Ehemalige Mitarbeiter beschreiben Michael Flynn als verwirrt, Ex-Außenminister Colin Powell nannte ihn einen verrückten Rechten. Foto: Michael Reynolds
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Ehemalige Mitarbeiter beschreiben Michael Flynn als verwirrt, Ex-Außenminister Colin Powell nannte ihn einen verrückten Rechten. Foto: Michael Reynolds
Jared Kushner und seine Frau Ivanka Trump bei der Verleihung der Tony Awards. Foto: Andrew Gombert
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Jared Kushner und seine Frau Ivanka Trump bei der Verleihung der Tony Awards. Foto: Andrew Gombert
Mitt Romney hatte Trump im Wahlkampf kritisiert und ihn einen Betrüger genannt. Nun gilt er aber als Aspirant für das Außenamt. Foto: Tom Smart
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Mitt Romney hatte Trump im Wahlkampf kritisiert und ihn einen Betrüger genannt. Nun gilt er aber als Aspirant für das Außenamt. Foto: Tom Smart
Der republikanische Senator Jeff Sessions wird für mehrere Positionen gehandelt, vom Chefdiplomaten bis zum Justizminister und Chefankläger. Foto: Michael Reynolds
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Der republikanische Senator Jeff Sessions wird für mehrere Positionen gehandelt, vom Chefdiplomaten bis zum Justizminister und Chefankläger. Foto: Michael Reynolds
Für eine Überraschung sorgte der hoch gehandelte Newt Gingrich. Der ehemalige Sprecher des Abgeordnetenhauses sagte, er werde einer Regierung Trump nicht angehören. Foto: Michael Reynolds
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Für eine Überraschung sorgte der hoch gehandelte Newt Gingrich. Der ehemalige Sprecher des Abgeordnetenhauses sagte, er werde einer Regierung Trump nicht angehören. Foto: Michael Reynolds
Hat sich in New York mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe getroffen: Der designierte US-Präsident Donald Trump. Foto: Michael Reynolds
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Hat sich in New York mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe getroffen: Der designierte US-Präsident Donald Trump. Foto: Michael Reynolds

Jared Kushners Rolle unklar

Trump sortiert sein Kabinett - Hauptrolle für General Flynn?

Trump lässt sich mit der Bestallung seines Kabinetts Zeit. Nach chaotischem Beginn scheint etwas Ordnung in den Prozess zu kommen. Noch können alle alles werden, aber einige Antworten gibt es schon.

New York (dpa) - Der designierte US-Präsident Donald Trump will nach übereinstimmenden Medienberichten den ehemaligen General Michael Flynn zu seinem Sicherheitsberater machen. Sollte Flynn annehmen, würde er Trump bei allen Fragen der nationalen und internationalen Sicherheit beraten.

Da Trump selber auf diesen Gebieten keine Erfahrung hat, käme dem Drei-Sterne-General enormer Einfluss zu. Er legt dem Präsidenten dessen Reaktion auf Krisen nahe.

Flynn (57) ist vor allem wegen seiner radikalen Haltung zum Islam umstritten. Er hält ihn für eine politische Ideologie, nicht für eine Religion. Er war von 2012 bis 2014 Direktor des Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency, bevor er entlassen wurde.

Flynn tritt wie Trump für eine Entspannung mit Russland ein. Er ist mehrmals im staatlichen russischen TV-Sender Russia Today aufgetreten. Nach Angaben der "New York Times" hat seine Beratungsfirma Flynn Intel Group Verbindungen zu Ländern im Mittleren Osten und ist als Lobbyistin für die türkische Regierung in Erscheinung getreten. Flynn müsste nicht vom Senat bestätigt werden, was wegen seiner Vorgeschichte hätte schwierig werden können.

Flynn beriet Trump bereits während des Wahlkampfs und hielt auch beim Parteitag der Republikaner im Juli eine Rede. Er führte "Sperrt sie ein"-Sprechchöre gegen Hillary Clinton an. Ehemalige Mitarbeiter beschreiben ihn als verwirrt, Ex-Außenminister Colin Powell nannte Flynn einen verrückten Rechten.

Keine Klarheit gibt es bisher für die zentralen Posten des Außen- und des Verteidigungsministers, hier gibt es eine Reihe von Kandidaten. "Jeder kann alles werden", schrieb die "Washington Post".

Am Wochenende verlässt Trump New York und trifft Mitt Romney, der 2012 als Präsidentschaftskandidat Barack Obama unterlegen war. Romney hatte Trump im Wahlkampf kritisiert und ihn einen Betrüger genannt, gilt aber nun als Aspirant für das Außenamt. Das könnte ein geschickter Schachzug sein, um das Establishment der Republikaner zu befrieden. Es könnte zugleich ungewöhnliche Personalentscheidungen ermöglichen, will Trump auch seine Basis zufriedenstellen, der er einen radikalen Neuanfang in Aussicht gestellt hat.

Trump und sein Team haben sich mehrfach sehr lobend über Jeff Sessions geäußert, den sehr konservativen Senator von Alabama. Er wird für mehrere Positionen gehandelt, vom Chefdiplomaten bis zum Justizminister und Chefankläger. Dafür ist auch Texas' Senator Ted Cruz wieder im Gespräch, ebenso wie als Richter am Supreme Court.

Am Donnerstag hatte Trump Nikki Haley empfangen. Die Gouverneurin South Carolinas war im Zusammenhang mit einem Streit um die Südstaatenflagge bekannt geworden. Als Nachfahrin indischer Einwanderer und als Frau würde sie aus Trumps Kandidatenriege weißer Männer herausragen.

Für eine Überraschung sorgte der hoch gehandelte Newt Gingrich. Der ehemalige Sprecher des Abgeordnetenhauses sagte der "Washington Post", er werde einer Regierung Trumps nicht angehören. Gingrich galt auch als Kandidat für das Außenministerium. Abgesagt hat auch der einzige Schwarze im Feld, der Ex-Kinderneurochirurg Ben Carson.

Offen blieb zunächst die Rolle Jared Kushners. Angeblich drängt Trump seinen Schwiegersohn zur Übernahme eines Postens im Weißen Haus, aber ein Gesetz gegen Vetternwirtschaft macht das sehr schwierig. Medienberichten zufolge prüft Kushner, der Immobilienunternehmer ist und den New Yorker "Observer" besitzt, rechtliche Auswege.

Bericht der New York Times

Tweet von Michael Flynn

Europa und die Politik des Donald Trump

Präsident und Unternehmer: Was wird aus Trumps Geschäften?

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