USA, IS
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Mit Hilfe von Kampfjets haben die USA einen Konvoi bombardiert, in dem sich mutmaßlich Anführer des IS befanden.

Medienbericht

USA bombardieren Konvoi mit IS-Führern

Washington - Die Kämpfe gegen die Terrormiliz IS im Irak und in Syrien gehen weiter. US-Kampfjets nehmen einen Konvoi mit Anführern der Dschihadisten ins Visier.

Ist der Dschihadistenführer Abu Bakr al-Bagdadi womöglich getötet worden? Die irakische Regierung untersuchte am Sonntag, ob der selbsternannte Kalif und Anführer der Miliz Islamischer Staat (IS) unter den Opfern eines Luftangriffs der US-geführten internationalen Militärkoalition auf einen Konvoi nahe Mossul war. Die Regierung begrüßte zudem die Ankündigung Washingtons, weitere 1500 Militärberater zu schicken, die bei der Ausbildung der irakischen Streitkräfte helfen sollen.

Das US-Zentralkommando Centcom teilte am Samstag mit, bei den Luftangriffen nahe Mossul sei am Freitagabend ein Konvoi aus zehn gepanzerten Fahrzeugen zerstört worden. Der Angriff habe sich gegen ein "Treffen von IS-Anführern" gerichtet. Es könne jedoch nicht bestätigt werden, dass al-Bagdadi getötet wurde. Ein hoher irakischer Geheimdienstvertreter sagte, es würden Berichte "informeller Quellen" geprüft, wonach der oberste IS-Chef unter den Opfern sei.

Der britische Generalstabschef Nicholas Houghton sagte dem Rundfunksender BBC am Sonntag, er könne "nicht absolut bestätigen", dass al-Bagdadi getötet wurde. "Es wird wahrscheinlich einige Tage dauern, bis es eine absolute Bestätigung gibt." Die Tötung des selbsternannten Kalifen wäre ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen die Dschihadisten. Washington hat zehn Millionen Dollar (acht Millionen Euro) für seine Festnahme ausgesetzt.

Die US-Luftwaffe fliegt seit Wochen im Irak und Syrien gemeinsam mit europäischen und arabischen Verbündeten Angriffe auf die Dschihadisten. Zudem unterstützt Washington im Irak die regulären Streitkräfte sowie die kurdischen Milizen mit Ausbildern. Am Freitag kündigte US-Präsident Barack Obama an, bis zu 1500 weitere US-Militärberater in den Irak zu schicken. Laut dem Weißen Haus sollen die ersten Soldaten in den kommenden Wochen in den Irak verlegt werden.

Iraks Regierung begrüßte die Entsendung der Ausbilder, bezeichnete sie jedoch auch als "etwas spät". Demnach sollen die Militärberater aus den USA und anderen Staaten in vier oder fünf Ausbildungslagern eingesetzt werden. Mit der Entsendung der neuen Berater verdoppelt sich die Zahl der US-Soldaten im Irak praktisch auf 3100. Die USA hatten ihre letzten Einheiten eigentlich 2011 abgezogen, nachdem Gespräche mit Bagdad über den Verbleib einer Resttruppe gescheitert waren.

Die US-Berater sollen laut Washington die irakischen Streitkräfte auch in der westlichen Provinz Anbar unterstützen, dort aber "keine Kampfrolle" spielen. Die irakische Armee hatte sich im Juni als unfähig erwiesen, den Vormarsch der IS-Milizen aufzuhalten. Zahlreiche Einheiten hatten sich kampflos unter Zurücklassung ihrer Waffen zurückgezogen und viele Soldaten waren desertiert. Große Teile der Armee müssen daher reorganisiert und neu aufgebaut werden.

Am Samstag verdeutliche eine erneute Serie von Bombenanschläge in Bagdad die prekäre Sicherheitslage. Wie Ärzte und Sicherheitskräfte mitteilten, wurden bei der Explosion der Autobomben in fünf mehrheitlich schiitischen Vierteln der Hauptstadt 37 Menschen getötet.

Im benachbarten Syrien wurden laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der nördlichen Provinz Aleppo bei Angriffen der Regierungstruppen mit Fassbomben 21 Zivilisten getötet. Die Beobachtungsstelle erklärte zudem, seit Beginn der Kämpfe um die kurdische Stadt Kobane an der Grenze zu Türkei vor fast zwei Monaten seien dort mehr als tausend Menschen getötet worden, darunter 609 IS-Kämpfer und 379 kurdische Milizionäre. Zivilisten befinden sich praktisch nicht mehr in der Stadt, deshalb gab es unter ihnen auch nur wenige Opfer.

AFP/dpa

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