+
Die elektronische Einreiseerlaubnis (ESTA) wird wohl künftig auch Angaben zu Reisen in Länder enthalten, die Terroristen Zuflucht bieten. Foto: Marcus Brandt/Archiv

USA verschärfen Auflagen für visumfreie Einreise

Streng sind die Regeln für eine Reise in die Vereinigten Staaten schon jetzt. Doch nach dem Terror von Paris fürchten Weißes Haus und Kongress offene Schlupflöcher. Die sollen jetzt gestopft werden.

Washington (dpa) - Nach den Pariser Terroranschlägen verschärfen die USA ihre Einreisebestimmungen für Besucher ohne Visum.

Mit strengeren Regeln für das "Visa Waiver"-Programm (VWP) zur visumfreien Einreise, an dem Deutschland und 37 weitere Länder teilnehmen, sollen Terroristen mit entsprechenden Pässen abgehalten werden. Hintergrund seien die Pariser Attacken und die anhaltende Bedrohung durch ausländische Kämpfer, wie das Weiße Haus am Montag mitteilte.

So muss die elektronischen Einreiseerlaubnis (ESTA) künftig auch Angaben zu Reisen in Länder enthalten, die Terroristen Zuflucht bieten. Auch die bessere Nutzung biometrischer Daten, etwa Fingerabdrücke, ist im Gespräch. Die Geldstrafe für Fluggesellschaften, die Passdaten ihrer Passagiere nicht ausreichend überprüfen, soll von 5000 auf 50 000 Dollar (47 300 Euro) erhöht werden. Zudem verhandelt Washington mit sieben Ländern, darunter Belgien und den Niederlanden, damit Kontrollen zur Einreise bereits an dortigen Flughäfen vorgenommen werden und nicht erst nach Ankunft in den USA.

Nach den Pariser Attacken war das Programm, mit dem Besucher bis zu 90 Tage visumfrei in die USA reisen können, erneut in die Kritik geraten. Einige Kongressmitglieder fordern, Länder ausschließen zu dürfen, die nicht ausreichend mit US-Behörden kooperieren. 2012 reisten mit 19,1 Millionen Menschen 40 Prozent aller ausländischen Besucher über das VWP ein, die meisten davon aus Europa und Asien.

Senatorin Dianne Feinstein, die das VWP als "weiche Schattenseite unserer Richtlinien zur nationalen Sicherheit" bezeichnet hat, will jeden vom Programm ausschließen, der innerhalb der vergangenen fünf Jahre nach Syrien oder in den Irak gereist ist. Sowohl Geschäftsleute als auch die Tourismusindustrie haben ein Interesse daran, dass das ohnehin schon aufwendige US-Einreiseverfahren nicht allzu kompliziert und langwierig wird.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tote bei Anschlag auf Restaurant in Mogadischu

Mogadischu (dpa) - Bei einem Anschlag der radikalislamischen Terrororganisation Al-Shabaab auf ein Restaurant in Mogadischu sind einem Augenzeugen zufolge mindestens …
Tote bei Anschlag auf Restaurant in Mogadischu

Merkel-Besuch: Tschechien bleibt bei Widerstand gegen Quoten

Prag - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die tschechische Regierung bei ihrem Prag-Besuch am Donnerstag nicht für ihre Flüchtlingspolitik gewinnen können. Prag hält an …
Merkel-Besuch: Tschechien bleibt bei Widerstand gegen Quoten

Streit um muslimische Badekleidung spaltet Frankreich

Paris - In Frankreich wird in acht Monaten gewählt, auch deshalb wird die Debatte um Burkinis mit aller Schärfe geführt. Spannungen gibt es auch innerhalb der Regierung. …
Streit um muslimische Badekleidung spaltet Frankreich

Neue Fluchtroute durch die Schweiz: Kommunalpolitiker schlägt Alarm

München/Konstanz - Aktuelle Asyl-Zahlen aus der Schweiz sorgen für Unruhe in Süddeutschland. Eine neue Flüchtlings-Route führt durch das kleine Land. Die Bundespolizei …
Neue Fluchtroute durch die Schweiz: Kommunalpolitiker schlägt Alarm

Kommentare