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US-Republikaner Donald Trump und Ted Cruz.

Cruz dürfe nicht kandidieren

Trump attackiert Konkurrent wegen dessen Herkunft

Charleston - Bei ihren TV-Debatten legen die US-Republikaner oft mehr Wert auf Entertainment, denn auf Inhalte. Die jüngste Redeschlacht in South Carolina machte keine Ausnahme.

Zwei Wochen vor der ersten Vorwahl im US-Präsidentschaftswahlkampf haben sich die Anwärter der Republikaner bei ihrer vorletzten TV-Debatte heftige Wortduelle geliefert. Das Feld der sieben Bewerber auf der Hauptbühne in Charleston (South Carolina) richtete am Donnerstag (Ortszeit) außerdem scharfe Angriffe gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama, der am Dienstag seine letzte Rede zur Lage der Nation gehalten hatte. Im November wählen die US-Amerikaner einen neuen Präsidenten, Obama tritt im Januar 2017 ab.

Im Mittelpunkt der vom konservativen Sender Fox News übertragenen TV-Debatte stand der Streit zwischen dem New Yorker Immobilienmagnaten Donald Trump und dem erzkonservativen Senator Ted Cruz aus Texas. Beide liegen in den Umfragen für die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa gleichauf an der Spitze. Trump führt in den nationalen Umfragen und auch in New Hampshire, wo die zweite Vorwahl ausgetragen wird, deutlich. Experten halten es jedoch für eher unwahrscheinlich, dass der Baulöwe schließlich im November gegen den Bewerber der Demokraten antreten wird.

Jeb Bush kritisiert Trump

Trump griff Cruz an, weil dieser in Kanada geboren wurde. Damit sei die US-Staatsbürgerschaft fraglich und folglich auch, ob er überhaupt kandidieren dürfe. Rechtlich gesehen ist dieser Vorwurf fragwürdig. Trump legte sich während der mehrstündigen Debatte auch mit dem in Umfragen bisher enttäuschenden Jeb Bush an.

Der Bruder des letzten republikanischen Präsidenten George W. Bush warf Trump vor, dessen strikte Anti-Muslim-Politik sei wirr, auch sein Vorschlag, China mit Handelszöllen zu belegen, sei unsinnig. Trump entgegnete persönlich: „Wir brauchen keine schwache Person als Präsident“, sagte er mit Blick auf Bush. Das Saal-Publikum in Charleston schlug sich auf die Seite Bushs.

Insgesamt bewerben sich für die Republikaner noch ein rundes Dutzend Männer und mit Carly Fiorina auch eine Frau um das höchste politische Amt in den USA. Nach den ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire Anfang Februar wird erwartet, dass sich das Feld ausdünnt. Bei den Demokraten von Amtsinhaber Obama wurde das Rennen zwischen Favoritin Hillary Clinton und Senator Bernie Sanders zuletzt enger.

dpa

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