In Bautzen brannte ein Flüchtlingsheim.
+
In Bautzen brannte ein Flüchtlingsheim.

Vorfälle in Clausnitz und Bautzen

"Hohlköpfe!" Politiker empört über rechte Attacken

Clausnitz/Bautzen - Politiker in Sachsen haben die fremdenfeindlichen Vorfälle in Clausnitz und Bautzen scharf verurteilt.

„Es ist erschreckend und unerträglich, wie enthemmt und respektlos der Hass auf Ausländer offen zur Schau getragen wird. Hier sind die Grenzen der Humanität und des Anstandes ganz klar überschritten“, sagte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) der „Bild“-Zeitung (Montag). Es sei eine große gesamtgesellschaftliche Aufgabe, „diesen Hass aus den Köpfen der Menschen zu bekommen.“

"Wir lassen uns das nicht gefallen"

Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (parteilos) kündigte nach dem Brandanschlag auf eine geplante Asylunterkunft in seiner Stadt im ARD-„Morgenmagazin“ an: „Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir lassen uns von ein paar Hohlköpfen nicht die Stadt kaputt machen.“ In der Vergangenheit sei in Sachsen bereits einiges schief gelaufen; zu lange seien Dinge relativiert worden. Auch geistiger Brandstiftung, wie der von Sachsens AfD-Vorsitzender Frauke Petry, müsse stärker entgegengetreten werden. „Wir werden in Sachsen über eine gemeinsame Strategie in der Politik nachdenken müssen“, sagte Ahrens. Er hoffe, dass der Vorfall für die Mehrheit der Bevölkerung in seiner Stadt ein „Weckruf“ sei.

„Die Bilder waren verstörend“, sagte der Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth (CDU) über den Mob, der den Flüchtlingsbus in Clausnitz vor vier Tagen blockiert hatte. Im Inforadio Berlin-Brandenburg sagte er am Montagmorgen, der Mob habe „fast alle zivilisatorischen Errungenschaften der letzten 1000 Jahre hinter sich gelassen. Das ist einfach unerträglich.“ Diese Menschen seien nicht dialogbereit und würden sich abseits von der Gesellschaftsordnung stellen. „So funktioniert Demokratie nicht“, sagte Mackenroth. Sachsen habe eine große Verantwortung, künftig mit solchen Vorfällen besser umzugehen als bisher.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frankfurt wird wohl nicht Standort der EU-Bankenaufsicht

Berlin - Laut Spiegel kommt Frankfurt am Main nicht als neuer Standort für die Europäische Bankenaufsicht in Frage. Die Behörde muss wegen des Brexit-Votums London …
Frankfurt wird wohl nicht Standort der EU-Bankenaufsicht

Van der Bellen will ein zweites Mal gewinnen

Wien - Sieg in der Stichwahl, verloren vor Gericht. Österreich darf erneut wählen und Van der Bellen bleibt ein Kandidat. Er ist optimistisch, dass es noch einmal klappt …
Van der Bellen will ein zweites Mal gewinnen

Stichwahl muss wiederholt werden - Kommt jetzt der Öxit?

Wien - Die Stichwahl der Bundespräsidentenwahl in Österreich muss wiederholt werden. Das Verfassungsgericht erklärte am Freitag das Ergebnis für ungültig und gab damit …
Stichwahl muss wiederholt werden - Kommt jetzt der Öxit?

IS-Tschetschene wohl Drahtzieher des Istanbul-Terrors

Istanbul/Washington/Moskau - Steckt ein tschetschenischer IS-Kämpfer hinter dem Terrorangriff in Istanbul? Entsprechende Informationen kommen aus den USA. Für den …
IS-Tschetschene wohl Drahtzieher des Istanbul-Terrors

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion