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Die Anhänger der Syriza-Regierung haben mit Nein abgestimmt und das Referendum klar für sich entschieden.

Die aktuellen Entwicklungen im Überblick

Griechen sagen Nein - Euro-Sondergipfel geplant

Brüssel - Die griechischen Bürger haben am Sonntag darüber abgestimmt, ob ihre Regierung weitere Sparvorgaben der Geldgeber erfüllen soll. Das "Nein-Lager" feiert einen klaren Sieg. 

+++ DIE ENTWICKLUNGEN ZUM NACHLESEN +++

  • Die griechischen Bürger haben am Sonntag bei einem historischen Referendum über die Annahme oder Ablehnung der Sparforderungen der Geldgeber abgestimmt - 61,31 Prozent der Griechen stimmten mit "Nein", 38,69 mit "Ja". Dabei ging es um das letzte - inzwischen hinfällige - Angebot der Geldgeber aus EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB). Laut ersten Auszählungen liegt das "Nein-Lager" klar vorne.

  • Nach dem Referendum über die Gläubiger-Vorschläge will die griechische Regierung schnellstmöglich eine neue Initiative zur Suche nach einer Lösung mit den Geldgeber-Institutionen starten.

  • Am Dienstag wird aller Voraussicht nach ein Sondergipfel der Euro-Staaten stattfinden, um das weitere Vorgehen zu beraten.

  • Griechenland hat eine Kreditrate in Höhe von 1,5 Milliarden Euro nicht fristgerecht an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt. Das vom Staatsbankrott bedrohte Land muss bis auf Weiteres ohne Sicherheitsnetz seiner europäischen Partner auskommen. Das bisherige Hilfsprogramm ist nicht über den Dienstag hinaus verlängert worden.

  • Die Europäische Zentralbank will die Nothilfen für griechische Banken vorerst weiterlaufen lassen. Allerdings wird das Programm nicht aufgestockt.

  • "Nein-Lager" feiert den Sieg auf den Straßen

    +++ Nach dem Nein der Griechen zu den Reformauflagen ihrer Geldgeber schwindet in Berlin die Bereitschaft für ein weiteres, dringend benötigtes Hilfsprogramm für Athen. Verhandlungen darüber sind nach den Worten von SPD-Chef Sigmar Gabriel "kaum noch vorstellbar". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte zunächst nur, das Votum der Griechen sei "zu respektieren". Die Linkspartei forderte die sofortige Wiederaufnahme von Verhandlungen mit Athen.

    +++ Nach dem Referendum ist der Chef der oppositionellen konservativen Partei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, ist am Sonntagabend zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenz aus der schweren Niederlage des „Ja“-Lagers in der Volksabstimmung über das griechische Sparprogramm. Samaras forderte die Partner in der EU auf, der Regierung unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras zu helfen, „eine tragfähige Lösung“ für den griechischen Schuldenberg zu finden.

    +++ Nach dem Nein der Griechen zu den Sparvorgaben ihrer Gläubiger haben sich Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande für einen Sondergipfel der Euro-Staaten am Dienstag ausgesprochen. Das teilte ein Regierungssprecher in Berlin am Sonntagabend nach einem Telefonat der beiden Politiker mit.

    +++ Nach der klaren Ablehnung der Gläubiger-Vorschläge beim griechischen Referendum sind am Sonntagabend in Athen hunderte Menschen aus Freude über das Ergebnis auf die Straße gegangen. Viele schwenkten griechische Fahnen und hielten Schilder mit dem Wort Nein in die Höhe, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Menge versammelte sich auf dem Syntagma-Platz am Parlament. Dort hatte es schon im Vorfeld der Abstimmung Kundgebungen des Nein-Lagers gegeben.

    +++ Im früheren Krisenland Spanien hat Ministerpräsident Mariano Rajoy nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse des griechischen Referendums eine Dringlichkeitssitzung anberaumt. Die Kommission für wirtschaftliche Angelegenheiten soll sich am Montag treffen. Dabei solle das Ergebnis der Volksabstimmung analysiert werden, teilte die konservative Regierung am Sonntagabend in Madrid mit.

    +++ Die Linke hat das Referendum als Sieg für die Demokratie in Europa gewertet. „Die Griechinnen und Griechen haben sich zum zweiten Mal gegen die katastrophale Politik der sozialen Kürzungen und der wirtschaftlichen Verwüstung gewehrt“, erklärte Parteichef Bernd Riexinger am Sonntagabend nach den ersten Ergebnissen, die auf ein klares Nein der Griechen zu den Reformforderungen der Geldgeber hindeuteten.

    Gut 60 Prozent der Griechen sagen "Nein"

    +++ Die Griechen haben beim Referendum über die Sparpolitik nach ersten Auszählungen die Forderungen der Geldgeber unerwartet deutlich abgelehnt. Nach Auszählung von knapp 25 Prozent der abgegebenen Wahlzettel stimmten gut 60 Prozent mit „Nein“ und knapp 40 Prozent mit „Ja“, wie das Athener Innenministerium am Sonntag mitteilte. Die Reformgegner lagen dabei während des Auszählung in allen Regionen des Landes vorn.

    +++ Die griechische Regierung hat unmittelbar nach dem Referendum über die umstrittenen Sparvorgaben neue Verhandlungen mit den Geldgebern angekündigt. Noch am Sonntagabend wolle man substanzielle Gespräche mit den internationalen Partnern beginnen, erklärte der griechische Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis im Fernsehen vor der Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses.

    +++ Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos hat erfreut auf erste Umfragen zum Referendum über die Sparpolitik reagiert, die in der Tendenz ein mehrheitliches „Nein“ vorhersagen. „Dies zeigt, dass das griechische Volk nicht erpresst, terrorisiert und bedroht werden kann. Die Demokratie siegt“, schrieb er am Sonntag auf Twitter. Kammenos ist Parteichef der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen, des Koalitionspartners des linken Regierungschefs Alexis Tsipras.

    +++ Beim griechischen Referendum zum umstrittenen Sparkurs deuten Umfragen vom Sonntag auf einen knappen Erfolg der Reformgegner um Regierungschef Alexis Tsipras hin. In mehreren von Fernsehsendern nach Schließung der Wahllokale veröffentlichten Umfragen lagen die Reformgegner in der Tendenz vorn. Tsipras hatte seinen Anhängern versprochen, ein „Nein“ werde seine Verhandlungsposition gegenüber den Geldgebern stärken.

    +++ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Montag nach Paris, um mit Präsident François Hollande über den Ausgang des Griechenland-Referendums zu beraten. Dies teilte die Bundesregierung am Sonntagabend in Berlin mit.

    +++ Bei dem Referendum in Griechenland deutet sich nach Umfragen mehrerer Fernsehsender eine knappe Mehrheit für die Reformgegner an. Der Privatsender Alpha berichtete, 49,5 bis 50,5 Prozent der Griechen hätten mit „Nein“ gestimmt, 45,5 bis 50,5 Prozent mit „Ja“. Der Sender Star berichtete zwischen 49 bis 54,5 Prozent der Griechen hätten mit „Nein“ und zwischen 45,5 bis 49,5 Prozent mit „Ja“ gestimmt. Diese seien aber „keine Prognosen“ sondern nur Schätzungen von Demoskopen, die noch von den Ergebnissen der ausgezählten Stimmen bestätigt werden müssen. Offizielle Ergebnisse wollte das Innenministerium frühestens zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale gegen 20 Uhr bekanntgeben.

    +++ Bei einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone drohen nach einem Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatt" (Montagsausgabe) möglicherweise doch schon in den kommenden Jahren Milliardenlasten für den deutschen Bundeshaushalt. Dem Blatt zufolge wies Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am vergangenen Mittwoch im Bundeskabinett darauf hin, dass bei einem "Grexit" in den kommenden Jahren voraussichtlich kein Bundesbank-Gewinn dem Etat zufließen würde. Diesen hat Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aber mit 2,5 Milliarden Euro pro Jahr einkalkuliert. Dem Bericht zufolge hat die Bundesbank zwar für Risiken der Euro-Krise Rückstellungen in Höhe von 14,4 Milliarden Euro gebildet. Diese würden demnach jedoch bei einem "Grexit" voraussichtlich nicht ausreichen. Zudem würde auch die Bundesbank durch einen Ausfall griechischer Staatspapiere im Volumen von 20 Milliarden Euro belastet, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gehalten werden.

    +++ Die Beteiligung an der Volksabstimmung in Griechenland soll nach übereinstimmenden Berichten griechischer Medien am frühen Sonntagnachmittag die 40 Prozent übertroffen haben. Damit werde das Ergebnis des Referendums über das griechische Sparprogramm rechtskräftig sein, hieß es.

    Die Medien berufen sich auf Informationen aus dem Innenministerium. Bei Volksabstimmungen muss in Griechenland die Wahlbeteiligung bei mindestens 40 Prozent liegen. Anderenfalls hat das Ergebnis keine Wirkung. Die Wahllokale sollten um 19.00 Ortszeit (18.00 MESZ) schließen. Erste aussagekräftige Ergebnisse werden etwa zwei Stunden später erwartet.

    +++ Frankreich will auch bei einem Nein der Griechen im Referendum einen Kompromiss im Schuldenstreit suchen. Dabei wolle sich Frankreich eng mit Deutschland abstimmen, sagte Wirtschaftsminister Emmanuel Macron. Präsident Hollande werde sich sicher am Sonntag mit Bundeskanzlerin Merkel beraten, um eine gemeinsame Position auszuarbeiten, sagte Macron am Sonntag im französischen TV.

    Es gehe darum, einen guten Kompromiss zwischen den notwendigen Reformen in Griechenland und der Solidarität mit dem von der Staatspleite bedrohten EU-Land zu finden. In dieser Frage gäbe es keine Differenzen zwischen Deutschland und Frankreich. „Im Lager der Bundeskanzlerin gibt es Stimmen, die sich hart geäußert haben, doch sie selbst hat dies immer sehr vorsichtig und ausgewogen getan“, sagte der Minister.

    Joschka Fischer: "Nein" bei Referendum wäre ein "Desaster"

    +++ "Griechenland gehört zu Europa, ein 'Ja' ist ein 'Ja' zu Europa und zum Euro", sagte der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) der "Berliner Zeitung". Ein "Nein" wäre dagegen für alle "ein Desaster". Auch Fischers Vorgänger Hans-Dietrich Genscher (FDP) sagte, ein "klares pro-europäisches Votum" der Griechen könnte allen Seiten helfen.

    +++ Die Rückstellungen sollten vor allem mögliche Verluste aus Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank ausgleichen, sagte Weidmann. Noch immer hält die EZB griechische Staatspapiere im Wert von 20 Milliarden Euro. Fallen diese aus, macht sie Verluste. Das trifft auch die Bundesbank, die mit knapp einem Viertel an den Gewinnen und Verlusten der EZB beteiligt ist.

