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Christian Lindner fand im NRW-Landtag klare und zielgerichtete Worte gegen die Alternative für Deutschland.

"Nichts aus Lehren des 2. Weltkriegs gelernt"

FDP-Lindner rechnet mit AfD ab - Video geht viral

Düsseldorf - Ausgerechnet Christian Lindner von der FDP zeigt den großen Parteien, wie man mit der AfD umzugehen hat. Ein Video von seiner Rede im NRW-Landtag geht nun viral.

Die etablierten Parteien tun sich derzeit schwer im Umgang mit der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD). Doch schon bevor deren Vorsitzende Frauke Petry und Beatrix von Storch am Wochenende mit fragwürdigen Äußerungen über den Gebrauch von Schusswaffen an deutschen Grenzern gegen Flüchtlingen für einen bundesweiten Eklat sorgten, fand der Vorsitzende der FDP im Landtag von Nordrhein-Westfalen klare Worte. Ein kurzes Video von Christian Lindners Rede geht nun bei Facebook viral.

Der Liberale zieht einen deutlichen Vergleich zum französischen "Front National", dem Äquivalent der AfD bei unseren Nachbarn: "In Frankreich hat sich Le Pen von den Radikalen getrennt, um bürgerlicher wirken zu können. Hier in Deutschland hat sich die AfD von den Bürgerlichen getrennt, um radikaler sein zu können."

Lindner: AfD praktiziert 150 Jahre alte Denkweisen

Lindner erklärt seinen Zuhörern auch noch einmal, durch was das Gedankengut der einst eurokritischen Partei maßgeblich beeinflusst wurde. Bei der AfD sei die Rede von "Schießbefehlen an der deutschen Grenze" und "vom Begriff der Volksgemeinschaft, als sei dies noch eine kulturelle, religiöse oder ethnische Identität, mit der man wie vor 150 Jahren Politik machen könnte."

Für ihn ein klarer Fall von dem Verlangen nach mehr Autorität des Staates. "Sieht man ja auch daran, dass sie mehr Verständnis für Putin als für Obama haben", regt sich Lindner auf. Der Kommentar des ostdeutschen Politikers und Ex-CDU-Mitglieds Peter Gauland, dass die derzeitige Flüchtlingskrise "ein Segen" für die Alternative für Deutschland ist, wird von Linder zitiert. Der FDP-Bundesvorsitzende zieht daraus einen klaren Schluss: Die AfD ist eine Partei, die nichts aus den Lehren des zweiten Weltkriegs gelernt hat.

"Alternative für Deutschland" macht Rassepolitik

Lindner schließt seine kurze aber klare Rede mit den Worten: "Eine Partei, die wieder völkisch denkt, die Rassepolitik macht und die Krisen nicht lösen will, sondern sie geradezu herbei sehnt. Eine solche Partei darf in Deutschland niemals mehr politische Bedeutung erlangen." An einer solchen Rede sollten sich die aktuell im Bundestag vertretenen Parteien ein Beispiel nehmen.

FDP-Chef Lindner rechnet mit der AfD ab

"Eine solche Partei darf in Deutschland niemals mehr politische Bedeutung erlangen."

Posted by DIE WELT on Dienstag, 2. Februar 2016

Die Resonanz in den sozialen Netzwerken ist dementsprechend groß. Über 15.000 Likes sammelte die Rede Stand Mittwoch, 10.30 Uhr und mehr als 4500 Menschen teilten das Video, darunter auch sonst eher nicht politisch affine Prominente, Wie beispielsweise der Ex-Fußballer Hans Sarpei, dessen Facebook-Auftritt sich großer Beliebtheit erfreut..

bix

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