Türkische Polizisten gehen gegen Demonstranten vor dem Sitz der regierungskritischen Zeitung "Zaman" vor.
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Türkische Polizisten gehen gegen Demonstranten vor dem Sitz der regierungskritischen Zeitung "Zaman" vor.

Türkei

Polizei stürmt regierungskritische Zeitung "Zaman"

Istanbul - Nachdem eine Zwangsverwaltung für das Blatt angekündigt wird, stürmt die türkische Polizei am Freitagabend den Sitz der regierungskritischen Zeitung "Zaman". 

Die türkische Polizei hat am Freitagabend den Sitz der regierungskritischen Zeitung "Zaman" gestürmt. Wie ein AFP-Reporter berichtete, setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen hunderte Demonstranten ein, die sich nach der Ankündigung der Zwangsverwaltung für das Blatt vor dem "Zaman"-Sitz versammelt hatten, und drang dann in das Gebäude ein. 

"Zaman", eine der führenden regierungskritischen Zeitungen des Landes, steht der Bewegung von Fethullah Gülen nahe, eines Erzfeindes von Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Am Freitag hatte ein Istanbuler Gericht die Einsetzung eines neuen Managements bei "Zaman" (Zeit) angeordnet. 

"Zaman" ist mit nach Branchenangaben rund 650.000 Exemplaren täglich die auflagenstärkste Tageszeitung des Landes. Die Zeitung ist ein Flaggschiff der Bewegung von Gülen. Der mittlerweile in den USA lebende islamische Geistliche Gülen gehörte lange zu Erdogans Unterstützern, überwarf sich aber vor einigen Jahren mit dem heutigen Präsidenten. Seitdem wirft Erdogan der Gülen-Bewegung regierungsfeindliche Umsturzpläne vor, was die Bewegung zurückweist. 

Während Erdogan mit Tusk spricht, wird Zwangsverwaltung angeordnet

Kritiker werfen Erdogan vor, die Meinungsfreiheit in der Türkei mit inzwischen fast 2000 Beleidigungsklagen und Druck auf Journalisten und Medien immer weiter einzuschränken. Vergangene Woche kritisierte der Präsident scharf die Entscheidung des türkischen Verfassungsgerichts, die prominenten Journalisten Can Dündar und Erdem Gül aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Auf einer Rangliste zum Stand der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 149 von 180 Staaten. Dutzende Journalisten sind in dem EU-Bewerberland inhaftiert. 

Die Zwangsverwaltung für "Zaman" wurde angeordnet, während EU-Ratspräsident Donald Tusk in Istanbul mit Erdogan über die Flüchtlingskrise und den EU-Türkei-Gipfel am kommenden Montag sprach.

afp

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