    Im Falle eines Euro-Austritts drohten viel größere Verluste. So habe Griechenland Verbindlichkeiten im internen Verrechnungssystem der Euro-Notenbanken Target von rund 110 Milliarden Euro. Einen Teil der Summe müsste die EZB wohl abschreiben. Ähnlich wäre dies bei den von der Bank of Greece ausgegeben Euro-Banknoten in Höhe von etwa 50 Milliarden Euro. Diese Belastungen könnten sogar dazu führen, dass die EZB zeitweise negatives Eigenkapital ausweisen würde. Das würde bedeuten, dass sie jahrelang ihre Gewinne zur Bilanzbereinigung nutzen müsste und nicht mehr an die nationalen Notenbanken ausschütten könnte. Die Folge: Auch die Bundesbank würde praktisch keinen Gewinn mehr machen.

    +++ Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat nach einem Bericht des „Handelsblatts“ (Montag) vor einem Ausfall der Bundesbankgewinne bei einem Euro-Austritt Griechenlands gewarnt. Die Bundesregierung müsse sich darauf einstellen, dass die Bundesbank in den kommenden Jahren nicht wie üblich einen Gewinn an die Staatskasse überweisen könne, habe Weidmann vergangenen Mittwoch bei einer Kabinettssitzung in Berlin gesagt. Dies würde in den kommenden Jahren Milliardenlöcher in die Haushaltsplanung reißen.

    Bisher habe Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble einen Bundesbank-Gewinn von jährlich 2,5 Milliarden einkalkuliert. Die Bundesbank habe zwar bereits Rückstellungen von 14,4 Milliarden Euro für die Risiken der Euro-Krise gebildet. Doch diese würden wohl im Falle eines Grexits nicht ausreichen, schrieb das Blatt.

    +++ Die Griechen haben an diesem Sonntag eine "unmögliche Wahl", sagt Christos Papadopoulos. "Tsprias, dieses Schwein, versucht uns zu erpressen." Der Rentner, der fast 30 Jahre lang in Brüssel als EU-Beamter gearbeitet hat, wirft dem Ministerpräsidenten vor mit der Zukunft des Landes zu spielen, um seine eigene politische Zukunft zu retten. Mit Wut im Bauch hat Papadopoulos bei "Nai" sein Kreuz gemacht, also beim Ja.

    Griechen-Referendum: "Wir haben Angst"

    +++ "Heute ist ein schöner Tag für Griechenland", sagt Chara Kafantari. Die Syriza-Abgeordnete hat gerade in einer Schule in Athens stickigem Arbeiterbezirk Metaxourgio ihr Kreuz bei "Ochi" gemacht, beim Nein. Sie glaubt fest an den Sieg ihres Lagers bei dem Referendum über das Gläubiger-Angebot an Griechenland. Regierungschef Alexis Tsipras werde gestärkt, und dann werde er in Brüssel einen Schuldenerlass für ihren bankrotten Staat erreichen, ist Kafantari überzeugt.

    +++ In Athen waren einige Wähler bis zur Stimmabgabe aber noch unentschieden. "Normalerweise weiß ich immer genau, wie ich wähle, aber momentan ist es so schwierig. Wir haben Angst. Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden soll", sagte eine Anhängerin der Regierungspartei Syriza.

    +++ "Ich stimme mit Nein, weil ich denke, dass das besser für das Land ist", sagte der 80-jährige Michelis vor einem Wahllokal in Athen. "Wenn wir mit Nein stimmen, nehmen sie uns ernster." Die 61-jährige frühere Journalistin Theodora sagte dagegen, sie stimme mit Ja, weil dies ein "Ja zur Europäischen Union" sei. Letzten Umfragen zufolge war das Land von elf Millionen Einwohnern praktisch gleichmäßig geteilt zwischen Anhängern des Nein und des Ja.

    +++ Bundesfinanzminister Schäuble schloss ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone nicht aus. Außenminister Steinmeier warnte jedoch vor den Folgen. „Selbst wenn wir eine solche Entwicklung finanz- und währungspolitisch bewältigen können, wäre das Signal eines Grexit an die Länder außerhalb der EU verheerend“, sagte er dem „Tagesspiegel am Sonntag“. China, Indien und die USA beobachteten genau, ob die Europäer diese Krise meisterten.

    Griechenland muss einen "schweren Weg gehen"

    +++ Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos rief die Griechen anlässlich des Referendums zur Einheit auf. „Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung werden wir den schweren Weg, der nach dem Referendum vor uns liegt, gemeinsam gehen müssen“, sagte er.

    +++ Bei der britischen Bank Barclays wollen die Finanzmarktexperten die Entwicklungen in Griechenland ab 18.00 Uhr MESZ verfolgen, wie ein Sprecher sagte. Zudem seien über das ganze Wochenende Telefonkonferenzen und Gespräche mit den Kunden geplant. Wie aus informierten Kreisen verlautete, planen auch die Experten der französischen Exane BNP Paribas um 20.15 Uhr eine Telefonkonferenz. Bei dem Finanzdienstleister Hargeaves Lansdown in London sollen die Analysten am Abend zuhause arbeiten, bevor sie Montagmorgen früh ins Büro kommen.

    +++ Banker in ganz Europa stellen sich nach dem Referendum in Griechenland am Sonntag auf eine lange Nacht ein. Bei der Deutschen Bank etwa ist gegen 22.00 Uhr eine Telefonkonferenz geplant, um über die Folgen der Volksabstimmung über die Sparvorschläge der internationalen Geldgeber zu beraten. Die Wahllokale in Griechenland schließen um 18.00 Uhr - sowohl ein "Ja" wie ein "Nein" könnte weitreichende Auswirkungen auf den europäischen Finanzmärkten haben, auch wenn die Folgen laut Experten schwer vorherzusehen sind.

    +++ Das Referendum in Griechenland ist erst die achte Volksabstimmung in dem Land seit 1920. Das Land ist außerdem bereits ein wenig aus der Übung: Zuletzt fand in Griechenland 1974 ein Referendum statt, womit zahlreiche Griechen am Sonntag zum ersten Mal überhaupt an einer solchen Abstimmung teilnehmen. Auch die politische Dimension der Abstimmung ist neu - bislang drehten sich die Referenden vor allem um Fragen der Staatsform.

    Zwischen 1920 und 1974 gab es sieben Volksabstimmungen in Griechenland, die sich beinahe alle mit dem "Dilemma Monarchie oder Republik" beschäftigten und in unruhigen Zeiten stattfanden, sagt der Politologe Ilias Nikolakopoulos. "Zum ersten Mal haben wir nun ein Referendum, das eine Frage der internationalen und nationalen Politik behandelt." Das sei "außergewöhnlich". Gut an der Abstimmung sei, dass das Volk gefragt werde. Schlecht, dass das Referendum die Gesellschaft gespalten habe.

    Wie "Koalition aus Linken und Pegida"

    +++ Regierungschef Tsipras sei ein sympathischer Mensch, sagte Martin Schulz, aber er stehe einer Regierung vor, die vergleichbar sei mit einer Koalition in Deutschland aus der Linken und Pegida: „Stellen sie sich das mal vor.“ In der griechischen Regierungspartei Syriza gebe es zudem Leute, die alles außer Kraft setzen würden, was Griechenland mit den europäischen Partnern vereinbart habe.

    +++ Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), hat der griechischen Regierung im Schuldenstreit eine Mentalität des Alles-oder-Nichts vorgeworfen. Er sei von dieser „ideologischen“ Haltung „100 Prozent von Nichts ist mehr als ein Prozent von Etwas und wer ein Prozent von Etwas nimmt, ist ein Verräter an der hehren Sache“ überrascht worden, sagte er dem Deutschlandfunk am Sonntag.

    +++ Der konservative Oppositionsführer Antonis Samaras sagte: „Wir Griechen entscheiden heute über das Schicksal unseres Landes. Wir sagen ja zu Griechenland und ja zu Europa.

    +++ Die wichtigsten Politiker des Landes gaben am Morgen ihre Stimmen ab. Ministerpräsident Tsipras  bezeichnete die Abstimmung als einen Sieg der Demokratie. „Man kann den Willen einer Regierung ignorieren, aber nicht den Willen eines Volkes“, sagte der linke Regierungschef. Er hatte dafür geworben, die Forderungen der Gläubiger abzulehnen.

    +++ In Griechenland ist am Sonntag das mit Spannung erwartete Referendum über die Reform-Vorschläge der internationalen Geldgeber ohne Zwischenfälle angelaufen. Das Ergebnis der Volksabstimmung dürfte ein wichtiges Signal für die künftige Kooperation des - von der Staatspleite bedrohten - Landes mit den internationalen Geldgebern setzen.

    Nach Umfragen wurde ein sehr knappes Ergebnis erwartet. Knapp zehn Millionen Griechen waren aufgerufen, darüber zu entscheiden, ob sie die Forderungen der Gläubiger akzeptieren oder ablehnen. Das Hilfspaket, zu dem diese Bedingungen gehören, ist allerdings am 30. Juni ausgelaufen und damit überholt. Die Athener Linksregierung hatte an die Stimmberechtigten appelliert, mit „Nein“ zu stimmen.

    Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr MESZ. Zwei bis vier Stunden später dürften aussagekräftige Ergebnisse vorliegen, wie das Presseamt der Regierung mitteilte.

    Das geschah am Samstag

    +++ Das Referendum am Sonntag über die Sparpolitik spaltet Griechenland. Die Sorgen in der Bevölkerung sind groß: Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht - und die Töne werden schriller.

    +++ Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgeworfen, schon lange für einen Austritt Griechenlands aus dem Euro zu sein. „Schon 2012 hat Herr Schäuble deutlich gemacht, dass er einen Grexit bevorzugen würde“, sagte Varoufakis der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Schuld an der Schließung der griechischen Bankfilialen gab er den Geldgebern: „Europa hat beschlossen uns zu erpressen, damit wir einen Vertrag unterschreiben, der für niemanden gut ist.“

    +++ Mit Blick auf das Referendum in Griechenland am Sonntag hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vor gravierenden Folgen eines Ausscheidens des Landes aus der Euro-Zone gewarnt. "Selbst wenn wir eine solche Entwicklung finanz- und währungspolitisch bewältigen können, wäre das Signal eines 'Grexit' an die Länder außerhalb der EU verheerend", sagte Steinmeier dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Europa würde dann "in Teilen der Welt an Ansehen verlieren und Glaubwürdigkeit einbüßen".

    Steinmeier kritisierte das Verhalten der griechischen Regierung scharf. Es sei "eine Mischung von Unerfahrenheit, Ideologie und radikaler Rhetorik, mit der die griechische Regierung Verhandlungen in die Sackgasse getrieben" habe. Dabei sei "leider auf der Strecke geblieben, was dieser Kurs für die Menschen in Griechenland bedeutet". Der Außenminister forderte die Regierung in Athen auf, nun gemeinsam mit ihren europäischen Partnern einen Weg aus der Misere zu suchen, "der Europa und die Mitgliedsländer der Euro-Zone nicht überfordert".

