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Osteuropaexperte über Putin im Ukraine-Krieg: „Wir müssen uns auf Schlimmes einstellen“

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Von: Linus Prien, Christine Novotny

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Im IPPEN.MEDIA Interview teilt der Osteuropaexperte Prof. Dr. Martin Schulze Wessel seine Einschätzung zum russischen Staatschef Wladimir Putin.

München - Der Professor für osteuropäische Geschichte, Martin Schulze Wessel, ordnet Putins Handeln historisch ein und gibt einen ernüchternden Ausblick auf den Ukraine-Konflikt. Er erklärt, dass Putin sich als einen historischen Akteur verstehe. Der russische Staatschef vergleiche sich mit Herrschern aus dem Zarenreich, die über Jahrzehnte an der Macht waren. Putins machtpolitische Ambitionen für Russland messe er an denen vom geschichtlichen Zarenreich. Putin habe klargemacht, dass er die ganze Ukraine einnehmen möchte. Der russische Präsident sei geprägt von historischen Vorbildern, wie Peter I. oder Katharina II. Fatal sei aber auch, dass er damit Politik im Stil des 18., 19. Jahrhunderts betreibe, so der Historiker.

Ukraine-Krieg: Wie weit wird Russlands Machthaber Putin gehen? Osteuropaexperte mit Einordnung

Dass die Ukraine ein europäisches Land sei, ändere mit Hinblick auf Putins Handeln nichts, sagt Prof. Schulze Wessel im Interview. Die Wahrnehmung der europäischen Beobachter auf den Krieg sei es, die sich ändere. Der Experte erinnert an Aleppo und an Tschetschenien und zieht den ernüchternden Schluss: „Insofern müssen wir uns glaube ich auf Schlimmes einstellen.“

Nuklearwaffen verwende Putin nur zur Abschreckung. Den Nuklearwaffen seien: „Das Mittel und letztlich das einzige Mittel, eine direkte Beteiligung der westlichen Staaten auf der ukrainischen Seite zu verhindern.“

Wäre es möglich gewesen, diesen Krieg zu verhindern?

Den Krieg hätte man nicht wirklich verhindern können, glaubt Prof. Martin Schulze Wessel im Interview mit IPPEN.MEDIA. Zwar hätten die Ukraine und der Westen weniger Widerstand leisten können. Das wäre jedoch nur „der Auftakt gewesen zu weiteren Forderungen, die Putin gestellt hätte, und zwar nicht nur gegenüber der Ukraine, sondern auch gegen beispielsweise Georgien und anderen Staaten, in der von Russland beanspruchten Einflusssphäre.“

Was kann der Westen tun?

Wir sollten fest sein in den Sanktionen gegenüber Russland und keine weiteren Rohstoffe importieren und so schnell wie eben möglich umstellen auf andere Exportstaaten.“ (lp)

 Ukraine-Krieg: Professor Martin Schulze Wessel spricht im Interview über russische Geopolitik
Interview zum Ukraine-Krieg: Professor Martin Schulze Wessel über russische Geopolitik © Merkur.de

Osteuropa-Expertin im Interview: Korrespondentin Aleksandra Fedorska spricht über Russlands Präsident Wladimir Putin, die dramatische Grenz-Situation und europäische Einigkeit.

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