+
Derzeit sind Donald Trump (l.) bei den Republikanern und Hillary Clinton bei den Demokraten die Favoriten.

Vorwahlkampf in Amerika

US-Wahl: Deshalb ist der "Super Tuesday" so wichtig

Washington - Im US-Vorwahlkampf findet am Dienstag der "Super Tuesday" statt: Insgesamt zwölf der 50 Bundesstaaten halten an diesem Tag Vorwahlen ab, so viele wie an keinem anderen Datum.

Somit ist der "Super Tuesday" ein Meilenstein auf dem Weg zur Nominierung der Präsidentschaftskandidatenvon Demokraten und Republikanern.

Worüber wird abgestimmt?

Bei den Vorwahlen bestimmen beide Parteien die Delegierten aus den Bundesstaaten für die Nominierungsparteitage im Sommer. Je besser ein Präsidentschaftsbewerber in einem Bundesstaat abschneidet, desto mehr Wahlmänner darf er aus diesem Staat zum Parteitag schicken. Die Republikaner küren ihren Kandidaten vom 18. bis 21. Juli in Cleveland, die Demokraten vom 25. bis 28. Juli in Philadelphia. Am "Super Tuesday" vergeben die Republikaner 595 ihrer knapp 2500 Parteitags-Delegierten, bei den Demokraten geht es um gut tausend der rund 4700 Delegierten.

Welche Staaten treffen eine Entscheidung?

Nach den ersten vier Vorwahlen in einzelnen Bundesstaaten wird das Nominierungsrennen nun zu einer landesweiten Angelegenheit. In zehn Staaten treten sowohl Demokraten als auch Republikaner an die Wahlurnen, die meisten liegen im Süden der Vereinigten Staaten: Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont und Virginia. In Alaska halten derweil nur die Republikaner, in Colorado nur die Demokraten eine Vorwahl ab.

Der Großteil der Abstimmungen sind sogenannte Primaries, bei denen Bürger den ganzen Tag lang in einem öffentlichen Wahllokal ihre Stimme abgeben können. Einige Bundesstaaten halten sich dagegen an das Caucus-Prinzip, bei dem sich Parteianhänger auf Ortsebene persönlich zur Diskussion treffen und danach abstimmen. Die wichtigsten Vorwahlen finden in Texas, Georgia, Massachusetts und Virginia statt, die wegen ihrer hohen Bevölkerungszahl viele der begehrten Delegierten vergeben. Gewählt wird am "Super Tuesday" auch im US-Überseegebiet American Samoa.

Geht die Trump-Show bei den Republikanern weiter?

Nach drei Vorwahl-Siegen in Folge ist der Geschäftsmann Donald Trump der Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Auch in der Mehrzahl der "Super Tuesday"-Staaten sehen Meinungsforscher den populistischen Milliardär vorne. Spannend wird die Frage, ob der erzkonservative Senator Ted Cruz seinen Heimatstaat Texas für sich entscheiden kann. Der Senator Marco Rubio, der zum Bannerträger des republikanischen Establishments und gemäßigter Konservativer avancierte, steht unter Druck, seinen ersten Bundesstaat zu gewinnen.

Baut Hillary Clinton ihre Favoritenrolle aus?

Im Duell um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten hat die als Favoritin geltende Ex-Außenministerin Hillary Clinton nach ihrem jüngsten Vorwahl-Sieg in South Carolina wieder Oberwasser. Beim "Super Tuesday" könnte sie davon profitieren, dass viele Abstimmungen in den Südstaaten stattfinden. Dort ist der Anteil von afroamerikanischen Wählern, die großteils auf Clintons Seite stehen, besonders hoch. Ihr Rivale Bernie Sanders dürfte seinen Heimatstaat Vermont gewinnen. Der linke Senator macht sich auch Hoffnungen auf einen Sieg in Massachusetts.

Wie geht es nach dem "Super Tuesday" weiter?

Der "Super Tuesday" kann eine Vorentscheidung bringen, die Vorwahlen ziehen sich allerdings noch bis Juni. Ein wichtiges Datum ist der 15. März, wenn sich die Präsidentschaftsbewerber beider Parteien in fünf Staaten dem Votum der Wähler stellen, darunter Florida und Ohio. Bei den Republikanern werden die Delegierten ab Mitte März nicht mehr proportional zum Wahlergebnis vergeben, sondern gehen komplett an den Sieger in dem Bundesstaat.

Neben Trump, Rubio und Cruz sind auch noch Ohios Gouverneur John Kasich und der frühere Neurochirurg Ben Carson im republikanischen Rennen. Diese Konstellation spielt Trump in Hände, der ab Mitte März auch mit einer relativen Stimmenmehrheit die Gesamtzahl der Delegierten abräumen würde. Dem Immobilienmagnaten wäre die Nominierung dann nur noch schwer zu nehmen.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Achtklässlerin seit Jahren mit Nikab in der Schule

Belm - Eine Achtklässlerin in Niedersachsen erscheint bereits seit drei Jahren vollverschleiert zum Unterricht. Die Schule meldete das aber erst jetzt. Nun soll das …
Achtklässlerin seit Jahren mit Nikab in der Schule

BKA plant Bundestrojaner fürs Handy

Berlin - Das Bundeskriminalamt (BKA) will einem Medienbericht zufolge künftig Smartphones und Tablets von Verdächtigen überwachen können.
BKA plant Bundestrojaner fürs Handy

CDU nahm unzulässige Spenden von Ex-Agent Mauss an

Mainz - Die CDU hat über eine Anwaltskanzlei Spenden von dritter Seite erhalten, mehrere zehntausend Euro. Zumindest über den Spender gibt es nun mehr Klarheit.
CDU nahm unzulässige Spenden von Ex-Agent Mauss an

AfD-Chef Holm soll gegen Landeswahlrecht verstoßen haben

Berlin/Schwerin - Dem Vorsitzenden der AfD-Landtagsfraktion von Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, droht der Verlust seines Parlamentsmandats.
AfD-Chef Holm soll gegen Landeswahlrecht verstoßen haben

Kommentare