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Donald Trump und Hillary Clinton liefern sich einen erbitterten und vor allem teuren Wahlkampf.

Spenden in die Wahlkampf-Kasse

US-Wahl 2016: Trump oder Clinton? Wen deutsche Firmen unterstützen

München - Donald Trump und Hillary Clinton liefern sich einen erbitterten Wahlkampf um das Präsidentenamt in den USA. Der kostet viel Geld. An Sponsoren mangelt es nicht. Doch welchen Kandidaten unterstützen deutsche Konzerne?

Update vom 10. Oktober 2016: Die US-Bürger wählen Ihren Präsidenten immer an einem Dienstag im November - doch warum ist das eigentlich so?

Update vom 27. September 2016: Das erste TV-Duell zwischen Trump und Clinton ist vorbei. Unser US-Korrespondent macht den Schnellcheck: So schlugen sich die Präsidentschaftskandidaten.

In der Nacht auf Montag treffen die Kandidaten erneut aufeinander: Hier sehen Sie das TV-Duell zwischen Clinton und Clinton live im TV und im Stream. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Debatte bei uns im Live-Ticker zu verfolgen.

Der US-Wahlkampf geht endgültig in die kochend heiße Phase. Am Mittwoch bestätigte der republikanische Parteikonvent Donald Trump offiziell als seinen Präsidentschaftskandidaten. Dass die Demokraten auf ihrem Parteitag kommende Woche Hillary Clinton als ihre Kandidatin nominieren, gilt als so sicher wie der nächste verbale Trump-Fehltritt. Der Wettstreit Trump gegen Clinton, Republikaner gegen Demokraten wird in den kommenden Monaten also noch viel intensiver, bevor er im November im Showdown ums Weiße Haus gipfelt. Die Umfragen zu Trump und Clinton ändern sich immer wieder. Hier finden Sie die aktuellen Umfragewerte zur US-Wahl

Hier konnten Sie bereits das 1. TV-Duell zwischen Trump und Clinton im Live-Ticker verfolgen.

Bis es allerdings soweit ist, und die Amerikaner im November an den Wahlurnen ihren Präsidenten bestimmen, werden Trump und Clinton in der Zwischenzeit fleißig Klinken putzen, um möglichst viele zahlungskräftige Unterstützer hinter sich zu scharren und reichlich Spenden zu generieren, die ihnen den Rest-Wahlkampf finanzieren. Dabei sind es nicht nur US-Konzerne, die den Kandidaten ihre monetäre Zuwendung zuteil kommen lassen. Auch die Spenden zahlreicher deutscher Großunternehmen fließen über die US-Tochterfirmen in die Wahlkampfkassen - vorzugsweise in die Trump'sche.

Allianz, BASF, Bayer, Deutsche Bank und Siemens investieren in die Republikaner

Wer nämlich denkt, die deutschen Konzerne würden den populistischen Multi-Milliardär Trump links liegen lassen und die Demokratin Clinton unterstützen, irrt. Laut der Welt wanderten mehr als zwei Drittel der Parteispenden der deutschen Branchengrößen Allianz, BASF, Bayer, Deutsche Bank und Siemens in die Kampagne des Republikaners, meist über ihre amerikanischen Tochterfirmen. Das Onlineportal beruft sich dabei auf Statistiken, die das Center of Responsive Politics (CRP), eine parteiunabhängige Nichtregierungsorganisation aus Washington, auf Basis amtlicher Angaben zusammengestellt hat.

Walhkampfspenden von Unternehmen, egal ob aus dem In- noch Ausland, sind in den USA eigentlich nicht erlaubt. Dieses Privileg obliegt Einzelpersonen mit amerikanischem Pass. Die Betonung hierbei liegt allerdings auf dem Wörtchen "eigentlich". Denn auch bei dieser Regelung gibt es selbstverständlich ein Schlupfloch. Dieses trägt den imposanten Namen Political Action Commitee (PAC). Wie die Welt berichtet, gründen viele Firmen solche Spendenausschüsse, in dem die Spenden der Mitarbeiter gesammelt und schließlich an die Kandidaten verteilt werden. 

Demnach sind auch zahlreiche US-Tochterfirmen deutscher Unternehmen in solchen Spendenausschüssen organisiert. Zu den zahlungskräftigsten zählt hier der des Chemiekonzerns BASF. Jüngsten Angaben zufolge soll dieser im aktuellen Wahlkampf schon 399.000 Dollar verteilt haben. Nur der französische Pharmahersteller Sanofi und die Schweizer Bank UBS hätten laut CRP den republikanischen Kandidaten noch mehr Spendengelder zu kommen lassen, berichtet die Welt. Jedoch sind das alles Kleinigkeiten im Vergleich zu US-Konzernen: Top-Spender wie AT&T kommen zum jetzigen Zeitpunkt demnach schon auf mehr als drei Millionen Dollar an Spenden.

Spendengunst kann auch wechseln

Interessant: Anders als bei den langjährigen Republikaner-Unterstützern - Allianz, Bayer, BASF - hat die Spendengunst mancher deutscher Konzerne gewechselt. So haben die US-Tochterfirma von Fresenius Medical Care oder die Deutsche Bank in abgelaufenen Wahlkämpfen noch deutlich demokratische Politiker favorisiert. Mittlerweile gehen die Spenden größtenteils an die Republikaner. Bei der Deutschen Bank waren es laut Welt zuletzt knapp 86 Prozent des gesamten Spendenvolumens in Höhe von 37.000 Dollar.

Andere Firmen versuchen, ihre Zuwendungen ausgeglichen zu gestalten. Wie die Welt berichtet, zählt dazu unter anderem die Telekom-Tochter T-Mobile, die seit Jahren ziemlich offenkundig Demokraten und Republikaner gleichermaßen finanziell unterstützt.

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