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Jetzt auf der Terrorliste der USA: Ex-Rapper Denis Cuspert.

"Deso Dogg"

USA setzen deutschen Ex-Rapper auf ihre Terrorliste

Washington/Berlin - Die USA haben den früheren Berliner Rapper Denis Cuspert alias Deso Dogg wegen seiner Rolle in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf ihre Terrorliste gesetzt.

Sämtliches Vermögen von Cuspert im Zuständigkeitsbereich der US-Justiz werde eingefroren, teilte das Außenministerium in Washington am Montag mit. Außerdem seien US-Bürgern fortan Geschäftsbeziehungen mit Cuspert untersagt.

Cuspert gilt als einer der bekanntesten aus Deutschland stammenden Islamisten. Nach Angaben des US-Außenministeriums hatte er sich im Jahr 2012 als "ausländischer Terrorkämpfer" der IS-Miliz angeschlossen und trat seitdem in mehreren Propagandavideos der Dschihadisten auf. Die jüngsten Aufnahmen stammen demnach vom vergangenen November und zeigen Cuspert offenbar in einem Video von der Hinrichtung eines IS-Gegners.

Denis Cuspert - Berliner Rapper und islamistischer Terrorist

Cuspert wurde 1975 als Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers in West-Berlin geboren. Er wuchs in verschiedenen Stadtteilen auf, vor allem aber in Kreuzberg. Laut einem Dossier des Berliner Verfassungsschutzes über das Leben Cusperts geriet der Junge in ein soziales Milieu, „das sich analog zur US-amerikanischen Gang-Kultur über Gewalt, kriminelle Geldbeschaffung und exzessive Lebensführung definiert“.

2002 begann Cusperts Karriere als Rapper unter dem Namen „Deso Dogg“. In seinen Texten verarbeitete er persönliche Erfahrungen mit Diskriminierung. Er sei zwar wenige Jahre später innerhalb der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene bekanntgewesen, der große Durchbruch sei ihm aber nicht gelungen, schrieb der Verfassungsschutz.

Seit 2007 präsentierte Cuspert sich als gläubiger Muslim. Spätestens Anfang 2010 entstanden Kontakte zur Berliner Al-Nur-Moschee. Diese Moschee in einem Gewerbegebiet in Berlin-Neukölln machte Schlagzeilen mit Auftritten von Hasspredigern und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Damals entstand ein Video, das Cuspert im Gespräch mit dem salafistischen Prediger Pierre Vogel zeigt.

Mitte 2012 reiste Cuspert zunächst nach Ägypten aus, ein halbes Jahr später zog er weiter nach Syrien. Er schloss sich der Terrormiliz IS an. Im September 2013 wurde er - offenkundig bei einem Luftangriff des syrischen Militärs - schwer am Kopf verwundet.

Im selben Monat erhob die Staatsanwaltschaft in Köln in Abwesenheit Anklage gegen Cuspert wegen Sachbeschädigung. Er soll einem Reporter in einer Moschee eine Filmkamera entrissen und diese auf den Boden geworfen haben. Das Verfahren wurde eingestellt, weil Cuspert schon damals als untergetaucht galt.

Innerhalb der Terrororganisation hat der 39-Jährige, der sich mittlerweile Abu Talha al-Almani nennt, vor allem die Aufgabe, radikalisierte Salafisten in Deutschland anzuwerben. In mehreren Videos ruft Cuspert auf Deutsch dazu auf, sich dem IS anzuschließen. Laut Analyse der Verfassungsschützer genießt er „eine exponierte Stellung als deutschsprachiger Propagandist des Islamischen Staates“.

Obama lobt deutsche Waffenlieferungen für kurdische Peschmerga-Verbände

Die US-Regierung gab die Aufnahme des IS-Kämpfers auf die Terrorliste während eines Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Washington bekannt. Bei Merkels Beratungen mit US-Präsident Barack Obama ging es auch um den Kampf gegen die Dschihadisten, die weite Gebiete in Syrien und im Irak unter ihre Kontrolle gebracht haben. Obama lobte bei einer Pressekonferenz die deutschen Waffenlieferungen für die kurdischen Peschmerga-Verbände, die im Nordirak gegen die IS-Miliz kämpfen, als "bedeutenden Meilenstein".

AFP

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