Bürgerkrieg

Unicef: 89 Schulkinder im Südsudan entführt

Darfur - Im Bürgerkriegsland Südsudan sind mindestens 89 Schulkinder von einer bewaffneten Gruppe entführt worden. Sie sollen vermutlich als Kindersoldaten missbraucht werden.

Im ostafrikanischen Krisenland Südsudan haben bewaffnete Kämpfer mindestens 89 minderjährige Jungen entführt. Augenzeugen berichteten, dass uniformierte Männer einen Ort nahe der Stadt Malakal Haus für Haus durchsucht und alle Jungen im Alter ab 13 Jahren verschleppt hätten.

Der UNICEF-Vertreter im Südsudan, Jonathan Veitch, verlangte am Samstag eine sofortige Freilassung der Jugendlichen, die nach seinen Worten vermutlich zwangsweise als Kindersoldaten rekrutiert werden.

„Kinder werden unvorstellbarer Gewalt ausgesetzt, sie verlieren ihre Familien und ihre Chance auf Schulbildung“, beklagte Veitch. Welche Gruppierung hinter der Entführung steckt, war zunächst unklar.

Angesichts der weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen im Südsudan will sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon dafür einsetzen, dass die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini beklagte am Sonntag eine vollkommene Geringschätzung grundlegender Menschenrechte im Südsudan.

Der Südsudan versinkt seit Ende 2013 im Chaos. Damals eskalierte in dem erst zwei Jahre zuvor unabhängig gewordenen Land ein politischer Machtkampf, der schließlich in einen ethnisch motivierten Bürgerkrieg mündete. UN-Generalsekretär Ban beklagte, dass die Konfliktparteien nicht eine einzige Friedensvereinbarung eingehalten hätten.

Vor Beginn einer neuen Verhandlungsrunde in Addis Abeba forderte die EU den südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir sowie Oppositionsführer Riek Machar auf, wie versprochen bis zum 5. März eine Einigung über alle ausstehenden Fragen einschließlich einer Machtteilung zu finden.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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Kommentare

Pink2Antwort
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Es ist ganz leicht vorstellbar; denn kein Einzelner kann sich international so kriminell vernetzen.

Denkmal nachAntwort
(1)(0)

Das kann doch nur jemand schreiben, dem noch nicht wirklich Böses widerfahren ist.

Bei dem Leidesdruck und der permanenten Bedrohung auf Leib und Leben dem die jungen Sudanesen ausgesetzt sind, würden auch Sie irgenwann umdenken und ihren Glauben verraten.

Das hat meiner Meinung nach dann nichts mehr mit Intelligenz zu tun. Da geht es ums nackte Überleben.

Denkmal nachAntwort
(1)(0)

Freiwillig sind sie sicher nicht zur IS übergelaufen.

Ich glaube, dass der Hunger, die Angst und die ständige Bedrohung auf Leib und Leben diese Sudanesen dazu gebracht haben, ihren Glauben zu verraten.

Deshalb könnte man von "verständlichen Gründen" reden.

Mir macht es auch Angst.