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Donald Trumps Umfragewerte sind derzeit im Fall.

Hillary Clinton liegt vorne

Donald Trump nach Provokationen im Umfrage-Tief

Washington - Erst Künstler, dann Wirtschaftsbosse und jetzt auch noch namhafte Politiker aus der eigenen Partei: Donald Trump verliert zunehmend an Rückendeckung. Das spiegelt sich auch in aktuellen Umfragen wider.

Update vom 2. November 2016: Hier finden Sie die aktuellen Umfragewerte zur US-Wahl 2016.

Update vom 19. Oktober 2016: Donald Trump polarisiert: Sowohl die US-Wähler als auch seine Partei, die Republikaner. Hier finden Sie ein Porträt von Donald Trump.

Update vom 19. Oktober 2016: Die Meinungen über die demokratische Kandidatin für das Präsidentenamt sind vor der US-Wahl 2016 gespalten. Hier finden Sie ein Porträt von Hillary Clinton.

Update vom 10. Oktober 2016: Die Kandidaten verändern sich, die Themen verändern sich, aber eines bleibt immer gleich: Die US-Bürger wählen ihren Präsidenten dienstags. Dafür gibt es einen Grund.

Update vom 27. September 2016: Das erste TV-Duell zwischen Trump und Clinton ist vorbei. Unser US-Korrespondent macht den Schnellcheck: So schlugen sich die Präsidentschaftskandidaten.

Update vom 26. September 2016: Clinton und Trump liefern sich heute Nacht ihr erstes TV-Duell und wir sind im Live-Ticker für Sie dabei.

US-Wahl 2016: Trump im Umfragentief

Die vergangenen Wochen waren nicht leicht für den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner: Fast kein Tag verging, an dem Donald Trump nicht für Schlagzeilen sorgte. In gewohnter Manier hatte er kräftig ausgeteilt. Auf einer Wahlkampfveranstaltung sagte er zu den Eltern eines weinenden Neugeborenen zunächst, er liebe Babys - nur um dann kurze Zeit später seine Meinung zu ändern und von den Eltern zu fordern: "Schaffen Sie das Baby hier raus".

Jüngst sorgte er mit einer zweideutigen Aussage vor Waffenfreunden für Aufsehen: Bei einem Wahlkampfauftritt deutete der Rechtspopulist an, dass nur Waffenfreunde seine Rivalin Hillary Clinton aufhalten könnten.

US-Wahl 2016: Die Khan-Affäre - ein Kandidat auf Abwegen

Donald Trump, das Fähnchen im Wind, der Unberechenbare, macht vor keiner Bevölkerungsgruppe und keinem ungeschriebenen Gesetz halt. Auch nicht vor dem amerikanischen Tabu, schlecht über Veteranen zu sprechen. Donald Trump kränkte Khizr Khan und seine Frau Ghazala, die Eltern eines im Irak-Krieg gefallenen muslimischen US-Veteranen. Diese hatten Trump beim Parteitag der Demokraten vorgeworfen, er hätte - im Gegensatz zu ihnen - noch niemanden für sein Land geopfert und verrate in seinem Hass gegen Muslime zentrale Werte der amerikanischen Verfassung. Wie immer fackelte Trump nicht lange und schlug zurück. Khizr Khans Frau Ghazala dürfe wohl nicht sagen, was sie wolle, mutmaßte Trump, deswegen hätte sie bei der Rede ihres Mannes geschwiegen. Eine muslimfeindliche und zutiefst rassistische Aussage als Antwort auf die Vorwürfe eines Bürgers: Von allen Seiten hagelte es Kritik.

US-Wahl 2016: Ist Trump eine Gefahr für das ganze Land?

Jetzt scheint es so, als blieben die zuletzt gehäuft auftretenden Eklats des republikanischen Präsidentschaftskandidaten nicht ohne Folgen. Nachdem sich zahlreiche Wirtschaftsgrößen wie Warren Buffett und Künstler wie der R.E.M.-Sänger Michael Stipe gegen Trump als US-Präsidenten ausgesprochen haben, gaben nun auch zahlreiche namhafte Republikaner bekannt, sie würden bei den Präsidentschaftswahlen im November nicht für den Kandidaten stimmen - immerhin der Kandidat ihrer eigenen Partei.

