+
Ein russischer Hilfskonvoi außerhalb von Kamensk-Shakhtinsky rund 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Hilfsmittel stecken fest

Ukraine: Streit um Hilfskonvoi - Tote bei Kämpfen

Moskau/Kiew/Bratislava - Im Streit um den Hilfskonvoi scheint keine Einigung in Sicht. Nachdem ein Flüchtlingskonvoi angeblich beschossen wurde, stecken die Hilfsgüter fest.

Im Streit um einen Hilfskonvoi für die Ostukraine hat der russische Außenminister Sergej Lawrow der Regierung in Kiew eine Blockadehaltung vorgeworfen. Es sei schwer nachvollziehbar, warum die etwa 280 Lastwagen aus Moskau seit Tagen an der Grenze festsitzen würden, sagte er am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. Lawrow sicherte dem Präsidenten des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK), Peter Maurer, bei einem Telefonat erneut zu, dass Russland die Leitung des Konvois komplett der Hilfsorganisation überlasse.

Das Rote Kreuz warte weiter auf Sicherheitsgarantien der Ukraine, sagte Maurer demnach. Ohne diese werde das IKRK die rund 2000 Tonnen Hilfsgüter nicht durch das von prorussischen Separatisten kontrollierte Gebiet in die Großstadt Lugansk bringen.

Der ukrainischen Regierung zufolge wurden nach dem angeblichen Beschuss eines Flüchtlingskonvois in der Nähe von Lugansk mindestens 15 Leichen geborgen. Es handele sich um Zivilisten, sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat in Kiew. Er machte erneut die Separatisten für den vermeintlichen Angriff verantwortlich. Die militanten Gruppen weisen die Vorwürfe zurück.

Die Gefechte zwischen Armee und Aufständischen dauerten an. Dabei starben mindestens zwei Soldaten. 32 Armeeangehörige wurden verletzt.

Das Außenministerium der Slowakei prüft Informationen über die angebliche Gefangennahme eines slowakischen Staatsbürgers durch die ukrainische Armee. Der Mann namens Miroslav Rohac soll für die prorussischen Separatisten gekämpft haben. Der slowakische Außenamtssprecher Boris Gandel sagte der dpa, die Informationen stammten von einer Facebook-Seite und ließen sich noch nicht offiziell verifizieren.

Die tschechische Nachrichtenagentur CTK hatte zuvor berichtet, der Mann habe nach Angaben eines Beraters des ukrainischen Innenministers einen slowakischen Pass und solle aus Banska Bystrica stammen. Demnach sei der Mann am 3. Juli über den Flughafen Kiew in die Ukraine eingereist. Er betone, kein bezahlter Söldner zu sein, sondern aus Überzeugung für die Separatisten zu kämpfen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Papst fordert politische Führung in Europa: „Wir sind im Krieg“

Rom - Europa sucht derzeit eine neue Vision und einen Weg in die Zukunft. Die Worte des Papstes passen da gerade richtig ins Bild. Franziskus hat aber nicht nur eine …
Papst fordert politische Führung in Europa: „Wir sind im Krieg“

Schwimmen im Burkini: Muslimische Schülerin scheitert mit Klage

Karlsruhe - Eine muslimische Schülerin hatte sich durch elf Instanzen geklagt, weil sie im Schwimmunterricht kein Burkini tragen wollte und daher eine schlechte Note …
Schwimmen im Burkini: Muslimische Schülerin scheitert mit Klage

Merkel stellt sich gegen Parteitagsbeschluss zum Doppelpass

Essen - Seit Dienstag findet der CDU-Parteitag in Essen statt. Kanzlerin Angela Merkel hat sich erneut zur Bundesvorsitzenden wählen lassen. Ein Beschluss zum Doppelpass …
Merkel stellt sich gegen Parteitagsbeschluss zum Doppelpass

Unicef: Lage der Kinder in Syrien „unaussprechliche Tragödie“

Berlin - Der Bürgerkrieg in Syrien geht in seinen sechsten Winter. Und die Gewalt hält an. Viele Kinder sind in höchster Not - und wollen trotzdem lernen.
Unicef: Lage der Kinder in Syrien „unaussprechliche Tragödie“

Kommentare