    +++ Vor dem Referendum über die Sparpolitik in Griechenland am Sonntag haben deutsche Politiker mit Ausnahme der Linkspartei für ein Ja zu den Vorschlägen der europäischen Geldgeber geworben. Zugleich gab es am Samstag Aufrufe zu neuen Verhandlungen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte der "Bild"-Zeitung, für ihn sei eine griechische Staatspleite schon länger absehbar gewesen.

    Sie hoffe auf ein "klares Votum für den Euro", sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. "Für Griechenland wäre es das Beste und für Europa auch." Zugleich äußerte sie ihr Unverständnis, warum die linksgeführte griechische Regierung nicht stärker "die griechischen Millionäre und Milliardäre zur Kasse bittet".

    "Griechenland gehört zu Europa, ein 'Ja' ist ein 'Ja' zu Europa und zum Euro", sagte der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) der "Berliner Zeitung". Ein "Nein" wäre dagegen für alle "ein Desaster". Auch Fischers Vorgänger Hans-Dietrich Genscher (FDP) sagte, ein "klares pro-europäisches Votum" der Griechen könnte allen Seiten helfen.

    +++ Vor dem Referendum in Griechenland versucht die italienische Regierung, die eigene Bevölkerung zu beruhigen. „Die Italiener müssen keine Angst haben“, sagte Ministerpräsident Matteo Renzi am Samstag dem Sender Tg5. Auch wenn Griechenland und Italien vor drei, vier Jahren noch beide Problemländer gewesen seien: „Jetzt ist das nicht mehr so.“ Er fügte hinzu: „Wir sind diejenigen, die versuchen, das Problem zu lösen, wir sind nicht das Problem.“

    +++ Bei einem Auftritt von CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel beim Tag der offenen Tür in der Berliner Parteizentrale haben mehrere Aktivisten gegen die Sparauflagen für Griechenland protestiert. Die Demonstranten trugen kleine Plakate mit der Aufschrift „Oxi“ - auf griechisch: „Nein“. Sie protestierten lautstark gegen die Sparpolitik. Nach wenigen Minuten wurde die kleine Gruppe von Ordnern aus dem Konrad-Adenauer-Haus geleitet. Merkel reagiert gelassen und sagte, sie stelle dem Protest ein „Nai“ entgegen - „das heißt Ja auf griechisch“, sagte die Kanzlerin.

    +++ Der Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, hat vor einer „humanitären Katastrophe“ in dem Land gewarnt. Sollten die Griechen am Sonntag das Sparpaket ablehnen, werde das Wirtschaftsleben dort zum Stillstand kommen, sagte Weber am Samstag vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Dies hätte auch Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras spiele mit dem Feuer.

    +++ Einen Tag vor dem Referendum in Griechenland über die Forderungen der internationalen Geldgeber hat der griechischen Finanzminister Giannis Varoufakis den Gläubigern "Terrorismus" vorgeworfen. "Was sie mit Griechenland machen, hat einen Namen - Terrorismus", sagte Varoufakis der spanischen Zeitung "El Mundo" vom Samstag. "Was Brüssel und die Troika heute wollen, ist, dass das 'Ja' gewinnt, damit sie die Griechen weiter erniedrigen können", sagte er mit Blick auf die Volksabstimmung am Sonntag.

    "Warum haben sie uns gezwungen, die Banken zu schließen? Um Angst unter den Leuten zu schüren", sagte der Minister. "Und wenn es darum geht, Angst zu verbreiten, dann nennt man dieses Phänomen Terrorismus."

    Varoufakis dementierte auch einen Zeitungsbericht über eine mögliche Zwangsabgabe für Kontoinhaber zur Stützung der griechischen Banken. Bei dem Bericht handle es sich um ein "böswilliges Gerücht", das der Chef der griechischen Bankenverbands bereits am Freitagmorgen dementiert habe, erklärte Varoufakis über den Kurzbotschaftendienst Twitter.

    +++ Das Foto eines älteren griechischen Mannes, der weinend vor einer Bank in Thessaloniki sitzt, hat in den sozialen Netzwerken am Freitag für Aufsehen gesorgt - es zeigt die ganz persönliche Seite des griechischen Finanzdramas. Bei dem Mann handelt es sich um den 77-jährigen Rentner Giorgos Chatzifotiadis. Der Nachrichtenagentur AFP berichtete er, wie er bereits zuvor bei drei Banken gewesen sei, um für seine kranke Frau wenigstens einen Teil der Rente zu ergattern. Doch fand er sich stets vor verschlossenen Türen wieder.

    +++ Die Regierung und die Banken in Griechenland sind Befürchtungen entgegengetreten, dass aufgrund der dramatischen Finanzkrise des Landes Bankguthaben gekürzt werden könnten. „Solche Pläne gibt es absolut nicht“, sagte die Präsidentin des griechischen Bankenverbandes, Louka Katseli, dem TV-Sender Skai am Samstag.

    +++ Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat vor Zehntausenden Anhängern für eine Ablehnung der internationalen Sparvorgaben beim bevorstehenden Referendum geworben. „Am Sonntag werden wir nicht nur einfach über unseren Verbleib in Europa entscheiden, sondern über die Frage, ob wir mit Würde in Europa bleiben“, sagte Tsipras am Freitagabend bei einer Kundgebung auf dem Syntagma-Platz. An der Kundgebung beteiligten sich nach Schätzungen etwa 30 000 Menschen.

    +++Ebenfalls in Athen kamen die Befürworter des Sparprogrammes zusammen. Etwa 20 000 Regierungsgegner sprachen sich dafür aus, auf die Forderungen der internationalen Geldgeber einzugehen, um die drohende Staatspleite des Euro-Krisenlandes zu verhindern.

    +++ Das griechische Referendum über den Spar- und Reformkurs kann am Sonntag wie geplant stattfinden. Das höchste Verwaltungsgericht des Landes, der Staatsrat,wies am Freitag die Klagen gegen die Volksabstimmung ab. Zwei Bürger - ein Ingenieur und ein Jurist - hatten vergangene Woche gegen das Referendum geklagt.

    +++ Regierungschef Alexis Tsipras hat die Forderung an die internationalen Geldgeber nach einem Schuldenschnitt erneuert. Die Verbindlichkeiten sollten um 30 Prozent reduziert werden, zudem verlangte der Linkspolitiker für den übrigen Schuldendienst eine "Gnadenfrist von 20 Jahren". Die griechischen Staatsschulden haben derzeit ein Volumen von rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

    +++ Nach dem Ende Juni ausgelaufenen zweiten Rettungspaket für Griechenland erhält Deutschland einen Teil der ungenutzten Hilfs-Milliarden zurück. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kann knapp eine Milliarde Euro zusätzlich verbuchen, bestätigte das Finanzministerium am Freitag einen Bericht des Magazins „Focus“.

    +++ Alexis Tspiras sieht in dem Referendum zum Sparkurs seines Landes keine Entscheidung über einen Abschied aus der Eurozone. Bei der Volksabstimmung am Sonntag gehe es vielmehr um die Frage, ob sein Volk weiter verarme und verelende, sagte Tsipras am Freitag. Die Griechen würden am Sonntag ihre Zukunft in die „eigene Hand nehmen“ und gegen die Sparprogramme der Gläubiger stimmen. „Ein Nein bedeutet nicht den Abbruch, sondern die Fortsetzung der Verhandlungen“, versicherte Tsipras seinen Landsleuten.

    +++ Zwei Tage vor dem Referendum in Griechenland hat der Euro-Rettungsfonds das Land am Freitag für insolvent erklärt. Es sei offiziell Zahlungsausfall festgestellt worden, erklärte die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF). Allerdings sei entschieden worden, von Athen "nicht die unmittelbare Rückzahlung von Krediten zu verlangen".

    +++EU-Kommissionspräsident Jean Claude-Juncker spricht vor dem Referendum am Sonntag eine Warnung in Richtung Griechenland aus: "Wenn die Griechen mit Nein stimmen, wird die griechische Verhandlungsposition dramatisch schwach sein." Denn nach dem Ablauf des Hilfsprogrammes gibt es derzeit keine Verhandlungen. "Selbst im Fall eines Ja-Votums stehen wir vor schwierigen Verhandlungen", ergänzt der EU-Mann. 

    +++ Die häufig diskutierte Parallelwährung wird es laut EZB-Rat Ewald Nowotny nicht geben. "Wenn ein Land im Euro ist, ist die Währung dieses Landes der Euro", stellte Österreichs Notenbankgouverneur am Freitag in Wien klar. Solange Griechenland Mitglied des Systems der Europäischen Zentralbank (EZB) sei, „gilt das Monopol der EZB. Jedes Geld, das außerhalb dieses Geldmonopols erzeugt würde, ist rechtlich gesehen Falschgeld."

    +++ Die Regierung in Athen hat sich zum Euro-Referendum gezwungen gesehen, weil das von den Geldgebern geforderte Sparprogramm aus ihrer Sicht keine Chancen auf eine Parlamentsmehrheit gehabt hätte. Dies sagte der stellvertretende Außenminister und Chefvermittler Euklides Tsakalotos am Freitag im griechischen Fernsehen Skai. „Meiner Ansicht nach würde es nicht durch das Parlament kommen“, sagte er. Dann hätten vorgezogene Wahlen stattfinden müssen, die die Situation „noch schwieriger machen“ würden.

    Schnelle Ergebnisse und knappe Abstimmung erwartet

    +++ Der Reisekonzern Tui trennt sich von seinen Anteilen an der griechischen Hotelkette Grecotel. Die 50-prozentige Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen wurde vor einigen Wochen an den griechischen Partner, die Familie Daskalantonakis, verkauft, wie ein Sprecher am Freitag sagte. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Ausstieg habe nichts mit der aktuellen politischen Lage in Griechenland zu tun, betonte der Sprecher.

    +++ Das Ergebnis des Referendums dürfte am Sonntag schnell vorliegen. Griechische Nachrichtensender berichteten am Freitag übereinstimmend, aussagekräftige Ergebnisse dürften etwa zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale gegen 20.00 Uhr MEZ vorliegen. Bis dahin sollen rund 20 Prozent der Stimmen ausgezählt sein. Umfragen deuten weiter auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin.

    +++ Wie EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio mitteilte, ist der Ausgang des Referendums auch für das weitere Verhalten der Europäischen Zentralbank entscheidend. "Wir müssen die Aussichten für eine Einigung mit Griechenland und seinen Gläubigern bewerten", denn eine Ablehnung der bisherigen Vorschläge der Gläubiger durch die Wähler würde eine Einigung mit den Gläubigern schwieriger machen.

    +++ Noch vor der Abstimmung in Griechenland reist die Linke-Parteispitze um Parteichef Bernd Riexinger, Fraktionschef Gregor Gysi und Klaus Ernst nach Athen, um sich über die Pläne der griechischen Regierung zu informieren. Grund dafür ist die enge Beziehung, die die Links-Partei zur Regierungspartei Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras unterhält. 

