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Obama und Erdogan berieten sich am Rande des G20-Gipfels. 

Kampf gegen den Terror

Türkei und USA wollen IS aus Raka vertreiben

Istanbul - Die USA und die Türkei wollen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gemeinsam aus ihrer syrischen Hochburg Raka vertreiben.

Er habe mit US-Präsident Barack Obama am Rande des G20-Gipfels in China über ein gemeinsames Vorgehen beraten, wurde der türkische Präsident Erdogan am Mittwoch von der Zeitung "Hürriyet" zitiert. In die mit türkischer Unterstützung vom IS befreite Grenzstadt Dscharablus kehrten unterdessen die ersten geflüchteten Bewohner zurück.

Raka sei das wichtigste Zentrum des IS, sagte Erdogan laut "Hürriyet" auf dem Rückflug von China vor Journalisten. Obama wolle speziell in Raka etwas "zusammen unternehmen", fügte der türkische Präsident hinzu. "Ich habe gesagt, dass das aus unserer Sicht kein Problem wäre." Er habe daher vorgeschlagen, dass Militärs beider Länder sich treffen und darüber beraten sollten, was getan werden müsse.

Die Stadt Raka am Ufer des Euphrat war 2013 vom IS erobert und 2014 zur Hauptstadt der Dschihadisten erklärt worden. Die Vertreibung des IS aus Raka wäre ein Wendepunkt im Kampf gegen den IS.

Türkische Einheiten kämpfen seit zwei Wochen in Nordsyrien zusammen mit syrischen Rebellen gegen den IS. Ziel ist es, die Nachschubwege der Dschihadisten über die türkisch-syrische Grenze zu kappen.

Syrische Opposition präsentiert neue Pläne

Gleich am ersten Tag der türkischen Offensive hatten Rebellenkämpfer, die von türkischer Artillerie und Luftangriffen unterstützt wurden, die Grenzstadt Dscharablus vom IS zurückerobert. Am Mittwoch kehrten hunderte Bewohner über den türkischen Grenzübergang Karkamis nach Dscharablus zurück.

Die türkische Offensive richtete sich aber nicht nur gegen den IS, sondern auch gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Ankara will verhindern, dass die Kurden ein zusammenhängendes Autonomiegebiet in der Grenzregion schaffen. Für die USA sind die Kurdenmilizen jedoch ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen den IS.

Die syrische Opposition präsentierte unterdessen neue Pläne für eine Übergangsregierung ohne Präsident Baschar al-Assad. Das Hohe Verhandlungskomitee (HNC) schlug in London sechsmonatige Verhandlungen zwischen Vertretern von Regierung und Opposition vor. Anschließend soll eine Einheitsregierung gebildet werden, an der Regierungsvertreter, Oppositionelle und Vertreter der Zivilgesellschaft beteiligt sind, nicht aber Assad.

Berichte über Angriffe mit Giftgas

Der syrische Bürgerkrieg hatte im Frühjahr 2011 mit regierungskritischen Protesten gegen Assad begonnen und sich rasch zu einem bewaffneten Konflikt ausgeweitet. Mehr als 290.000 Menschen wurden dabei bislang getötet, mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Allein in der Provinz Hama flüchteten in der vergangenen Tagen rund 100.000 Menschen vor Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen, wie das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) mitteilte.

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zeigte sich unterdessen besorgt über Berichte, wonach bei einem Luftangriff in Aleppo erneut Giftgas eingesetzt wurde. Die "beunruhigenden" Berichte über den Abwurf von Fässern mit Chlorgas durch die Regierungstruppen würden "sehr ernst genommen", erklärte OPCW-Direktor Ahmet Üzümcü in Den Haag. Nach Angaben von Aktivisten hatten nach dem Angriff mehr als 70 Menschen über Atemprobleme geklagt.

afp

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