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Jeb Bush hat sich zurückgezogen.

Jeb wirft hin

Vorerst kein dritter Bush im Weißen Haus

Washington - Sein Vater war Präsident der Vereinigten Staaten, sein älterer Bruder bekleidete den mächtigen Posten - doch für Jeb Bush ist der Traum vom Weißen Haus geplatzt.

Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der Vorwahl der US-Republikaner in South Carolina erklärte der Ex-Gouverneur von Florida am Samstagabend seinen Rückzug aus dem Nominierungsrennen. Trotz ursprünglicher Rückendeckung vieler Vertreter aus dem Establishment seiner Partei und einer prall gefüllten Wahlkampfkasse hatte seine Kampagne nie wirklich Fahrt aufgenommen.

"Die Menschen in Iowa und in New Hampshire und in South Carolina haben gesprochen, und ich respektiere ihre Entscheidung", sagte Bush mit Blick auf seine mageren Ergebnisse bei den ersten drei Vorwahlen. Anfang Februar in Iowa hatte er weniger als drei Prozent geholt, in New Hampshire kam er auf elf Prozent. Die nun knapp acht Prozent in South Carolina begruben seine Präsidentschaftsambitionen endgültig.

"Ich bin stolz auf die Kampagne"

"Ich bin stolz auf die Kampagne, die wir geführt haben, um unser Land zu vereinigen", sagte Bush in seiner Rückzugsrede, in der er den Tränen nah schien. Der Ex-Gouverneur hatte auf South Carolina gesetzt, um seiner seit Monaten dahin dümpelnden Bewerbung neues Leben einzuhauchen.

Der 63-Jährige verbrachte viel Zeit in dem Südstaat und gab Millionensummen für Wahlspots aus. Schützenhilfe erhielt er auch von Ex-Präsident George W. Bush, der in South Carolina erstmals einen Wahlkampfauftritt für seinen Bruder absolvierte.

Geboren wurde Jeb Bush 1953 in Texas, sein Vorname steht für die Initialen von John Ellis Bush. Anfang der 70er Jahre traf er im Rahmen eines Austauschprogramms in Mexiko seine Frau Columba. Das Paar lebte einige Zeit in der venezolanischen Hauptstadt Caracas, wo Bush nach seinem Studium der Lateinamerikawissenschaften für eine texanische Bank arbeitete. Anfang der 80er Jahre zog die Familie nach Florida, dort stieg Bush ins Immobiliengeschäft ein.

Erfahrungen in der Politik sammelte er bei den Präsidentschaftswahlkämpfen seines Vaters George H.W. Bush, ehe er sich um den Gouverneursposten in Florida bewarb. Nach einem gescheiterten Anlauf 1994 regierte er den Bundesstaat von 1999 bis 2007. Fragwürdig ist seine Rolle beim Präsidentschaftswahlsieg seines Bruders im Jahr 2000, der Florida nach einer umstrittenen Neuauszählung für sich entschied.

Als Gouverneur gab sich Bush wirtschaftsfreundlich, senkte die Steuern und strich staatliche Programme zusammen. Der gläubige Christ, der seiner Frau zuliebe zum Katholizismus konvertierte, lehnt Abtreibungen strikt ab. Während seiner Amtszeit in Florida lockerte er die Waffengesetze und räumte Bürgern ein ausgeprägtes Recht auf Selbstverteidigung ein.

In der Einwanderungspolitik vertrat er dagegen eine gemäßigte Haltung - was zu seiner geringen Akzeptanz im republikanischen Nominierungsrennen beigetragen haben dürfte. Dort dominiert nämlich die bisweilen fremdenfeindliche Tonlage des Geschäftsmanns Donald Trump, der Einwanderer aus Mexiko als "Vergewaltiger" beschimpfte und an der Südgrenze der USA eine Mauer errichten will.

Als Bush vergangenen Juni seine Präsidentschaftsbewerbung offiziell machte, lag er in einigen Umfragen vorne. Die Unterstützung für den einstigen Favoriten des republikanischen Establishments schwand angesichts matter Auftritte in den Fernsehdebatten aber rapide. Immer wieder musste er den beißenden Spott von Trump ertragen, der kaum eine Möglichkeit ausließ, sich über den "energiearmen" Bush lustig zu machen.

Nicht zuletzt dürfte Bush auch seine Herkunft aus einer Politiker-Dynastie zum Verhängnis geworden sein. Viele Wähler an der republikanischen Basis zürnen den Eliten in Washington. Stattdessen feiern sie Partei-Rebellen wie Trump und den erzkonservativen Senator Ted Cruz. In dieser Stimmungslage wird ein republikanischer Markenname wie Bush zur Bürde.

AFP

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