    +++ Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, hat erneut den Kurs von Ministerpräsident Alexis Tsipras heftig attackiert. „Tsipras ist unberechenbar und manipuliert die Menschen in Griechenland, das hat fast demagogische Züge“, sagte Schulz in einem Interview des „Handelsblattes“. Tsipras versuche zudem, die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen den Geldgebern zuzuschieben. „Jetzt gibt es eigentlich keine Gesprächsgrundlage mehr.“ Für Schulz ist ein Rücktritt von Tsipras eigentlich unumgänglich.

    +++ Die Mehrheit der Deutschen steht hinter dem Kurs der EU in der Griechenland-Krise. Nur zehn Prozent sind laut ZDF-"Politbarometer" für weitere Zugeständnisse, die große Mehrheit von 85 Prozent der Deutschen hätte das als falsch angesehen.

    +++ Neuesten Umfragen zufolge wird es beim Referendum in Griechenland zu einer äußerst knappen Entscheidung kommen. 44,8 Prozent der Befragten würden für „Ja“ und damit für eine Zustimmung zu den unlängst von den internationalen Gläubigern vorgeschlagenen Reformmaßnahmen stimmen. 43,4 Prozent wären dagegen. 11,8 Prozent der Befragten hatten sich laut der Umfrage noch nicht entschieden.

    Varoufakis: "Es wird eine Einigung erzielt!"

    +++ Da immer wieder Gerüchte aufkommen, dass die Wahlzettel beim Referendum Griechenlands für die Bürger völlig unverständlich wären, hier der Wahlzettel des Volksentscheids im Wortlaut.

    +++ Finanzminister Giannis Varoufakis ist nach wie vor von einer Einigung mit den internationalen Gläubigern überzeugt. "Eine Einigung wird erzielt, egal ob an den Urnen ein 'Ja' oder ein 'Nein' herauskommt", sagte der linksgerichtete Politiker im Interview mit dem britischen Sender BBC.

    +++ Die internationalen Gläubiger haben ihren Druck auf Griechenland erhöht, denn der Internationalen Währungsfonds (IWF) hat in einer Analyse festgestellt, dass Griechenland bis 2018 50 Milliarden Euro an Finanzhilfen benötigt.

    +++ "Ja" oder "Nein" beim Referendum? In Athen werden die Griechen am Freitag schon einmal mit den Füßen abstimmen. Zu zwei Kundgebungen in der Athener Innenstadt werden tausende Menschen erwartet.  

    +++ Der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz hofft, dass es nach der Volksabstimmung in Griechenland zu einem Rücktritt der Regierung Tsipras und zu Neuwahlen kommt. „Neuwahlen wären zwingend, wenn die griechische Bevölkerung für das Reformprogramm und damit den Verbleib in der Euro-Zone stimmt und Tsipras folgerichtig zurücktritt“, sagte Schulz dem „Handelsblatt“.

    +++ EU-Währungskommissar Pierre Moscovici rief die Griechen auf, „Ja“ zum Sparkurs zu sagen. „Wir müssen die Gespräche mit Griechenland einen Tag nach dem Referendum wieder aufnehmen“, sagte er am Donnerstag in Brüssel. bei einem "Nein" wäre das viel komplizierter, mahnte er. Athen brauche aber weitere internationale Hilfe: „Griechenlands Finanzbedarf wird ja nicht verschwinden.“

    „Es wäre falsch anzunehmen, dass ein Nein die griechische Verhandlungsposition stärken würde“, sagte Valdis Dombrovskis, der für Wirtschaft und Währung zuständige EU-Kommissions-Vizepräsident der „Welt“. „Das Gegenteil ist der Fall.“

    +++ Auch am Freitagmorgen dreht sich alles um das geplante Referendum in Griechenland: Werden die Griechen "Ja" sagen zu den Sparforderungen der Geldgeber? Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras wünscht sich ein „Nein“. Aber: Ob das umstrittene Referendum überhaupt wie geplant am Sonntag stattfindet, will Griechenlands Staatsrat - das oberste Verwaltungsgericht des Landes - an diesem Freitag entscheiden. 

    Die Ereignisse vom Donnerstag: "Ja" oder "Nein" - wie stimmen die Griechen beim Referendum?

    +++ Griechenland benötigt nach einer vorläufigen Einschätzung aus dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bis Ende 2018 rund 36 Milliarden Euro an frischem Geld aus der Eurozone. Insgesamt liege der zusätzliche Finanzbedarf sogar bei rund 52 Milliarden Euro, heißt es in einem ersten IWF-Entwurf über eine Bewertung der Schuldentragfähigkeit des Landes.

    +++ Die wesentliche Verantwortung für die jüngste Eskalation der Griechenland-Krise sehen einer Umfrage zufolge mehr als zwei Drittel der Deutschen bei der griechischen Regierung. Während 68 Prozent der Bundesbürger laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" die Hauptverantwortung bei der Regierung von Alexis Tsipras sehen, machen nur vier Prozent die anderen Euro-Länder dafür verantwortlich. Ein Viertel der Befragten (24 Prozent) sieht demnach die Verantwortung bei beiden gleichermaßen.

    +++ Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat die Möglichkeit eines Ausscheidens der Griechen aus der Eurozone ins Spiel gebracht, sollten die Bürger des Landes bei dem Referendum gegen die Sparforderungen stimmen. Bei einer „Nein“-Stimme gebe es nicht nur keine Basis für ein neues Hilfsprogramm, „sondern dann ist es sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Eurozone gibt“, sagte er am Donnerstag im Parlament in Den Haag.

    „Das ist die fundamentale Frage, um die es tatsächlich geht.“ Ein Ausstieg eines Landes aus dem Euro („Grexit“) ist rechtlich allerdings nicht vorgesehen. Dijsselbloem sprach von einer „äußerst ernsten“ Lage.

    +++ Griechenlands Staatschef Prokopis Pavlopoulos hat einen für nächsten Dienstag geplanten Besuch bei Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin abgesagt. Einen entsprechenden Bericht von Spiegel Online bestätigte am Donnerstag das Bundespräsidialamt. Über die genauen Gründe war zunächst nichts zu erfahren.

    Spekuliert wurde, dass Pavlopoulos vor dem Hintergrund der drohenden Staatspleite seines Landes und dem für Sonntag geplanten Referendum Griechenland nicht verlassen will.

    Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis.

    +++ Griechenlands Finanzminister Varoufakis hat einen Rücktritt der Regierung in Athen für den Fall nicht ausgeschlossen, dass die Befürworter der Gläubigerpläne bei der Abstimmung am kommenden Sonntag siegen. Dem australischen Rundfunksender ABC sagte Varoufakis am Donnerstag: "Ja, wir könnten das sehr wohl tun. Aber wir werden das im Geist der Zusammenarbeit mit jedwedem tun, der von uns übernimmt."

    Varoufakis ergänzte: "Wir glauben, dass die Entscheidung des Volkes respektiert werden muss." Über seine eigene Situation sagte Varoufakis dem Sender Bloomberg TV, dass er "nicht mehr" Finanzminister sein werde, wenn die Griechen mehrheitlich mit Ja stimmen. Er gehe jedoch davon aus, dass die Griechen die Vorschläge der Gläubiger ablehnen werden. Auf die Frage, ob er einer Vereinbarung ohne Schuldenerlass zustimmen würde, sagte er: "Ich würde mir lieber den Arm abschneiden."

    Die griechische Regierung wirbt massiv für ein Nein zu den Gläubigervorschlägen. Laut einer Umfrage liegen die Nein-Sager aktuell mit 46 Prozent vor den Befürwortern des Gläubiger-Angebots mit 37 Prozent. 17 Prozent der Befragten waren noch unentschieden.

    Merkel soll schon 2011 nicht an Griechenland-Rettung geglaubt haben

    +++ Was hat die Griechenland-Krise mit Wikileaks zu tun? Laut der Süddeutschen Zeitung dokumentieren die neuen Unterlagen auch die Zusammenfassung eines Gesprächs, das Kanzlerin Merkel im Oktober 2011 mit einer Vertrauten im Kanzleramt über die damaligen Verhandlungen der EU zu Griechenland führte. Laut der Bild-Zeitung  soll Merkel damals bereits Zweifel geäußert haben, dass Griechenland seine Probleme überwinden könne, weil es die übriggebliebenen Schulden nicht bewältigen könne.

    +++ Griechische Rentner, die kein Geld aus Bankautomaten ziehen können, bekamen in den Filialen maximal 120 Euro Rente ausgezahlt. Dieser Betrag sollte für eine Woche reichen. Zugleich verkündete Tsipras in seiner Fernsehansprache: „Die Renten und Gehälter sind sicher.“

    +++ Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt forderte von der Regierung in Athen klare Entscheidungen zu Rüstung, Reichen und orthodoxer Kirche in Griechenland. „Mich nervt die Weigerung, Reformen anzugehen, die für eine linke Regierung selbstverständlich sein müssten“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag).

    +++ Im Streit mit den internationalen Gläubigern hat die linksgerichtete griechische Regierung Rückendeckung von der argentinischen Staatschefin Cristina Kirchner bekommen, deren Land 2001 in die Pleite gestürzt war. "Das, was das griechische Volk durchmacht, ist genau das Gleiche, was wir Argentinier 2001 durchgemacht haben: das Drama der schrecklichen, neoliberalen Politik der ständigen Anpassungen, die Elend, Hunger und Arbeitslosigkeit nach sich ziehen", sagte Kirchner in Buenos Aires.

    +++ Zur Erinnerung: Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras rief seine Landsleute unterdessen auf, die Sparforderungen der Geldgeber abzulehnen. Das „Nein“ solle den Druck bei neuen Verhandlungen erhöhen. Den Europartnern hatte Tsipras zuvor hingegen geschrieben, er sei grundsätzlich bereit, ihre wichtigsten Bedingungen zu erfüllen. Dazu hatte gehört, doch noch für ein „Ja“ beim Referendum einzutreten.

    Finanzminister vertagen Entscheidung - die Ereignisse vom Mittwoch

    +++ Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis sagte im griechischen Fernsehen, er erwarte eine Einigung mit den Gläubigern kurz nach dem Referendum. "Griechenland ist im Euro und wird es bleiben", sagte er. Laut einer Umfrage vom Mittwoch liegen die Nein-Sager mit 46 Prozent derzeit vor den Befürwortern des Gläubiger-Angebots mit 37 Prozent. 17 Prozent der Befragten waren noch unentschieden.

    +++ Angesichts der "Nein"-Empfehlung gebe es vor dem Referendum "keine Grundlage für weitere Gespräche" in den kommenden Tagen, erklärte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem nach einer Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister. Vorschläge von Tsipras für Nachbesserungen an den Spar- und Reformforderungen der Gläubiger-Institutionen wurden Dijsselbloem zufolge vorerst "einfach zur Kenntnis genommen".

