+
Trittin: "Das würde eine Komplett-Verstaatlichung bedeuten, das ist weder im Interesse des Staates noch der Unternehmen." Foto: Kay Nietfeld/Archiv

Trittin: Stiftung für Atomausstieg ist vom Tisch

Berlin (dpa) - Das beim Atomausstieg von den Stromkonzernen angestrebte Stiftungsmodell ist vom Tisch.

"Bei der Stiftungsidee der Unternehmen würden sie komplett aus der Haftung für mögliche Kostensteigerungen entlassen. Das ist mit dem Verursacherprinzip nicht zu vereinbaren", bestätigte Jürgen Trittin (Grüne), Leiter der Atom-Kommission, der "Rheinischen Post".

Bereits am Freitag hatte die Nachrichtenagentur dpa vom Aus für das Stiftungsmodell berichtet. Jüngst war die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission mit den Vorstandschefs der vier Atomkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall zu Beratungen zusammenkommen.

Trittin machte deutlich, dass die Unternehmen ihre Rückstellungen in Höhe von insgesamt rund 38 Milliarden Euro nicht in Form von Aktien, sondern in Geld an den geplanten Fonds übertragen müssten: "Der Börsenwert einiger der Unternehmen entspricht der Höhe der Rückstellungen. Das würde eine Komplett-Verstaatlichung bedeuten, das ist weder im Interesse des Staates noch der Unternehmen."

Trittin bekräftigte, dass die Kommission Ende Februar ihren Abschlussbericht vorlegen wird. Die Milliarden-Rückstellungen der Konzerne liegen aber nicht auf dem Konto, sondern stecken in Kraftwerken, Stromnetzen oder in Finanzanlagen.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

US-Außenministerium bestätigt Auslieferungsantrag für Gülen

Washington (dpa) - Das US-Außenministerium hat den Eingang eines offiziellen Auslieferungsantrags der Türkei für den in den USA lebenden Kleriker Fethullah Gülen …
US-Außenministerium bestätigt Auslieferungsantrag für Gülen

Debatte über Zivilschutz-Konzept: Ein Vorrat an Aufregung

Bundesbürger, hamstert fleißig! Der Rat der Regierung, sich mit Zehn-Tages-Vorräten einzudecken, belustigt viele im Land, gruselt manche und ärgert auch einige. Trotzdem …
Debatte über Zivilschutz-Konzept: Ein Vorrat an Aufregung

Wolfgang Bosbach: Ein Quälgeist auf dem Rückzug

München - Kämpfer, Mahner, Selbstvermarkter: Wolfgang Bosbach, omnipräsenter CDU-Abgeordneter, tritt 2017 nicht mehr an. Der Konservative ist krank – vor allem aber …
Wolfgang Bosbach: Ein Quälgeist auf dem Rückzug

Kommentar: Wolfgang Bosbach mag nicht mehr - Ein Verlust

Berlin - Wolfgang Bosbach repräsentiert das bürgerliche Lager wie kaum ein anderer: Dass der CDU-Politiker 2017 nicht mehr für den Bundestag kandidiert, ist Merkels …
Kommentar: Wolfgang Bosbach mag nicht mehr - Ein Verlust

Kommentare