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Die US-Vizepräsidentschaftskandidaten lieferten sich ihr erstes und einziges TV-Duell am Dienstagabend in Farmville. 

Trumps Vize übt Kritik an Russland

US-Wahl 2016: So schlugen sich die Vize-Kandidaten im TV-Duell

Farmville - Im Duell der US-Vizepräsidentschaftskandidaten sind die Rollen vertauscht: Der Demokrat wirkt fahrig, der Republikaner gibt das präsidiablere Bild ab. Aber auch Trumps Vize kann seinen Chef nicht immer verteidigen.

Die beiden US-Vizepräsidentschaftskandidaten Tim Kaine und Mike Pence haben sich ihren ersten direkten Schlagabtausch geliefert. Der Republikaner Pence überzeugte bei dem TV-Duell am Dienstagabend (Ortszeit) mit einem präsidialeren, besonneneren Ton. Zudem übte er überraschend scharfe Kritik an Russland. Der Demokrat Kaine trat deutlich aggressiver auf, wirkte dabei aber zeitweise nervös und ungeduldig. Eine erste Blitzumfrage des Senders CNN sah Pence mit 48 Prozent vorne, Kaine kam auf 42 Prozent.

Anders als das Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump war der 90-minütige Auftritt ihrer designierten Stellvertreter wenig spannungsgeladen. Pence und Kaine gelten als erfahrene Politiker, schillernde Persönlichkeiten sind sie nicht. Pence (57) saß lange Jahre im Repräsentantenhaus, bevor er Gouverneur von Indiana wurde. Kaine (58) vertritt Virginia im Senat, zuvor war er Gouverneur des Bundesstaates.

Der Demokrat versuchte, in der Debatte mit Angriffen auf Trump zu punkten. Er warf ihm vor, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu bewundern.

Donald Trumps Vize kritisiert Russland

Pence lieferte im Gegenzug deutliche Kritik an Moskau. Das war auffällig, da Trump sich in der Vergangenheit tatsächlich mehrfach lobend über Putin geäußert hatte. Sein Vizekandidat sprach dagegen von einem „korrupten System“ in Russland.

Zudem trat Pence dafür ein, im syrischen Bürgerkrieg keine Schwäche gegenüber Russland zu zeigen. „Die Provokationen durch Russland müssen mit amerikanischer Stärke beantwortet werden“, erklärte er. „Wenn Russland sich weiterhin an barbarischen Angriffen auf Zivilisten in Aleppo beteiligt, müssen die USA darauf vorbereitet sein, das Assad-Regime militärisch anzugreifen, um eine humanitäre Katastrophe in Aleppo zu verhindern.“

Auch die Kontroverse um Trumps Steuererklärung war Thema der Debatte. Der milliardenschwere Unternehmer weigert sich beharrlich, diese öffentlich zu machen. Laut einem Bericht der „New York Times“ zahlte er möglicherweise 18 Jahre lang keine Bundessteuern. Trump sah sich deswegen in den vergangen Tagen massiver Kritik ausgesetzt.

Trump habe Steuergesetze "brilliant" genutzt

Kaine erklärte: „Donald Trump muss seine Steuererklärungen für das amerikanische Volk öffentlich machen, um zu beweisen, dass er für das Amt geeignet ist. Er bricht mit diesem Versprechen.“ Pence hielt dem entgegen, Trump habe sich an die Steuergesetze gehalten und sie bloß „brillant“ genutzt.

Kaine griff auch immer wieder frauenfeindliche Bemerkungen des republikanischen Spitzenkandidaten auf. „Er hat Frauen als Hunde bezeichnet, als Schweine, das ist einfach widerlich“, erklärte er über Trump. Dabei lag er ganz auf einer Linie mit Hillary Clinton, die sich in den vergangenen Tagen ähnlich geäußert hatte.

Pence hatte dem wenig entgegenzusetzen. Er wirkte aber besser vorbereitet, als es darum ging, seine Konkurrenten als Vertreter einer alteingesessenen Politelite darzustellen. Clinton und Kaine stünden für eine Fortsetzung der Politik von Präsident Barack Obama, erklärte Pence. „In den letzten siebeneinhalb Jahren haben wir mit ansehen müssen, wie Amerikas Rolle in der Welt geschwächt wurde. (...) Das amerikanische Volk weiß, dass wir Wandel brauchen.“

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dpa

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