    +++ Das Referendum der Griechen über die Sparforderungen ihrer Geldgeber wird zu einem entscheidenden Faktor im Schuldenstreit mit der EU. Die Euro-Finanzminister vertagten weitere Beratungen am Mittwoch auf die Zeit nach der Volksabstimmung am Sonntag. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärten, vor weiteren Schritten in der Griechenland-Krise müsse man das Votum abwarten.

    +++ Die Ratingagentur Moody's in London stufte die Bonität Griechenlands am Mittwoch von „Caa2“ auf „Caa3“ herab. Wie die Agentur zudem mitteilte, sei eine weitere Herabstufung angesichts des Schuldendramas kurzfristig möglich. Erst zu Wochenanfang hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die angekündigte Volksabstimmung mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands um eine Stufe auf „CCC-“ quittiert.

    +++ Die griechische Regierung hat außer beim IWF auch bei der eigenen Zentralbank fällige Schulden nicht zurückgezahlt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Notenbankkreisen, die damit einen Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ bestätigten. Demnach wurde ein fälliger Kredit im Umfang von 470 Millionen nicht beglichen.

    +++ Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Lagarde, der linksgerichteten Regierung in Athen indirekt Unvernunft vorgeworfen. "Angesichts des Maßes an Unsicherheit, Verwirrung und ständiger Bewegung" sei "ein bisschen mehr Erwachsensein erforderlich", sagte Lagarde am Mittwoch dem US-Fernsehsender CNN. Dass Griechenland gegenüber dem IWF in Zahlungsverzug geraten sei, sei "eindeutig keine gute Entwicklung". Schließlich hindere dies den Fonds derzeit daran, Griechenland weitere Hilfen zukommen zu lassen. Laut Lagarde sind die IWF-Mitgliedstaaten gegen eine Sonderbehandlung für Griechenland.

    +++ Scheitert das griechische Referendum in letzter Minute noch auf juristischem Weg? Griechenlands Staatsrat, das höchste Verwaltungsgericht des Landes, will darüber entscheiden, ob die geplante Volksabstimmung über den Spar- und Reformkurs rechtmäßig ist.  Zwei Bürger - ein Ingenieur und ein Jurist - haben gegen das Referendum geklagt, mit der Begründung, dass die Volksabstimmung nicht den - in der Verfassung vorgeschriebenen - Anforderungen entspreche. Der Staatsrat will am Freitag in einer Sondersitzung über die Klage entscheiden.

    +++ Vor der Tsipras-Rede im TV war spekuliert worden, die griechische Regierung könnte das für Sonntag geplante Referendum möglicherweise zur Disposition stellen. Tsipras hatte sich in einem einen neuen Brief an die Geldgeber bereit erklärt, die vorrangigen Bedingungen der Gläubiger grundsätzlich zu erfüllen. Zu den früher gestellten Bedingungen der Europartner zählte allerdings auch die Aufforderung an Tsipras, er möge den Griechen ein „Ja“ zu neuen Spar- und Reformplänen empfehlen.

    Tsipras ruft Volk zu einem "Nein" bei Referendum auf

    +++ Wörtlich sagte Tsipras im TV: „Gleichzeitig fordere ich Sie auf, zu den europäischen Rezepten „Nein“ zu sagen.“

    +++ Das Hin und Her geht weiter: Die griechische Regierung hält an der geplanten Volksabstimmung über den Spar- und Reformkurs fest - und bleibt auch bei ihrer Empfehlung an die Griechen, mit „Nein“ zu stimmen. Ministerpräsident Tsipras sagte am Mittwoch in einer Fernsehansprache, ein „Nein“ der Griechen bei der Volksabstimmung bedeute kein Ausscheiden aus der EU. Zuvor war spekuliert worden, die griechische Regierung könnte das für Sonntag geplante Referendum möglicherweise zur Disposition stellen oder doch eine Zustimmung empfehlen. „Auch andere Länder haben Volksabstimmungen abgehalten“, sagte Tsipras. „Die griechische Regierung wird auch am Montag hier sein.“ Der Syriza-Politiker fügte mit Blick auf die schwierige Finanzlage an: „Die Renten und Gehälter sind sicher.“ Er dankte dem griechischen Volk zudem für seine Ruhe und Besonnenheit.

    +++ Anders als Angela Merkel will Frankreichs Präsident François Hollande eine schnelle Einigung. „Man muss deutlich sein, die Einigung brauchen wir sofort“, sagte er am Mittwoch in Lyon. Sie könne nicht mehr aufgeschoben werden. „Wir sprechen jetzt schon solange über diese Verständigung, nun muss sie kommen.“

    „Als Europäer will ich keinen Zerfall der Eurozone“, sagte Hollande. „Ich denke, wir müssen immer die Einigung, die Verhandlung, die Vernunft suchen.“ Er betonte erneut, dass für Frankreich kein größeres Risiko bestehe.

    Gysi fordert von Merkel Kompromissbereitschaft in Griechenland-Frage

    +++ Linksfraktionschef Gregor Gysi rief Merkel zur Kompromissbereitschaft auf. „Sie tragen in diesen Tagen eine gewaltige historische Verantwortung. Finden sie in letzter Sekunde noch eine Lösung“, appellierte Gysi an die Regierungschefin.

    +++ Merkel erklärte weiter, entscheidend in Europa sei die Fähigkeit zum Kompromiss. Dafür gebe es aber Grenzen. „Ein guter Europäer ist nicht der, der eine Einigung um jeden Preis sucht“, sagte die Kanzlerin. „Ich will nicht, dass wir irgendwie durch die Krise kommen,“ betonte sie. „Ich will, dass Europa stärker aus der Krise herauskommt.“

    +++ Die Bundeskanzlerin wandte sich auch an die griechische Bevölkerung: „Sie sind ein stolzes Volk und haben harte, sehr harte Tage zu bewältigen“, sagte sie. Eine Referendum sei das legitime Recht Griechenlands. Aber die anderen 18 Euroländer hätten ebenso das Recht, ihre Haltung dazu festzulegen.

    +++ Kanzlerin Merkel hat eine Einigung um jeden Preis abgelehnt. Vor dem für Sonntag geplanten Referendum werde es keine Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm geben, sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag in Berlin. Katastrophale Konsequenzen einer Staatspleite befürchte sie nicht: „Europa ist stark. Viel stärker, als vor fünf Jahren.“ Griechenland habe die Gespräche mit den Partnern einseitig beendet und sei seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen.

    Papst solidarisch mit griechischem Volk

    +++ Auch Papst Franziskus  hat sich solidarisch mit den Menschen in Griechenland gezeigt. Die Nachrichten seien Besorgnis erregend, was die wirtschaftliche und soziale Lage angehe, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwoch. Der Papst denke besonders an die "vielen Familien, die schwer von der menschlichen und sozialen Krise getroffen wurden". Zugleich mahnte der Vatikan, die menschliche Würde müsse "im Zentrum jeder politischen und technischen Debatte" bleiben, auch wenn Entscheidungen getroffen würden.

    +++ Was passiert eigentlich, wenn Griechenland pleite geht? Das lesen Sie hier.

    Wutrede: Schäuble ist sauer auf Tsipras

    +++ Wolfgang Schäuble sieht keine Vertrauensbasis mit griechischer Regierung. Er hat die Staatsspitze in Athen davor gewarnt, "die Glaubwürdigkeit des europäischen Projekts" zu zerstören. "In dieser Situation ein solches Hin und Her zu machen, ist ohne jeden Sinn und Verstand", kritisierte Schäuble am Mittwoch im Bundestag in einer Debatte über die aktuelle Lage des vom Staatsbankrott bedrohten Landes das Vorgehen der griechischen Regierung. Es werde "außergewöhnlich schwierig" sein, eine Lösung für die Probleme des Landes zu finden.

    Die entscheidende Voraussetzung dafür sowie für eine Stärkung der europäischen Währungsunion sei ein "Mindestmaß an Vertrauen", sagte Schäuble. Das gebe es aber nicht, wenn ein Partner weder Reformen umsetze noch sich an Abmachungen halte.

    +++ Scharfe Kritik richtete Gabriel im Bundestag auch an die Linkspartei, welche die griechische Syriza-Regierung unterstützt. "Unsere Leute haften für die Untätigkeit Ihrer politischen Freunde in Griechenland", sagte Gabriel an die Linksfraktion gerichtet. Täglich fließe derzeit eine Milliarde Euro aus Griechenland ab - Geld, das von der Europäischen Zentralbank stamme und für das unter anderem der deutsche Steuerzahler hafte. "Die angeblich linke Regierung lässt es zu, dass die Wohlhabenden das Geld außer Landes schaffen."

    Sigmar Gabriel zur Griechenland-Krise: Regierung agiert "rücksichtslos"

    +++ Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel richtet deutliche Kritik an die griechische Regierung: Sie verfolge rücksichtslos nationalstaatliche Interessen und stelle diese vor jene der Gemeinschaft. Die Linksregierung betreibe eine Politik "auf Kosten der anderen", sagte Gabriel am Mittwoch in einer Bundestagsdebatte. Zu den europäischen Prinzipien zähle, dass "jeder Anspruch auf Hilfe" habe. Jeder müsse aber "im eigenen Land dafür sorgen, diese Unterstützung nicht dauerhaft zu benötigen", sagte Gabriel.

    "Solidarität ist ein alter Begriff der Arbeiterbewegung in Europa", sagte der SPD-Chef weiter. Gemeint sei damit "verantwortungsvolles Handeln für sich selbst und für die anderen". Der Konflikt mit der griechischen Regierung bestehe darin, dass sie sich diesem Verständnis von Solidarität verweigere. Europa dürfe sich aber nicht erpressen lassen, sonst wäre das "ein Symbol für die, die Europa zum Gegner erklärt haben, ein Fanal für die Europagegner ganz rechts draußen".

    +++ Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter hat die Bundesregierung aufgefordert, Griechenland ein faires Angebot zur Überwindung der Schuldenkrise zu machen. Mit dem Austritt Athens aus der Eurozone zu spekulieren, sei „absolut unverantwortlich“, sagte Hofreiter am Mittwoch im Bundestag. „Der Grexit wird kein Ende mit Schrecken, sondern der Anfang von neuem Schrecken.“

    Stattdessen forderte Hofreiter eine Umschuldung Griechenlands. Nur so habe das Land eine Chance, wirtschaftlich auf die Beine zu kommen und Deutschland wenigstens einen Teil seiner Kredite zurückzuzahlen.

    +++ Die EU-Kommission reagiert zurückhaltend auf die jüngsten Sparzusagen des griechischen Premiers Tsipras. „Wir sind in einer neuen Lage“, sagte Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel mit Blick auf das in der Nacht ausgelaufene Hilfsprogramm für Athen.

    Die wirtschaftliche Situation Griechenlands habe sich erheblich verschlechtert. Seit Montag sind die Banken geschlossen. Es werde jetzt nicht mehr über die Verlängerung des alten Rettungsplans gesprochen, sondern über ein Zwei-Jahres-Programm des Eurorettungsschirms ESM.

