilung des Hofes über dessen ernsten Zustand wächst in Thailand die Sorge um den hoch verehrten König. Auch wenn er laut der Verfassung keine Regierungsgewalt besitzt, gilt er als oberste moralische Autorität und einigende Kraft in dem von politischen Tumulten erschütterten Land.

Wie in den Vortagen strömten am Mittwoch viele Thailänder zum Königspalast und zum Siriraj-Krankenhaus, um für den König zu beten und Genesungswünsche zu hinterlassen. Den dritten Tag in Folge fielen in Reaktion auf die Nachrichten an der thailändischen Börse die Kurse.

Sorge bereitet nicht zuletzt die Frage nach dem Thronfolger im Falle von Bhumibols Tod: Sein Sohn Vajiralongkorn hat bei weitem nicht dasselbe Ansehen. Politologen befürchten eine Phase politischer Unsicherheit, auch wenn niemand sagen kann, wie zerstritten die politischen Lager in Thailand wirklich sind. Das südostasiatische Land wird seit einem Armeeputsch 2014 von einer Militärjunta regiert.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zwei Explosionen erschüttern Istanbul

Istanbul - In der Innenstadt von Istanbul hat es kurz nach dem Ende eines Fußballspiels zwei Explosionen gegeben. Mindestens 20 Menschen wurden nach offiziellen Angaben …
Zwei Explosionen erschüttern Istanbul

Italiens Präsident will Regierungskrise rasch lösen

Schnell will Staatspräsident Sergio Mattarella eine Lösung der Regierungskrise vorlegen - wann genau ist unklar. Der neuen Führung des hoch verschuldeten Landes könnte …
Italiens Präsident will Regierungskrise rasch lösen

Österreich will EU-Beitrittsgespräche mit Türkei blockieren

Wien - Die EU-Kommission hat die Fortsetzung der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei empfohlen. Doch anders als Deutschland will Österreich ein Veto einlegen.
Österreich will EU-Beitrittsgespräche mit Türkei blockieren

IS marschiert erneut in Palmyra ein

Damaskus - Schon einmal beherrschte der IS die historische Oasenstadt Palmyra. Damals sprengten die Extremisten einzigartige Kulturgüter. Die Region ist auch wichtig für …
IS marschiert erneut in Palmyra ein

Kommentare