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Tausende Flüchtlinge sind derzeit an der griechisch-mazedonischen Grenze gestrandet.

Besuch auf Insel Lesbos

Flüchtlingskrise: US-Vizeaußenministerin sagt Millionen zu

Lesbos - Die USA wollen in der europäischen Flüchtlingskrise nicht tatenlos zusehen. Nun verspricht Vizeaußenministerin Heather Higginbottom eine Millionen-Hilfe.

Bei einem Besuch auf der griechischen Insel Lesbos hat die stellvertretende US-Außenministerin Heather Higginbottom am Montag 20 Millionen Dollar (gut 18 Millionen Euro) für die Flüchtlingshilfe in Europa zugesagt. Das Geld soll demnach vor allem dem UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) zugute kommen.

Die USA wollten darüber wachen, dass die Vereinbarungen zwischen der EU und der Türkei das Asylrecht und den Schutz der Flüchtlinge nicht beeinträchtige, sagte Higginbottom nach einem Besuch des Registrierungslagers Moria. Dutzende Flüchtlinge protestierten während des Besuchs gegen ihre Internierung in Moria. Sie forderten lautstark "Freiheit!" und riefen "wo bleiben die Menschenrechte?" Die Flüchtlinge dürfen das Registrierungslager seit dem 20. März nicht mehr verlassen.

Die Änderungen im Umgang mit den Flüchtlingen in Griechenland wurden von mehreren Hilfsorganisationen scharf kritisiert. In Moria würden Menschen eingesperrt, die "keinerlei Verbrechen begangen" hätten, sagte der Griechenland-Beauftragte der Organisation Oxfam, Giovanni Riccardi Candiani. Flüchtlinge würden mit stark eingeschränkter Bewegungsfreiheit festgehalten, um von dort "zwangsweise" in die Türkei zurückgebracht zu werden. Moria sei zu einem "geschlossenen Abschiebezentrum" geworden.

Organisationen verzweifeln an Moria

Zuvor hatten bereits das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärt, ihre Arbeit in Moria einzustellen.

Die griechischen Behörden gaben die Zahl der Flüchtlinge auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Rhodos und Kastellorizo am Montag mit 4289 an, davon knapp die Hälfte (2068) auf Lesbos. "Die Menschen haben inzwischen verstanden, dass sie festgehalten werden", sagte Ilektra Koutsoumani von der Organisation Ärzte der Welt. Diese Organisation setzt ihre Tätigkeit für die Flüchtlinge auch in Moria fort.

EU nimmt syrische Flüchtlinge aus der Türkei auf

Eine Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die Türkei irregulär nach Griechenland gelangte Schutzsuchende zurücknimmt. Im Gegenzug nimmt die EU syrische Flüchtlinge auf, die bereits in der Türkei sind. Zu dem Abkommen gehört die Prüfung von Asylanträgen in den Registrierungslagern, sogenannten Hotspots, in Griechenland. Dafür will die EU zahlreiche zusätzliche Polizisten und Asylentscheider bereitstellen.

Allein am Ostersonntag und -montag rettete die italienische Küstenwache fast 1500 Flüchtlinge, die mit Schlauchbooten versuchten, von Libyen aus das Mittelmeer zu überqueren. Insgesamt rückte die Küstenwache nach eigenen Angaben rund ein Dutzend Mal aus. Laut einer UNHCR-Statistik erreichten seit Jahresbeginn und bis zum 24. März insgesamt 14.492 Flüchtlinge Italiens Küsten.

afp

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