Russlands Außenminister Sergej Lawrow (l.) und der Außenminister der USA, John Kerry.
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Russlands Außenminister Sergej Lawrow (l.) und der Außenminister der USA, John Kerry.

Zweiter Versuch

Syrien akzeptiert Waffenstillstand - Umsetzung ungewiss

Damaskus - In der vergangenen Woche scheiterte ein erster Versuch, eine Waffenruhe in Syrien zu erzielen. Jetzt unternehmen die USA und Russland einen zweiten Anlauf. Wird er erfolgreich sein?

Auch nach der Zustimmung des syrischen Regimes zu einer Waffenruhe herrschen Zweifel an einem baldigen Ende der Gewalt in dem Bürgerkriegsland. Das Regime in Damaskus erklärte am Dienstag, es akzeptiere die von den USA und Russland ausgehandelte Feuerpause, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. Rebellenvertreter äußerten jedoch große Skepsis. „Es ist unmöglich, diese Waffenruhe umsetzen“, sagt Sami Obeid von der bewaffneten Gruppe Dschaisch al-Mudschhidin. Die Türkei behält sich zugleich das Recht auf Vergeltungsangriffe gegen die Kurden-Miliz YPG in Nordsyrien vor.

Die USA und Russland hatten sich am Montag auf eine Waffenruhe geeinigt, die am Samstag 0.00 Uhr Ortszeit (26. Februar 23.00 Uhr MEZ) beginnen soll. Alle Konfliktparteien sollten bis Freitagmittag erklären, ob sie die Bedingungen annehmen. Es ist der zweite Versuch der internationalen Gemeinschaft, eine Feuerpause zu erreichen, nachdem ein erster Anlauf in der vergangenen Woche gescheitert war.

Die Waffenruhe soll den Weg ebnen für die Wiederaufnahme der Anfang Februar ausgesetzten Genfer Friedensgespräche. Ausgenommen von der Feuerpause sind die Terrormiliz IS und die Al-Nusra-Front, syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Syrien und sein Verbündeter Russland betrachten allerdings noch andere Rebellenmilizen als Terrororganisationen.

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Umsetzung der Waffenruhe nicht leicht

Die US-Regierung erklärte, die Umsetzung der Waffenruhe werde schwierig sein. „Wir wissen, dass es viele Hürden gibt, und es wird sicherlich Rückschläge geben“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Josh Earnest.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rief Syriens Nachbarn auf, die Einigung zu akzeptieren. Er sprach von einem „sehr ausbuchstabierten Dokument“, das Voraussetzung für ein Ende der Kämpfe sein könne. Es hänge viel davon ab, ob auch die Nachbarn das Abkommen unterstützten. Iran ist wichtigster regionaler Partner des Regimes, Saudi-Arabien und die Türkei unterstützen die Rebellen.

Die syrische Regierung erklärte, die Annahme der Waffenruhe erfolge auf der Grundlage, dass der Kampf gegen den IS, die Al-Nusra-Front sowie andere mit diesen Gruppen verbundene Terrororganisationen weitergehen werde. Zudem müsse verhindert werden, dass die bewaffneten Gruppen die Waffenruhe nutzen, um sich zu verstärken. Die syrische Armee und ihre Verbündeten hatten in den vergangenen Wochen mit russischer Luftunterstützung wichtige Geländegewinne erzielt.

Opposition befürwortet Waffenruhe

Die Opposition teilte mit, grundsätzlich für eine Waffenruhe zu sein. Es müsse aber unter anderem garantiert sein, dass Belagerungen in Syrien aufgehoben, Bombardements von Zivilisten eingestellt und Hilfslieferungen ermöglicht werden, teilte das Oberste Verhandlungskomitee (HNC) der Regimegegner mit.

Usama Abu Seid, Berater der moderaten Freien Syrischen Armee (FSA), erklärte, die Rebellen hätten noch nicht entschieden, ob sie die Feuerpause akzeptieren. „Wir stimmen einer Waffenruhe zu“, sagte er. „Aber nicht einer Waffenruhe ohne Garantien.“ Er äußerte die Befürchtung, das Regime und Russland könnten Angriffe gegen die Nusra-Front Vorwand nutzen, um auch gegen andere Rebellen vorzugehen.

Der türkische Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus erklärte, sein Land habe das Recht, sein Territorium zu verteidigen. Der Beschuss syrischer Gebiete unter Kontrolle der kurdischen YPG-Milizen geschehe nur aus Gründen der „Selbstverteidigung“. Die türkische Regierung macht die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und ihren syrischen Ableger YPG verantwortlich für den blutigen Selbstmordanschlag von Ankara. Sie wirft der YPG außerdem Angriffe auf die Türkei im Grenzgebiet vor. Beide Anschuldigungen weisen die Kurden zurück.

Erst am Montag starben in Damaskus und Homs 155 Menschen bei Anschlägen.

dpa

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