+
Tausende demonstrierten in Tunis gegen Terror.

Nach Attentat auf Museum

Tunesier demonstrieren gegen den Terror

Tunis - Eigentlich wollten die Tunesier am Freitag einen unbeschwerten Unabhängigkeitstag feiern. Doch der Schock über den Anschlag sitzt tief. Die Attentäter sollen in libyschen Terrorlagern gewesen sein.

Nach dem Attentat auf ausländische Touristen in Tunesien haben in vielen Städten des Landes Menschen gegen den Terrorismus demonstriert. Im Zentrum der Hauptstadt Tunis versammelten sich am Freitag Hunderte Demonstranten. Sie riefen unter anderem „Nein zum Terror in Tunesien“, viele trugen am Unabhängigkeitstag tunesische Fahnen. Die beiden Attentäter hatten vor dem Attentat laut dem Innenministerium eine Kampfausbildung in einem libyschen Terrorlager erhalten.

Bei dem Anschlag auf das Nationalmuseum waren am Mittwoch 23 Menschen ums Leben gekommen, darunter 20 Touristen. Auch die Angreifer starben. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich in einer Audiobotschaft zu der Tat. Neun weitere Menschen wurden festgenommen, vier sollen in direkter Verbindung zu der Tat stehen.

Die beiden Attentäter seien im Dezember nach Libyen gereist und dort in einem Terrorlager trainiert worden, sagte Innenstaatssekretär Rafik Chelly einem privaten TV-Sender. In Libyen kontrollieren Terrorgruppen große Gebiete. Unter ihnen sind auch IS-Anhänger.

Museum ausgespäht 

Die beiden getöten Attentäter hätten das Museum vor dem Anschlag 20 Tage lang über Stunden von außen ausgespäht, schrieb die Zeitung „Al-Chourouk“ am Freitag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Deswegen hätten sie genau gewusst, wie viele Sicherheitsleute das Gebäude bewachen und wann sie ihre Schichten wechseln.

Einer der Täter habe sich in die Luft sprengen wollen, sei damit aber gescheitert, hieß es weiter. Demnach suchten sich die Angreifer das Museum für ihren Anschlag aus, weil sie ein national und international bedeutendes Ziel treffen wollten.

Der Radiosender Shems FM meldete, Sicherheitskräfte hätten rund 60 Kilometer südlich von Tunis mehrere Gebäude gestürmt und etliche Extremisten festgenommen. Ihnen werde vorgeworfen, den Angriff auf das Nationalmuseum gefeiert zu haben, hieß es.

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fidel Castros Urne wird beigesetzt

Santiago de Cuba (dpa) - Zum Abschluss der neuntägigen Staatstrauer in Kuba wird heute die Urne mit der Asche des im Alter von 90 Jahren gestorbenen früheren Staatschefs …
Fidel Castros Urne wird beigesetzt

Zehntausende empfangen Castros Urne in Santiago de Cuba

Nach einer Reise von rund 1000 Kilometern quer über die ganze Karibikinsel kommen die sterblichen Überreste des kubanischen Revolutionsführers an ihrem Bestimmungsort …
Zehntausende empfangen Castros Urne in Santiago de Cuba

Prominente rufen zu Demonstration gegen Krieg in Aleppo auf

Berlin (dpa) - Eine Gruppe Prominenter ruft zu einer Demonstration in Berlin gegen den Krieg in Syrien und das russische Bombardement Aleppos auf. Man wolle "wenigstens …
Prominente rufen zu Demonstration gegen Krieg in Aleppo auf

Berliner Grüne sagen Ja zum Koalitionsvertrag

In wenigen Tagen soll Rot-Rot-Grün loslegen in Berlin. Zuvor befindet die Basis über das Regierungsprogramm. Die Grünen machen den Anfang - und deutlich: "Wir wollen …
Berliner Grüne sagen Ja zum Koalitionsvertrag

Kommentare