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Angela Merkel und die südkoreanische Präsidentin Park.

Nach Abfeuerung zweier Raketen

Merkel fordert von Nordkorea Atomwaffen-Verzicht

Seoul - Merkel und die südkoreanische Präsidentin Park fordern von Nordkorea ein Verzicht von Atomwaffen. Nach Kritik an seinem Atomprogramm hatte das Land zwei Mittelstreckenraketen abgefeuert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye haben Nordkorea zum Verzicht auf sein Atomprogramm aufgerufen. Die atomare Bedrohung durch Nordkorea müsse überwunden werden, sagte Merkel am Mittwochabend nach einem Gespräch mit Park in Berlin. Beide Politikerinnen betonten, sie wollten die Zusammenarbeit vor allem auf wirtschaftlicher Ebene vertiefen. Südkorea will auch von den deutschen Erfahrungen bei der Wiedervereinigung profitieren.

Nordkorea hatte am Mittwochmorgen nach Kritik an seinem umstrittenen Atomprogramm demonstrativ zwei Mittelstreckenraketen abgefeuert. Die beiden Raketen seien nördlich von Pjöngjang gestartet worden und nach rund 650 Kilometern ins Japanische Meer gestürzt, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium in Seoul mit.

Der UN-Sicherheitsrat untersagt Nordkorea per Resolution den Abschuss von Raketen „unter Verwendung ballistischer Raketentechnik“. Die USA sprachen von einer „provokativen Eskalation“ und forderten das kommunistische Regime zur Zurückhaltung vor „weiteren drohenden Aktionen“ auf. Japan protestierte gegen den Start.

Protest gegen den internationalen Druck?

Vor dem Raketentest hatten US-Präsident Barack Obama, Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe während eines Dreiergesprächs in Den Haag vor den wachsenden Gefahren durch das atomar gerüstete Nordkorea gewarnt. Dessen Atomprogramm sei „eine große Bedrohung für den Frieden und die Stabilität in der Region“, sagte Park, die im Anschluss zu einem Staatsbesuch in Deutschland nach Berlin weiterreiste.

Nordkorea könnte die Raketen als Protest gegen den internationalen Druck gestartet haben, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben, sagte der Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums, Kim Min Seok.

Nach Angaben Südkoreas handelte es sich um Raketen des Typs Rodong, die eine Reichweite von 1000 bis 1500 Kilometern haben. Diese könnte nach Einschätzung von Experten bei weiterer technischer Entwicklung auch einen atomaren Sprengkopf auf Ziele in Japan tragen. Nordkorea hatte solche Raketen zuletzt vor gut fünf Jahren abgefeuert. In den vergangenen acht Jahren unternahm Nordkorea unter anderem auch drei unterirdische Atomwaffentests.

Nordkorea fühlt sich von USA provoziert

Die Führung in Pjöngjang habe vor dem Abschuss keine der üblichen Vorwarnungen für die Schifffahrt gegeben, sagte die stellvertretende US-Außenamtssprecherin Marie Harf in Washington. Die US-Regierung nehme die „provokative Eskalation“ ernst und werde mit ihren Verbündeten sowie im Weltsicherheitsrat entsprechende Maßnahmen koordinieren.

Nordkorea hatte bereits in den vergangenen Wochen rund 70 Kurzstreckenraketen von der Ostküste in Richtung offenes Meer abgefeuert und damit für Beunruhigung in der Region gesorgt. Pjöngjang hatte die Tests und das Festhalten am Atomprogramm mit „Provokationen“ der USA begründet, wozu das Land auch die laufenden südkoreanisch-amerikanischen Truppenübungen zählt.

Die Regierung in Tokio protestierte zwar offiziell gegen den Abschuss, erklärte aber zugleich , an einem geplanten Treffen beider Staaten am Sonntag in Peking festzuhalten. Dabei soll es um die Frage der Entführung von Japanern in den 70er und 80er Jahren durch Agenten Pjöngjangs nach Nordkorea, aber auch um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm gehen.

Park und Abe hatten sich mit Obama als Vermittler erstmals seit ihren Amtsantritt vor mehr als einem Jahr getroffen. „Unser Treffen heute spiegelt die wichtige Rolle der USA in der asiatisch-pazifischen Region wider, aber diese Rolle baut auf die Stärke unseres Bündnisses“, sagte Obama. Das Verhältnis der beiden wirtschaftlich stark miteinander verbundenen asiatischen Nachbarn ist durch die Kriegsvergangenheit Japans noch immer stark belastet.

dpa

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