In einem offenen Brief verkündeten führende Sicherheitspolitiker, der Spitzenkandidat der Republikaner sei eine Gefahr für die Vereinigten Staaten. "Herrn Trump fehlen der Charakter, die Werte und die Erfahrung, um Präsident zu sein", schreiben sie in ihrer Erklärung, die am Montag bekannt wurde - oder noch deutlicher: "Vielmehr sind wir davon überzeugt, dass er ein gefährlicher Präsident wäre, unter dem die nationale Sicherheit und das Wohlergehen des Landes Risiken ausgesetzt wären." Diese Zeilen sind jedoch kein Plädoyer für Trumps demokratische Gegenspielerin Hillary Clinton - auch von ihr sind die Sicherheits-Experten, zu denen auch der frühere CIA-Chef Michael Hayden gehört, nicht überzeugt. Trump wollen sie dennoch nicht wählen. 

US-Wahl 2016: Prognosen und Umfragen - Wie sieht es in den Swing States aus?

Doch wie blicken diejenigen auf Donald Trump, auf die es im November ankommt: die Wähler? Aktuelle Wahlprognosen zeigen zwar, dass Trumps Popularität seit seinem Umfrage-Hoch kurz nach dem Parteitag im Juli deutlich zurückgegangen ist. Allerdings geben immer noch rund 40 Prozent der US-Amerikaner an, den Republikaner wählen zu wollen. Das geht aus einer Grafik von Real Clear Politics hervor, einem unabhängigen Portal, das den Mittelwert aus den wichtigsten Umfragen ermittelt. Damit liegt Donald Trump aktuell knapp acht Prozentpunkte hinter seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton.

Aktuell würden 47,6 Prozent der Wähler für Hillary Clinton stimmen. Dabei lag die ehemalige First Lady Ende Juli für kurze Zeit zum ersten Mal hinter Donald Trump. Seit Anfang August steigen nun Clintons Umfragewerte wieder deutlich an, während die ihres Konkurrenten nun im freien Fall zu sein scheinen.

Wirft man einen Blick auf die Umfragen in einigen der sogenannten "Swing States", jenen Staaten, die noch keiner der beiden Kandidaten für sich gewinnen konnte und die deshalb besonders stark umkämpft sind, zeichnet sich ein ähnliches Bild: In Florida hat Clinton einen Vorsprung von drei Punkten, in Ohio liegt sie um einen Punkt vorne, in Pennsylvania hat sie sogar einen Vorsprung von neun Punkten.

US-Wahl 2016: Konkurrenz aus den eigenen Reihen

An dem landesweiten Trend änderte bisher auch die wirtschaftspolitische Rede nichts, die Donald Trump Anfang der Woche schwang. Er wolle die Steuer vereinfachen, gar senken, verkündete der Politiker und Immobilienmogul am Montag in Detroit -  jenem Ort, der wie kein anderer für die stagnierende Wirtschaft des Landes steht. Schuld an der Krise sei der weltweite Wettbewerb, wird er nicht müde zu betonen. Oder wie er im Juli verkündete: "Amerikanismus, nicht Globalismus wird von nun an unser Credo sein." Nach all den Bevölkerungsgruppen, die Trump in den vergangenen Wochen und Monaten verbal angegriffen hat, überrascht es fast, dass seine Umfragewerte noch immer um die 40 Prozent liegen: Schließlich sind unter den Wählern auch zahlreiche Veteranen, Muslime und Marokkaner.

Selbst seiner eigenen Partei ist Donald Trump wohl nicht mehr ganz geheuer. Teile der Republikaner wollen jetzt einen anderen Kandidaten im Rennen um das Oval Office unterstützen: Den ehemaligen CIA-Mitarbeiter Evan McMullin. Der 40-Jährige Republikaner hat angekündigt, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren, als unabhängiger Kandidat. 

ae

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