    +++ Athen könne nicht einfach die Zeit zurückzudrehen, sagte Schäuble. Es liege jetzt an Griechenland, endlich zu sagen, was es wolle. Die Euro-Finanzminister würden die Tür für Verhandlungen offenhalten. Mögliche neue Hilfen müssten aus dem dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM kommen. Beim ESM seien die Voraussetzungen aber „ziemlich andere“, erklärte Schäuble. Athen will aus dem ESM rund 29 Milliarden Euro haben.

    Schäuble hat Mitleid mit den Griechen

    +++ Schäuble sagte weiter zu Tsipras' Schreiben: „Der hat auch nicht mehr Klarheit geschafft“, sagte Schäuble. Die Ankündigungen aus Athen reichten für „seriöse Maßnahmen“ nicht aus. Mit Blick auf das Vorgehen der Syriza-Regierung erklärte er: „Es ist alles todtraurig. Mir tun die Menschen in Griechenland leid.“

    +++ Das jüngste Tsipras-Schreiben lässt Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) kalt. Der zweite Brief des griechischen Premiers Alexis Tsipras schaffe keine Klarheit. Das letzte Angebot der Geldgeber und das zweite Hilfsprogramm seien seit Mitternacht hinfällig: „Was abzulehnen, was anzunehmen, ist nicht mehr existent“, sagte Schäuble am Mittwoch in Berlin mit Blick auf das Schreiben aus Athen. Es sei eine völlig neue Situation eingetreten, auch weil Griechenland die fällige IWF-Rate nicht gezahlt habe und „wir damit nach den IWF-Regeln einen Default (Zahlungsausfall) haben“.

    +++ Alexis Tsipras ist laut „Financial Times“ grundsätzlich bereit, die meisten Bedingungen der Geldgeber zu erfüllen. Das berichtete die britische Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf einen neuen Brief von Tsipras an die Spitzen von EU-Kommission, EZB und IWF. Demnach wolle Athen die Auflagen bis auf eine Handvoll geringer Änderungen akzeptieren. Die „FT“ beruft sich bei ihrer Berichterstattung auf ein Schreiben aus dem Büro von Ministerpräsident Tsipras.

    +++ Die starken Kursschwankungen wegen des Griechenland-Dramas verleiden so manchem Unternehmen den Gang an die Börse. Hier lesen Sie mehr zu dem Thema.

    +++ Eine knappe Mehrheit der Griechen will laut einer Umfrage bei der Volksabstimmung am Sonntag gegen das Sparprogramm der Geldgeber stimmen. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage im Auftrag der linksgerichteten Zeitung „Efimerida ton Syntakton“. Demnach gaben 46 Prozent der Befragten an, mit „Nein“ stimmen zu wollen, 37 Prozent befürworteten hingegen die Vorschläge der Gläubiger.

    +++ Nach dem schwachen Wochenbeginn wegen der Eskalation der Schuldenkrise in Griechenland hat der Dax am Mittwoch einen Erholungsversuch gestartet. Im frühen Handel verbesserte sich der deutsche Leitindex um 0,80 Prozent auf 11 032,92 Punkte. Die Anleger bleiben trotz der steigenden kurse angespannt. Der Ausfall der in der Nacht fällig gewordenen Kreditrate an den IWF war erwartet worden und zog die Börse damit nicht weiter runter. Unmittelbare Konsequenzen hat der Ausfall ohnehin nicht.

    Banken in Griechenland für Rentner geöffnet

    +++ Die Banken in Griechenland haben am Mittwoch für Rentner geöffnet. Seit dem frühen Morgen standen zahlreiche Pensionäre Schlange, um an Bargeld zu kommen. Die Banken hatten diese Ausnahme ermöglicht, da viele Rentner keine EC- oder Kreditkarten haben und somit in den vergangenen Tagen an den Automaten kein Bargeld abheben konnten. Im ganzen Land öffneten rund 1000 Filialen, wie griechische Medien berichteten. Sie sollen demnach auch am Donnerstag und am Freitag offen sein.

    +++ Mit Blick auf das bevorstehende Referendum in Griechenland über die Forderungen der Gläubiger hat ein breites Bündnis griechischer Verbände eine Kampagne zum Verbleib des Landes in der EU gestartet. Der Bund der griechischen Tourismusindustrie (Sete) teilte am Mittwoch mit, als ein Gründungsmitglied der Kampagne fordere er die griechische Bevölkerung auf, bei dem für kommenden Sonntag geplanten Referendum mit "Ja" zu stimmen.

    Dem Bund Sete gehören demnach 14 nationale Verbände aus der Touristik an, darunter Hotels, Anbieter von Ferienwohnungen, Reisebüros, Fluggesellschaften, Fähr- und Kreuzfahrtunternehmen sowie andere Einzelunternehmen aus der Tourismuswirtschaft. Insgesamt vertritt Sete nach eigenen Angaben mehr als 50.000 Unternehmen mit mehr als 400.000 Beschäftigten.

    Griechenland-Telefonkonferenz der Finanzminister verschoben

    +++ Die Euro-Finanzminister haben ihre Telefonkonferenz zur Schuldenkrise auf den Nachmittag verschoben. Die Minister werden nicht wie geplant um 11.30 Uhr über die jüngsten Vorschläge aus Athen beraten, sondern erst um 17.30 Uhr. Das ließ Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Mittwoch seinen Sprecher auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilen. Die Telefonkonferenz werde auf Anfrage mehrerer Minister verschoben, hieß es in dem Tweet von Michel Reijns, den Dijsselbloem auf Twitter weiterverbreitete.

    +++ Frankreich will noch vor der Volksabstimmung am Sonntag einen Durchbruch im Schuldenstreit mit Athen erreichen. „Das Ziel ist es, falls möglich noch vor dem Referendum eine Einigung zu finden“, sagte Finanzminister Michel Sapin am Mittwochmorgen dem Sender RTL. Frankreich werde bis zur letzten Minute um eine Lösung ringen. „Die Hypothese einer Einigung existiert, und das ist schon viel“, erklärte der Sozialist.

    +++ Neue Runde im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Geldgebern: Die Finanzminister der Eurogruppe wollen am Mittwochvormittag (11.30 Uhr) erneut über die verfahrene Lage in dem pleitebedrohten Krisenland sprechen. EU-Diplomaten erwarten neue Spar- und Reformvorschläge der Regierung in Athen.

    +++ Griechenland hat nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine fällige Kreditrate in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro nicht pünktlich zurückgezahlt. Das Geld sei am Dienstag nicht beim IWF eingegangen, teilte IWF-Sprecher Gerry Rice in Washington mit. Die griechische Regierung hatte den Ausfall der Zahlung angekündigt. Griechenland ist das erste entwickelte Land, das seine IWF-Schulden nicht fristgerecht zurückzahlt. Bisher waren verarmte afrikanische Entwicklungsländer oder Schwellenländer wie etwa Argentinien zahlungssäumig.

    Das geschah am Dienstag

    +++ Die griechische Regierung hat den Internationalen Währungsfonds (IWF) um eine Verlängerung der Frist für die fällige Rückzahlung von Krediten gebeten. Der auch für Wirtschaft und Finanzen zuständige Vize-Regierungschef Giannis Dragasakis sagte am Dienstagabend im griechischen Fernsehen, die Regierung habe um eine Fristverlängerung bis November gebeten. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte eine "Gnadenfrist" für Athen allerdings bereits klar ausgeschlossen.

    +++ Die Finanzminister der Eurozone haben ihre Telefonkonferenz zur Griechenland-Krise beendet. Wie ein griechischer Regierungsvertreter am Dienstagabend mitteilte, werden die Gespräche am Mittwochvormittag fortgesetzt. Der slowakische Finanzminister Peter Kazimir schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, eine Verlängerung des bisherigen griechischen Hilfsprogramms über Dienstag hinaus sei nicht möglich.

    Obama: Griechenland-Krise ohne größere Auswirkungen auf USA

    +++ Der griechische Schuldenstreit wird auf die USA nach Einschätzung von Präsident Barack Obama keine größeren Auswirkungen haben. Die Krise betreffe vor allem Europa und werde in den Vereinigten Staaten keinen „großen Schock im System“ auslösen, sagte Obama am Dienstag im Weißen Haus. Washington nehme die Krise ernst, da sie einen Dämpfer auf die Weltwirtschaft und schmerzliche Folgen für die Griechen haben könnte. Europa sei ein wichtiger Exportmarkt. „Sie sollte aber keine Überreaktionen hervorrufen“, sagte Obama. Bislang hätten die Märkte angemessen auf bevorstehende Risiken in dem Schuldendrama reagiert.

    +++ Die Griechenlandkrise lässt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nicht los: Während die Euro-Finanzminister in einer Telefonkonferenz über ein neues Angebot der griechischen Regierung beraten sollten, kündigte Juncker beim Empfang der Auslandspresse in Brüssel am Dienstagabend an, er müsse "sofort" wieder an seinen "Schreibtisch zurück". Grund seien "wichtige Dinge, die sich in Athen ereignen". Auf diese seien die anwesenden Journalisten "wahrscheinlich nicht vorbereitet", sagte der Kommissionschef mysteriös. Sie würden "Ergebnisse produzieren, die nicht den Artikeln entsprechen, die Sie heute geschrieben haben."

    Merkel: Gespräch über Griechenland mit Gabriel und Kauder

    +++ Am Rande der Fraktionssitzungen im Reichstag zog sich Merkel am Dienstagnachmittag für knapp zehn Minuten zu einem Gespräch mit SPD-Chef Sigmar Gabriel, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann und Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) zurück, um sich über die aktuellen Entwicklungen in der Griechenland-Krise zu beraten.

    +++ Ist Angela Merkel bei der abendlichen Telefonkonferenz nicht dabei? Nach den Worten der Kanzlerin wird Deutschland vor einem Referendum nicht über den neuen Antrag Griechenlands auf ein drittes Hilfspaket beraten. Das sagte Merkel am Dienstag in der Unionsfraktion, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

    +++ Auf ein Neues: Die Eurogruppe will am Dienstag um 19 Uhr in einer Telefonkonferenz über das neue griechische Hilfsgesuch debattieren. Das teilte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

    Merkel: Kein Ergebnis zu Griechenland am Dienstag

    +++ Angela Merkel geht davon aus, dass am Dienstag in Sachen Verhandlungen mit Griechenland nicht mehr passiere. Das sagte sie am Dienstag nach Angaben von Teilnehmern in einer Sitzung der Unionsfraktion. Die weitere politische Entwicklung in der Griechenland-Krise sei schwer überschaubar. „Man muss auf Sicht fahren.“

    +++ Sie waren Erzfeinde - nun will die Türkei Griechenland aus der Krise helfen. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Dienstag nach Medienangaben, sein Land sei bereit, alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit Griechenland die Schuldenkrise überwinde. Als Beispiel nannte er eine Zusammenarbeit in den Sektoren Tourismus, Handel und Energie. Der Sprecher des Staatspräsidenten sagte auf Anfrage von Journalisten, die Türkei habe bisher keine Kreditanfrage von Griechenland erhalten. Die Türkei und Griechenland nähern sich erst seit einigen Jahren an. Hauptstreitpunkt ist unter anderem die Mittelmeerinsel Zypern.

