+
Der Berliner AfD-Spitzenkandidat Georg Pazderski.

Am Sonntag wird gewählt

Wahl in Berlin: Das ist AfD-Spitzenkandidat Georg Pazderski

Berlin - Die AfD tritt zum ersten Mal bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin an. Vertreten wird sie von Spitzenkandidat Georg Pazderski, Berufssoldat im Ruhestand und AfD-Landesvorsitzender in Berlin.

Bei der anstehenden Wahl in Berlin hat die AfD neuesten Umfragen zufolge eine realistische Chance, ins Abgeordnetenhaus einzuziehen. Vertreten wird die Partei hier von Spitzenkandidat Georg Pazderski, Landesvorsitzender der AfD Berlin. Dieser wird dem nationalkonservativen Flügel der Partei zugeordnet und blieb in den Medien bislang eher unaufällig. Bei der ersten großen Talkshow im rbb vor der Wahl meldete er sich dann allerdings zu Wort und erklärte die Schwerpunkte seines Wahlprogramms.

Wir berichten über den Ausgang der Wahl in Berlin hier im Live-Ticker.

Georg Pazderski: Der Werdegang des AfD-Spitzenkandidaten für Berlin

Pazderski ist Sohn eines Polen und einer Deutschen, wuchs in der Pfalz auf und lebt seit 2012 in Berlin. Vor seinem Eintritt in die Politik war er als Berufssoldat bei der Bundeswehr tätig und war hier 18 Jahre lang Oberst im Generalstab. Er absolvierte Auslandseinsätze in Afghanistan und im Kosovo und war unter anderem auch für die NATO, die EU sowie als Leiter einer internationalen Planungs- und Analysegruppe in Florida tätig.

Seit 2015 ist er Mitglied der AfD und im Januar diesen Jahres wurde er zum Landesvorsitzenden in Berlin gewählt. Diesen Posten teilt er sich mit seiner Parteikollegin Beatrix von Storch, die jedoch zudem auch Mitglied des Europäischen Parlaments ist und aus diesem Grund auf den Antritt als Spitzenkandidatin bei der Wahl in Berlin verzichtet hat. Alle Spitzenkandidaten und Wahlkampfthemen finden Sie hier im Überblick.

Georg Pazderski: Das möchte die AfD in Berlin erreichen

Die AfD möchte in Berlin 2000 zusätzliche Polizisten einstellen und diese von Verwaltungsaufgaben weitestgehend befreien, um so die Innere Sicherheit zu verbessern. Unter dem Motto "Null Toleranz" sollen Verschärfungen in der Justiz folgen: Strafmündigkeit will die AfD schon ab 12 Jahren einführen und straffällige Ausländer zwingend ausweisen. Der Staat soll, wenn es nach der Alternative für Deutschland geht, zudem streng gegen die Einflüsse anderer Kulturen vorgehen und an Berliner Schulen soll es Präventionsprogramme gegen religiösen Extremismus geben.

Im Bereich Bildung möchte die AfD bei dem Schulsystem, so wie es momentan ist, bleiben und an Hochschulen wieder die alten Abschlüsse Diplom, Magister und Staatsexamen einführen. Zur Schulsanierung macht sie keinerlei Angaben - anders als die anderen Berliner Parteien.

Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, möchte die AfD bürokratische Hürden weitestgehend abschaffen und durch eine Senkung der Grunderwerbssteuer den Neubau von Eigentumswohnungen fördern.

Bei rbb-online finden Sie eine genaue Analyse aller Wahlkampfthemen der Parteien im Überblick. In der ersten großen Fernseh-Talkshow vor der Wahl in Berlin kritisierten die Spitzenkandidaten der anderen Parteien AfD-Kandidat Georg Pazderski wegen seiner Argumente scharf. Michael Müller, Berlins Regierender Bürgermeister, sagte etwa: "Mit der AfD gibt es keine Zusammenarbeit." Pazderski erklärte beispielsweise, die AfD wolle nicht alle Flüchtlingskinder integrieren. Nur so könne man sie darauf vorbereiten, gegebenenfalls wieder in ihre Heimat zurückkehren zu müssen. "Wir können aber nicht sagen, dass die alle hier bleiben", sagte Pazderski in der Sendung. 

Wahl in Berlin 2016: Wie stehen die Chancen der AfD?

Georg Pazderski selbst macht sich keinerlei Sorgen um den Einzug seiner Partei in das Berliner Abgeordnetenhaus. Auch auf der Website der AfD Berlin findet sich bereits ein Ticker, der die Zeit bis zum "Wahlsieg" herunterzählt. Eine Regierungsposition und die damit verbundene Verantwortung strebt Pazderski dabei allerdings nicht an. Alle anderen Parteien in Berlin haben ja bereits erklärt, nicht mit der AfD koalieren zu wollen. Über neueste Umfragen zur Wahl in Berlin halten wir Sie hier stets auf dem Laufenden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neuer Ärger zwischen Berlin und Ankara

Ein verschwundener Reisepass hat die Ausreise einer türkischen Parlamentarierin aus Deutschland verzögert. Und schon droht die nächste Belastungsprobe für das …
Neuer Ärger zwischen Berlin und Ankara

Italiens Regierungschef Renzi zurückgetreten

Rom - Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi ist drei Tage nach der Niederlage bei dem Verfassungsreferendum zurückgetreten.
Italiens Regierungschef Renzi zurückgetreten

Kommentar zum CDU-Parteitag: Zerrüttet

Die CDU zeigt ihrer Kanzlerin, was eine Harke ist. Gegen den ausdrücklichen Wunsch der Parteispitze beschließen die Delegierten, dass der Doppelpass für Türken wieder …
Kommentar zum CDU-Parteitag: Zerrüttet

Papst fordert politische Führung in Europa: „Wir sind im Krieg“

Rom - Europa sucht derzeit eine neue Vision und einen Weg in die Zukunft. Die Worte des Papstes passen da gerade richtig ins Bild. Franziskus hat aber nicht nur eine …
Papst fordert politische Führung in Europa: „Wir sind im Krieg“

Kommentare