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Trump selbst steht wegen seiner Aussagen zum eigenen Erfolg als Unternehmer zunehmend in der Kritik.

Wirtschafts-Rede in Detroit

Trump verspricht Amerikanern massive Steuererleichterungen

Detroit - Donald Trump ist in den vergangenen Tagen viel gescholten worden. Jetzt will er seine wirtschaftliche Kompetenz unter Beweis stellen. 

Update vom 24. September 2016: Das erste TV-Duell zwischen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton findet in der Nacht auf Dienstag statt. Wir haben bereits zusammengefasst, was Sie zum US-TV-Duell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton wissen müssen.

Durch drastische Steuersenkungen und Deregulierung will der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump die Wirtschaft seines Landes voranbringen. Trump kündigte am Montag in einer Rede in Detroit "die größte Steuer-Revolution" seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan in den achtziger Jahren an. Die Unternehmenssteuer solle von derzeit 35 auf 15 Prozent gesenkt, die Einkommensteuer quer durch alle Einkommensgruppen reduziert werden. Davon werde besonders die Mittelschicht profieren.

Mit der Präsentation eines umfassenden Plans für die Reform der US-Wirtschaft versuchte der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, seine zuletzt schwer ins Straucheln geratene Kampagne auf Kurs zu bringen. Der rechtspopulistische Immobilienmilliardär hatte sich in den vergangenen Woche mit einer Serie von Fehltritten selbst beschädigt und verlor in den Umfragen deutlich an Boden gegenüber der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

Trump über Clinton: "Sie ist die Kandidatin der Vergangenheit"

So hatte Trump unter anderem mit seiner Aufforderung an Russland zum Cyberangriff auf Clinton sowie durch seinen Schlagabtausch mit den muslimischen Eltern eines im Irak gefallenen US-Soldaten für Entrüstung gesorgt. Zudem verweigerte er den Parteigrößen Paul Ryan, Vorsitzender des Repräsentantenhauses, und Senator John McCain, den Beistand in deren Wahlkämpfen zum Wiedereinzug in den Kongress, bevor er sich dann letztlich doch dazu entschloss, diese beiden innerparteilichen Kritiker zu unterstützen.

In seiner Rede in Detroit, dem Zentrum der US-Automobilindustrie, konzentrierte sich Trump nun ganz auf seine Pläne für die Wirtschaft und auf Attacken gegen Clinton. "Sie ist die Kandidatin der Vergangenheit. Wir sind die, die für die Zukunft stehen", sagte er. Der Immobilienmogul warf der Demokratin vor, für eine verfehlte Wirtschaftspolitik zu stehen, wie sie in ihrer Amtszeit als Vertreterin des Bundesstaates New York im US-Senat gezeigt habe.

Trump kündigte unter anderem eine drastische Vereinfachung des Einkommensteuersystems an. Es solle nur noch drei Sätze in Höhe von zwölf, 25 und 33 Prozent geben. Viele Arbeitnehmer würden nach seinem Plan gar keine Einkommensteuer zahlen.

Wütende Protestanten unterbrechen Trump

Der Republikaner kündigte ferner an, dass er nach seinem Amtsantritt ein Moratorium für alle neuen Regulierungen für die US-Wirtschaft verhängen werde. Er werde sich sodann daran begeben, nach einer Prüfung alle überflüssigen Regulierungen rasch abzuschaffen.

Die Rede des Präsidentschaftskandidaten im Wirtschaftsclub von Detroit wurde wiederholt durch wütende Proteste von Demonstranten gestört. Die einzeln nacheinander in Erscheinung tretenden Demonstranten wurden vom Sicherheitspersonal aus dem Saal gebracht. Im Gegensatz zu früheren Auftritten blieb Trump diesmal jedoch kühl, unterbrach nur kurz seine Rede und setzte sie an der unterbrochenen Stelle fort.

Gegen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump tritt nun auch ein Rebell aus den Rehien seiner eigenen Partei an und erfährt große Unterstützung von Seiten der Republikaner. Der Republikaner Evan McMullin, ein früherer Anti-Terror-Experte des Auslandsgeheimdienstes CIA, gab am Montag seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im November bekannt.

dpa/AFP

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