    Gysi hält auch in Griechenland-Krise zu Tsipras

    +++ Gregor Gysi lässt nichts auf Alexis Tsipras kommen. "Das ist der Kampf David gegen Goliath", verkündet der Linken-Fraktionschef unverdrossen. Während das Agieren der griechischen Regierung landauf landab für Stirnrunzeln sorgt, steht die deutsche Linkspartei unverbrüchlich zu ihren Verbündeten in Athen. Zur Position der Linken in der Griechenlandkrise räumt Parteichef Bernd Riexinger inzwischen aber ein: "Das ist nicht immer ganz einfach rüberzubringen."

    Seit jeher steht die Linke an der Seite von Syriza: Tsipras war ihr gern gesehener Gast, schon bevor er Regierungschef wurde. Und als der Linkspolitiker im Januar die Wahl in Griechenland gewann, schwärmte Gysi, dies biete "die Chance für einen Neuanfang in der Europapolitik".

    +++ Schon wieder zeichnet sich im Griechen-Drama eine neue Wende ab. Die Regierung in Athen will die Euro-Partner um ein neues, zweijähriges Hilfsprogramm aus dem Euro-Rettungsfonds ESM bitten. Das geht aus einem Statement aus dem Büro von Ministerpräsident Tsipras hervor.

    Die angestrebte Vereinbarung soll nach Angaben der Regierung alle finanziellen Bedürfnisse sowie parallel eine Restrukturierung der griechischen Schulden abdecken. „Griechenland bleibt am Verhandlungstisch“, heißt es in dem Statement.

    +++ "Nein" zur Last-Minute-Einigung mit der griechischen Regierung: „Irgendwann mal, hat Wolfgang Schäuble gesagt, „isch over“, und das ist nun heute eingetreten“, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) am Dienstag vor einer Fraktionssitzung von CDU und CSU in Berlin. Die Griechen hätten alle Chancen, alle Zeit der Welt gehabt, sich mit den Geldgebern zu einigen. Die Tür für weitere Verhandlungen bleibe aber grundsätzlich offen, betonte Kauder. .

    Griechen-Regierung will offenbar um drittes Hilfsprogramm bitten

    +++ Wie funktioniert der Rettungsschirm? Der permanente Euro-Rettungsschirm ESM („Europäischer Stabilitätsmechanismus“) soll die Stabilität des Euro-Raumes gewährleisten. Der ESM mit Sitz in Luxemburg trat 2012 in Kraft und unterstützt Euro-Staaten in finanziellen Notlagen. Es handelt sich um einen Fonds, aus dem klamme Staaten gegen strenge Auflagen Kredithilfen zu geringen Zinsen bekommen können.

    Der ESM verfügt über ein Stammkapital von rund 705 Milliarden Euro und kann Hilfskredite von maximal 500 Milliarden Euro vergeben. Mitglieder sind die 19 Euro-Länder. Die Finanzierungsanteile der Staaten ergeben sich aus dem Anteil am Kapital der Europäischen Zentralbank. Mit 27 Prozent ist der Anteil Deutschlands am höchsten, es folgen Frankreich, Italien und Spanien.

    +++ Nun will die griechische Regierung seine Euro-Partner offenbar um ein drittes Hilfsprogramm bitten. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf ein Statement des Büros von Ministerpräsident Tsipras meldet, soll ein zweijähriges Programm unter dem Euro-Hilfsfonds ESM beantragt werden.

    +++ Tsipras hat angekündigt, dass Griechenland die fällige Milliarden-Zahlung nicht überweisen wird. Dann könnten sämtliche Hilfskredite an Griechenland sofort fällig gestellt und die bisher gezahlten 130,9 Milliarden Euro unmittelbar eingefordert werden. Das gilt aber als unwahrscheinlich. Möglich wäre auch ein Verzicht auf die Rückzahlung. Oder aber der Europäische Rettungsschirm (ESM) springt ein.

    Seehofer steht in Griechenland-Frage zu Merkel

    +++ Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) unterstützt Merkel in ihrer Haltung bezüglich der Griechenland-Krise. Inhaltlich folge er der Linie von Kanzlerin Merkel (CDU), die weitere Gesprächsbereitschaft mit Athen bekundet. „Wir stützen die Bundesregierung in ihrem Handeln, wir haben da nichts zu kritisieren“, sagte Seehofer.

    +++ Ob das die Lösung ist? Mit einem Crowdfunding-Projekt will ein britischer Schuhverkäufer den  Griechen unter die Arme greifen. Bis Dienstagmittag spendeten mehr als 4500 Menschen 65.000 Euro - insgesamt müssten gut 1,5 Milliarden Euro zusammenkommen, die Athen bis Dienstag zahlen muss. Wenn jeder der 503 Millionen Europäer den Gegenwert eines "Salats mit Schafskäse und Oliven"  spende, käme die Summe leicht zusammen, sagte Thom Feeney der AFP.

    Sollte er sein Ziel binnen sieben Tagen nicht erreichen, werde er alle über die Internet-Plattform IndieGoGo eingegangenen Spenden wieder zurücküberweisen, kündigte der 29-Jährige an. Feeney arbeitet in London als Schuhverkäufer und hat selbst keine Verbindungen zu Griechenland. Auch persönlich scheint sich die Idee für den aus dem nordenglischen York stammenden Feeney auszuzahlen: "Als ich heute morgen aufwachte, hatte ich bei Facebook Freundschaftsanfragen von 30 griechischen Frauen."

    +++ Angela Merkel ist angesichts ihrer Griechenland-Politik von der Opposition scharf angegriffen worden. Sie wirft der Kanzlerin Konzeptlosigkeit im Umgang mit der Griechenland-Krise vor. Mehr zum Thema lesen hier.

    +++ Die Griechen trotzen der Krise auch mit Humor - wie dieses Graffiti zeigt.

    +++ Griechenland wird die am Dienstag fällige Rate an den IWF nicht zurückzahlen. Auf die Frage, ob Griechenland die Zahlung in Höhe von knapp 1,6 Milliarden Euro fristgerecht zum 30. Juni leisten werde, antwortete Varoufakis am Dienstag in Athen mit einem „Nein“, wie griechische Medien berichteten. Er hoffe dennoch, dass es eine Einigung geben werde. „Wir wollen im Euro bleiben, aber mit einer Regelung, mit der wir leben können“, sagte er weiter.

    Viel Unwissen in Griechenland über Inhalt des Volksentscheids

    +++ Viele Griechen wissen gar nicht genau, worüber sie am Sonntag abstimmen sollen. Die Regierung von Ministerpräsident Tsipras hat zu diesem Vorschlag der Geldgeber über ein Spar- und Reformprogramm bislang keine Einzelheiten bekanntgegeben. Vielen Menschen im Land ist daher nicht klar, worüber im Detail abgestimmt werden soll.

    Am 5. Juli sollen die Wahllokale im ganzen Land laut Innenministerium von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends geöffnet sein. Wann Ergebnisse bekanntgegeben werden, war zunächst offen. Nach Angaben des Innenministers Nikos Voutsis kostet das Referendum rund 20 Millionen Euro - halb so viel wie die Parlamentswahlen im Januar. Wahlberechtigt sind rund 9,8 Millionen Griechen über 18 Jahre.

    +++ Griechenlands Ministerpräsident Tsipras hat nach Angaben aus griechischen Regierungskreisen am Dienstag mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EZB-Präsident Mario Draghi und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz telefoniert. Zum Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Offen war, ob Athen ein Vermittlungsangebot der EU im Streit zwischen Griechenland und den Geldgebern annimmt.

    +++ Griechenland steckt mitten in der Krise - für viele Touristen ist das jedoch kein Grund, ihren Urlaub in dem Ferienland zu stornieren. Hier erfahren Sie, was Griechenland-Urlauber jetzt wissen müssen.

    +++ Die Eskalation im Griechenland-Drama hat auch Auswirkungen auf Italien. Für das Land wird es teurer, sich frisches Geld am Kapitalmarkt zu besorgen. Rom musste Anlegern bei einer Auktion von Staatspapieren am Dienstag höhere Zinsen bieten als zuletzt. Eine Versteigerung von zehnjährigen Papieren habe bei einer Rendite von 2,35 Prozent geendet, teilte die italienische Notenbank am Dienstag mit. Bei der letzten vergleichbaren Auktion Ende Mai lag die Rendite nur bei 1,83 Prozent.

    So spärlich ist der Text des Volksentscheids in Griechenland am 5. Juli

    +++ Worüber sollen die Griechen in einem Volksentscheid am 5. Juli eigentlich abstimmen? Auf dem Wahlzettel für die von der griechischen Regierung geplanten Volksabstimmung wird ohne weitere Erläuterung auf das Angebot der Geldgeber nach dem Stand von voriger Woche verwiesen, worüber keine Einigung erzielt wurde. Hier der Text, veröffentlicht vom griechischen Innenministerium, der ins Deutsche übersetzt wurde:

    „Muss der Entwurf einer Vereinbarung von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds akzeptiert werden, welcher am 25.06.2015 eingereicht wurde und aus zwei Teilen besteht, die in einem einzigen Vorschlag zusammengefasst sind?“ (Das erste Dokument heißt auf Englisch „Reforms for the Completion of the Current Program and Beyond“ und das zweite „Preliminary Debt Sustainability Analysis“ - auf Deutsch: „Reformen, um das laufende (Rettungs-)Programm abzuschließen und darüber hinaus“ und das zweite „vorläufige Schuldentragfähigkeitsanalyse“.)

    +++ Die EU-Kommission drängt Athen, das Angebot der Geldgeber für ein Sparpaket in letzter Minute anzunehmen. Die griechische Regierung müsse zudem für ein „Ja“ beim Referendum werben, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel und bestätigte damit offiziell das Brüsseler Last-Minute-Angebot. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe dazu am Montagabend mit dem griechischen Premier Alexis Tsipras telefoniert. Das Paket werde von 35 Milliarden Euro EU-Geldern für Wachstum und Jobs begleitet.

    Damit könnte der Weg für ein weiteres Euro-Finanzministertreffen geebnet werden. „Dies setzt voraus, dass die griechische Regierung sich bewegt“, sagte der Sprecher. „Das ist bislang nicht der Fall gewesen. Die Zeit läuft aus.“ Er erinnerte daran, dass das Hilfsprogramm am Dienstag um Mitternacht endet.

    Griechenland auch auf dem Arbeitsmarkt in der Krise

    +++ Die Griechenland-Krise zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt ganz deutlich: Während in Deutschland die Arbeitslosenquote im Mai mit 4,7 Prozent so niedrig war wie nie zuvor war die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Griechenland besonders schlecht. Die Quote (März) beträgt 25,6 Prozent. Ähnlich schlecht sieht es in Spanien mit 22,5 Prozent (März) aus.

