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Vize-UN-Generalsekretär Jan Eliasson nennt Weltnothilfegipfel einen „Weckruf“

Treffen in Istanbul

Vize-UN-Chef: Weltnothilfegipfel ein „Weckruf“

Istanbul - Weltweit gibt es immer mehr Kriege und Krisen, die Menschen in Not stürzen. Das stellt die internationale humanitäre Hilfe vor eine gewaltige Aufgabe. Ist sie dieser noch gewachsen?

Der erste Weltnothilfegipfel ist nach Ansicht des stellvertretenden UN-Generalsekretärs Jan Eliasson ein „Weckruf“, um die Unterstützung für notleidende Menschen zu verbessern. Es gebe in der Welt ein „gewaltiges Leiden“ und einen riesigen Bedarf an Solidarität, sagte Eliasson am Sonntag einen Tag vor Beginn des zweitägigen Treffens in Istanbul. „Es ist an der Zeit, die Menschen ins Zentrum zu stellen. Diese Konferenz dreht sich um die Opfer.“

An dem UN-Gipfel nehmen den Vereinten Nationen zufolge mehr als 60 Staats- und Regierungschefs teil, unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Angemeldet sind mehr als 6000 Vertreter von Staaten und internationalen Organisationen. Bei dem Treffen soll es darum gehen, weltweit die oft unzureichende Versorgung notleidender Menschen in Krisengebieten zu verbessern. Mit dem Gipfel reagieren die UN auf die stark gestiegene Zahl von Krisen und notleidenden Menschen.

Eliasson erklärte, es müsse viel mehr getan werden, um Krisen zu vermeiden. Bei dem Gipfel gehe es außerdem darum, für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts einzustehen. Es sei ein „Aufschrei“ nötig, wenn Schulen und Krankenhäuser angegriffen würden. „Wir wollen einen lauten Aufruf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren“, sagte Eliasson. UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien erklärte, die internationale Gemeinschaft müsse ihrer Verantwortung gerecht werden.

Wegen zahlreicher neuer Konflikte ist der Reformbedarf bei der Nothilfe massiv gestiegen. Laut UN brauchen weltweit 125 Millionen Menschen Hilfe, 60 Millionen sind auf der Flucht. In vielen Krisengebieten reicht das Geld nicht aus, um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Die UN rechnen in diesem Jahr mit einem Finanzbedarf von rund 20 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro).

Allerdings gab es im Vorfeld Kritik an dem Gipfel. Viele Teilnehmer erwarten von dem Treffen keine konkreten Ergebnisse. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sagte ihre Teilnahme in Istanbul ab, weil sie das Treffen für ein „Feigenblatt“ hält.

dpa

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