USA Wahlkampf Trump
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Geht Donald Trump tatsächlich als republikanischer Präsidentschaftskandidat ins Rennen um den Sitz im weißen Haus?

Wer hat welche Chancen?

US-Wahlkampf: Ist Trump noch zu stoppen?

Washington - Nächster Meilenstein im US-Vorwahlkampf: Abstimmungen in fünf Staaten, darunter Alles-oder-Nichts-Wahlen in Florida und Ohio. Kann Trump davonziehen oder wird er noch ausgebremst?

Im vollgepackten US-Wahlkalender mit seinen über 100 Abstimmungen ist der 15. März einer der Tage, die herausragen. Es tobt ein selten heftiger US-Wahlkampf, der aber mehr Fragen als Antworten aufwirft. Niemand weiß, ob die zwischen nackter Verzweiflung und beginnender Ergebenheit taumelnden Republikaner Donald Trump noch aufhalten können. Ob und wem kurzfristige Zweckbündnisse der Konkurrenten helfen. Ob die Gewalt bei Veranstaltungen des Demagogen weiter eskaliert. Ob der Demokrat Bernie Sanders seiner Konkurrentin Hillary Clinton weiter zusetzt.

Klar ist aber: Der 15. März entscheidet mit darüber, ob der Kampf der Bewerber um das Weiße Haus sich nun doch binnen Wochen entscheidet - oder ob er sich bis in den Sommer zieht. Lang, zäh, teuer, quälend.

Wie ist die Ausgangslage?

Wenn der Milliardär Trump Florida und Ohio gewinnt, marschiert er weiter, ist aber rechnerisch trotzdem noch nicht durch. Es wird schwerer, ihn zu stoppen, es ist aber nicht unmöglich. Die beiden Staaten bieten dem Sieger zusammen 165 Delegierte. Wer gewinnt, bekommt sie alle. In Florida, Heimatstaat des verblassenden Senators Marco Rubio, lag Trump in Umfragen zuletzt klar vorne. In Ohio wird es wohl sehr eng.

Elaine Kamarck vom Brookings Institut sagt: „Wenn Trump weder Ohio noch Florida gewinnt, kann man ihn wirklich ausbremsen. Das macht die Staaten so wichtig.“

Aber: Gewählt wird auch in Missouri, Illinois und North Carolina. Dort geht es um 193 Delegierte, die proportional verteilt werden. Trumps Konkurrenten, allen voran Ted Cruz, konzentrierten sich deswegen mit Macht auf kleinere Bezirke, die viele Delegierte versprechen. Die Logik: Wer dort viele Stimmen holt, lässt Trump nicht davonziehen - Florida und Ohio hin oder her.

Am Horizont entsteht immer deutlicher das Bild einer Kampfabstimmung auf dem Parteitag im Juli in Cleveland. 2472 Delegierte, dann ungebunden an die Ergebnisse ihrer entsendenden Staaten, sollte Quereinsteiger Trump nach den Vorwahlen nicht genügend Stimmen haben. Eine „brokered convention“ in einem schon jetzt völlig überhitzten Wahlsystem, dazu Social-Media-Gewittern und toxischen Gerüchten: Das würde interessant.

Was macht Donald Trump?

Unverhohlen ruft Trump zu Gewalt auf. Zu Protestierenden sagt er: „Schlagt sie windelweich! Ich verspreche, ich übernehme alle Prozesskosten!“ Diese Saat geht auf. Trumps Veranstaltungen werden noch hitziger und aggressiver. Kühl analysiert Ezra Klein (Vox.com): „Gewalt selbst ist bedrohlich. Aber eine Ideologie der Gewalt ist entsetzlich. Genau dort ist Trumps Kampagne angelangt.“

Die „New York Times“ hat aus Zensusdaten eine Karte der Trump-Wähler erstellt. Sie konturiert seine Wählerschaft noch deutlicher als zuvor: ganz überwiegend weiß, kein Hochschulabschluss, Jobs in der „alten“ Wirtschaft (Bau, Handel, Landwirtschaft, Industrie), viele evangelikale Christen. Viele leben in Wohnmobilen oder -containern.

In einer CBS-Umfrage sagen sieben von zehn Republikanern, sie wollten jemanden, der das ganze System aufmische. Sie trauen Trump am meisten zu, „in Washington die Dinge geregelt zu bekommen“.

Was machen die Demokraten?

Bei den Demokraten sahen die meisten Umfragen für die Dienstagsstaaten Hillary Clinton vorne. Das taten sie aber auch vor Michigan. Sie irrten sich schwer, der Staat ging an Sanders. Der hofft auf neuen Schwung aus dem 15. März. Rein mathematisch bleibt es schwer für ihn - aber was will man in diesem Wahljahr schon ausschließen?

Was macht Präsident Obama?

Das tut Barack Obama nicht oft: In bemerkenswerter Offenheit hat er bei einer Spendengala in Austin seine Sicht der Dinge dargelegt. Ruhig, aber wiederholt fragte er in den Saal: „Wie kann man davon überrascht sein, was nun passiert?“ Was 2016 geschieht, hält Obama für das Ergebnis einer mehr als zehnjährigen Entwicklung der Republikaner. Die Wähler reagierten nun auf Botschaften, mit denen sie von der Partei und konservativen Medien intensiv gefüttert worden seien: „Behauptungen gelten soviel wie Fakten. Kompromiss ist Betrug. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden negiert. Wir, die so genannte andere Seite, zerstörten das Land.“ Und nun trete jemand an, der sage: „Ich kann das alles noch besser. Ich kann noch besser beleidigen. Ich bin noch brutaler. Ich bin noch weniger zivil.“

„Die Wahrheit spielt keine Rolle mehr“, sagt der Präsident. Jahrelang hätten die Republikaner alles, alles verneint, was von ihm gekommen sei. Das Ergebnis: Sie hätten selber außer „Nein“ nichts mehr anzubieten. Nun versuchten sie, ihm die Schuld dafür zu geben. „Aber ich habe das nicht verursacht. Die Reaktion auf mich ist ihnen völlig aus dem Ruder gelaufen. Jetzt müssen sie selber damit klar kommen.“

Der 15. März wird keine letzte, aber weitere Klarheit darüber bringen, welche USA die Wähler künftig wollen.

dpa

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