    +++ Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), bekräftigte, dass es keine Hilfe ohne Bedingungen gebe: „Durch Nichtstun bekommt man keine Solidarität.

    +++ Die Chefin der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, sieht das neue Vermittlungsangebot aus Brüssel skeptisch. Sie stelle sich das schwierig vor, weil das Hilfsprogramm in der Nacht auf Mittwoch auslaufe, sagte Hasselfeldt am Dienstag in Berlin. Bisher habe die griechische Regierung die Bevölkerung aufgefordert, bei dem Referendum am kommenden Sonntag das Spar- und Reformpaket abzulehnen. Wenn sich das ändere, müsse man die Faktenlage neu bewerten. Hasselfeldt betonte, nach dem Abbruch der Gespräche sei die Vertrauensbasis „sehr stark gestört“.

    +++ Die wegen Kapitalengpässen in Griechenland geschlossenen Banken öffnen am Donnerstag für Rentner und Pensionäre. Betroffene, die in vielen Fällen keine EC- oder Kreditkarten haben, mit denen sie derzeit an den Automaten Geld abheben könnten, sollen so bis zu 240 Euro bekommen können. Im ganzen Land verteilt sollen Geldinstitute öffnen, berichteten griechische Medien. Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank vom Wochenende, Notkredite für Griechenland einzufrieren, bleiben die Banken in Griechenland voraussichtlich bis mindestens 6. Juli geschlossen. An den Automaten können die Menschen derzeit maximal 60 Euro pro Tag abheben.

    Tsipras sieht Vermittlungsangebot angeblich negativ

    +++ Nach dem neuen Vermittlungsangebot aus Brüssel im Streit zwischen Athen und den Geldgebern hat die griechische Regierung am Dienstag eine Pressekonferenz verschoben. Es wurde erwartet, dass sich der Regierungssprecher am Nachmittag zum Vorschlag der EU äußert. Griechische Medien berichteten unter Berufung auf Regierungskreise, Ministerpräsident Tsipras sehe den Vorschlag negativ.

    +++ Inzwischen gibt es nähere Details zum neuen Vermittlungsversuch aus Brüssel: Falls der griechische Premier Tsipras noch am Dienstag das Angebot der Geldgeber für ein Sparpaket annehme und für ein „Ja“ beim Referendum werbe, könnte der Weg für ein weiteres Euro-Finanzministertreffen geebnet werden, hieß es in EU-Kreisen.

    Die Zusicherung von Tsipras zum Sparpaket müsse an die Präsidenten der EU-Kommission und der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker und Jeroen Dijsselbloem, sowie an Bundeskanzlerin Merkel und den französischen Staatspräsidenten Hollande gehen, hieß es. Die griechischen Regierungsvertreter hatten die Verhandlungen über das Paket am vergangenen Freitag unmittelbar vor der Ankündigung der Volksabstimmung verlassen.

    +++ Portugals Staatschef Anibal Cavaco Silva sieht in der griechischen Finanzkrise keine Gefahr für sein Land. "Das Wachstum von Portugal wird nicht übermäßig von einem Zwischenfall mit Griechenland betroffen sein", sagte Cavaco Silva in Lissabon. Die Eurozone habe mittlerweile "so viele Instrumente", um ein Übergreifen der Krise in Griechenland auf die 18 anderen Mitgliedsländer der Währungsunion zu verhindern.

    Portugals Lage sei vergleichbar mit der von Irland, Spanien und Italien, fügte der portugiesische Präsident hinzu. Zugleich äußerte er die Hoffnung, "dass die Griechen die Eurozone nicht verlassen und endlich an den Verhandlungstisch zurückkehren".

    Anders als in den Jahren 2010 und 2011 sei Portugal heute nicht mehr sehr anfällig für Krisen wie in Griechenland, sagte auch Regierungschef Pedro Passos Coelho.

    Portugal war 2011 das dritte Euroland nach Irland und Griechenland, das unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfte. Die Regierung in Lissabon beschloss in der Folge harte Sparmaßnahmen und konnte im Mai vergangenen Jahres den Rettungsschirm verlassen. Für dieses Jahr rechnet die Regierung mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.

    +++ In letzter Minute startet Brüssel einen Vermittlungsversuch. Falls der griechische Premier Alexis Tsipras noch am Dienstag das Angebot der Geldgeber für ein Sparpaket annehme und für ein „Ja“ beim Referendum werbe, könnte der Weg für ein weiteres Euro-Finanzministertreffen geebnet werden, hieß es aus EU-Kreisen.

    Das passiert, wenn Griechenland die Schulden nicht bezahlt

    +++ Was passiert eigentlich, wenn Griechenland bis Dienstag (18 Uhr Washingtoner Zeit / Mittwoch 06.00 MESZ) dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die geschuldeten 1,54 Milliarden Euro nicht überweist? Viel tun dagegen kann IWF-Chefin Christine Lagarde nicht. „Der IWF hat keine Sanktionsmöglichkeiten für einen solchen Fall“, heißt es.

    Dass das Geld gezahlt wird, ist unwahrscheinlich. Sollte es dabei bleiben, muss Lagarde zunächst das Führungsgremium ihrer Organisation unterrichten und den offiziell Zahlungsrückstand feststellen. Allerdings brauche Lagarde nicht sofort zu handeln, wie der IWF-Europaexperte Bruno Silvestre betont. „Sie hat dazu bis zu einem Monat Zeit. Wann Sie das tut, hängt ganz von ihr ab.“ Doch werde dies vermutlich „eher früher als später geschehen“.

    Dies könnte nach Ansicht von Finanzexperten in Washington bedeuten, dass der IWF zunächst das Ergebnis des griechischen Referendums am 5. Juli abwarten wolle. Lagarde selbst hatte deutlich gemacht, dass die Tür für weitere Gespräche mit Athen noch nicht vollständig zugeschlagen sei.

    Ist der Zahlungsrückstand offiziell festgestellt, bedeutet dies zunächst „lediglich“, dass der IWF der Regierung in Athen keine weitere Kredite mehr gewähren darf. Unklar ist, wie die internationalen Ratingagenturen darauf regieren werden.

    Bisher haben lediglich drei Länder IWF-Kredite nicht zurückgezahlt: Somalia, Sudan und Simbabwe. Säumige Zahler gab es dagegen öfter, etwa Argentinien und Peru.

    +++ Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) hat sich erneut für ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone stark gemacht. „Ich glaube, dass am Ende ein sauber vorbereiteter und vernünftig organisierter „Grexit“ der bessere Weg wäre“, sagte Söder am Dienstag im Deutschlandfunk. Söder kritisierte das Verhalten des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras in Bezug auf das geplante Referendum. „Er überlegt zurückzutreten, er sagt seinem Volk, sie sollen unbedingt dagegen stimmen und glaubt, dass es nach einem Nein bessere Verhandlungsoptionen sind. Das Ganze ist so tief unseriös, dass man sagen kann, hier spielt einer mit Europa, aber vor allem mit seinem eigenen Volk.“

    Varoufakis droht EU mit Klage

    +++ Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hat mit einem juristischen Vorgehen seines Landes gegen EU-Institutionen  gedroht, falls Griechenland aus dem Euro ausgeschlossen werde. „Die EU-Verträge haben keine Regelung für einen Ausstieg aus dem Euro, und wir weigern uns, diesen zu akzeptieren“, sagte Varoufakis der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ (Dienstag).

    Varoufakis betonte, Griechenlands Mitgliedschaft sei nicht verhandelbar. Die Regierung in Athen lasse sich derzeit beraten und ziehe nötigenfalls eine gerichtliche Verfügung des Europäischen Gerichtshofs gegen EU-Institutionen in Erwägung. Die Regierung werde von all ihren Rechten Gebrauch machen, betonte Varoufakis.

    +++ Hier lesen Sie, wie Urlauber in Griechenland jetzt an Geld kommen.

    +++ Zur Erinnerung: Die erneute Bitte von Regierungschef Alexis Tsipras nach einer kurzfristigen Verlängerung des Hilfsprogramms „um ein paar Tage“ wurde von den EU-Staats- und Regierungschefs am Montag abgelehnt, wie Gipfelchef Donald Tusk  an Tsipras schrieb.

    Tusk wies demnach darauf hin, dass Griechenland neue Hilfen beantragen könne. Nach den Worten den Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble würden Verhandlungen dann aber „ganz von vorne“ anfangen, „denn dieses Programm, das wir hatten, endet morgen (Dienstag) Abend, und dem ist dann auch die Grundlage entzogen“.

    Das passierte am Montag: Referendum in Griechenland - tritt Tsipras zurück? 

    +++ Das Referendum in Griechenland  soll laut Ministerpräsident Alexis Tsipras sein Land besser für die Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern wappnen. "Das Referendum muss zur Fortsetzung der Verhandlungen führen", sagte Tsipras am Montag in einem Interview mit dem Fernsehsender ERT. "Unser Ziel ist es, dass es erlaubt, besser gewappnet für die Fortsetzung der Verhandlungen zu sein." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag zuvor gesagt, dass sie sich einer Wiederaufnahme der Verhandlungen nicht widersetzen werde, wenn Athen dies wünsche.

    Tsipras will die Griechen am kommenden Sonntag über die jüngsten Vorschläge der internationalen Geldgeber  im Schuldenstreit abstimmen lassen. Er selbst rief das Volk dazu auf, mit "Nein" zu stimmen. Nach der Ankündigung des Referendums am Samstag brach die Eurogruppe die Verhandlungen ab. De facto gelten die Vorschläge, über die Tsipras abstimmen will, damit nicht mehr. Am Dienstag läuft das aktuelle Hilfsprogramm aus, zugleich steht eine Kreditrückzahlung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) an.

    Tsipras deutete an, dass seine Regierung die ausstehenden Kredite am Dienstag nicht zahlen werde. "Ist es möglich, dass die Kreditgeber darauf warten, dass der IWF bezahlt wird, während unsere Banken erstickt werden?", fragte der Ministerpräsident in dem ERT-Interview. "Sobald sie aufhören, uns zu ersticken, werden sie bezahlt." Er versicherte zugleich, die Entscheidung in dem Referendum zu akzeptieren. Auf die Frage, was er im Fall eines Siegs des "Ja" bei der Volksabstimmung machen werde, sagte Tsipras, er wolle "nicht ewig Ministerpräsident sein".

    +++ Griechenland wird die im Juni fällige Rate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nicht zahlen. Griechenland habe angekündigt, die Zahlung nicht zu leisten, damit entfalle jede künftige Zahlung durch den IWF, sagte Schäuble am Montagabend im ARD-„Brennpunkt“.

    Das Finanzdrama Griechenlands - Was bisher passierte

    Was bisher passierte lesen Sie in unserem Ticker der vergangenen Tage Die Griechenland-Krise in Bildern

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