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Chafik Sarsar, Präsident der tunesischen Wahlkommission.

Islamisten abgeschlagen

Tunesien: Weltliche Allianz ist Wahlsieger

Tunis - Das vorläufige Ergebnis der Wahlen in Tunesien bestätigt die weltliche Allianz als Wahlsieger - und verweist die Islamisten auf den zweiten Platz. Die Regierungsbildung wird jedoch nicht leicht.

Bei der Parlamentswahl in Tunesien haben sich die säkularen Kräfte gegen die Islamisten durchgesetzt. Die weltliche Allianz Nidaa Tounes eroberte dem vorläufigen Endergebnis zufolge 85 der 217 Parlamentssitze. Die islamistische Ennahda kam den Angaben der Wahlkommission vom Donnerstag zufolge auf 69 Sitze. Das Endergebnis soll am 24. November - einen Tag nach der angesetzten Präsidentschaftswahl - bekanntgegeben werden.

Nidaa Tounes („Ruf Tunesiens“) ist nun mit der Regierungsbildung betraut. Die Partei hatte im Wahlkampf betont, gegen die Islamisten im Land kämpfen zu wollen - eine Koalition mit der islamistischen Ennahda gilt daher als ausgeschlossen. Um die Mehrheit von 109 Sitzen zu erreichen, muss sich die Allianz mit mindestens zwei kleineren Parteien verbünden. Laut Wahlkommission wurde die liberale Freie Patriotische Union mit 16 Mandaten drittstärkste Kraft, das linke Bündnis Front Populaire holte 15 Sitze.

Für Tunesien war die Wahl ein großer Schritt auf dem Weg zur Demokratie. Es war die zweite Wahl seit dem Sturz von Langzeitherrscher Zine el Abidine Ben Ali im Arabischen Frühling 2011. Aus der ersten Abstimmung war Ennahda mit Abstand als stärkste Kraft hervorgegangen. Am 23. November soll der Übergang zur Demokratie mit der Präsidentschaftswahl abgeschlossen sein.

Zur Wahl hat sich unter anderem der Vorsitzende von Nidaa Tounes, Béji Caïd Essebsi, aufstellen lassen. Der 87-jährige Politiker war in den 1980er Jahren unter Ben Alis Vorgänger Habib Bourguiba Außenminister, später Botschafter in Bonn und 2011 Interims-Regierungschef in Tunesien.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Andreas Schockenhoff, lobte den guten Verlauf der Wahlen. Sie seien „ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Demokratisierung des Landes“, sagte der CDU-Außenexperte.

dpa

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