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Das Video mit der angeblichen Enthauptung eines US- Reporters durch islamistische Terroristen im Irak hat international Entsetzen ausgelöst.

Trauer um James Foley

Weltweites Entsetzen über Hinrichtungs-Video

Bagdad/London/Berlin - Das grausame Video mit der Enthauptung eines US-Reporters durch islamistische Terroristen im Irak hat international Entsetzen ausgelöst.

Das Weiße Haus in Washington hat am Mittwoch die Echtheit des Videos bestätigt, das die Hinrichtung des US-Journalisten James Foley durch Dschihadisten zeigt. Die Geheimdienste hätten das Video untersucht, in dem Foley und sein Kollege Steven Sotloff zu sehen sind, und seien zu dem Schluss gekommen, dass die Aufnahmen authentisch seien, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden. Wie das Weiße Haus ferner mitteilte, will sich US-Präsident Barack Obama um 12.45 Uhr (Ortszeit, 18.45 Uhr MESZ) äußern.

Zuvor hatte die Website "GlobalPost", für die Foley unter anderem gearbeitet hatte, berichtet, dass die US-Bundespolizei FBI das Video für authentisch halte und die Familie darüber informiert habe.

Derweil teilte das Pentagon mit, dass die US-Luftwaffe neue Attacken auf Stellungen der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) im Irak geflogen habe. IS hatte zuvor das Video veröffentlicht, in dem die Enthauptung von Foley als Reaktion auf die US-Luftangriffe gezeigt wird. Der 40-jährige Foley, der auch für die Nachrichtenagentur AFP gearbeitet hatte, war im November 2012 im Nordwesten Syriens von Bewaffneten verschleppt worden. In dem Video drohten die Islamisten auch mit der Ermordung Sotloffs, der im August 2013 entführt worden war, sollten die USA ihre Angriffe fortsetzen.

Steigende Bereitschaft, IS militärisch zu stoppen

Weltweit wächst die Bereitschaft, die für zahlreiche Gräueltaten an Zivilisten berüchtigte Miliz Islamischer Staat (IS) militärisch zu stoppen. Auch Deutschland und Italien wollen deshalb Kurden im Nordirak sowie die irakische Armee mit Waffen beliefern. Die USA setzten am Mittwoch ihre Luftangriffe gegen IS-Stellungen fort.

Nach den USA, Großbritannien und Frankreich kündigen weitere Verbündete Waffenlieferungen an. „Wir sind im Grundsatz bereit, im Rahmen unserer Möglichkeiten Waffen und Munition bereit zu stellen“, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei einem gemeinsamen Auftritt mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin. Die Terroristen des Islamischen Staates „müssen gestoppt werden“. Die Entscheidung ist auch in der Bundesregierung umstritten.

Im Irak gerieten die zunächst schnell vorgerückten IS-Extremisten zunehmend in die Defensive. Kurden und die irakische Armee konnten die IS-Kämpfer mit US-Luftunterstützung nach eigenen Angaben weiter zurückdrängen.

Erstmals eine Terrorbotschaft direkt an die USA

Die Islamisten richteten erstmals eine Terrorbotschaft direkt an die USA. Das am Dienstagabend veröffentlichte Video soll die Ermordung des Journalisten James Foley zeigen. Der Reporter wurde seit November 2012 in Syrien vermisst. IS-Extremisten gaben in dem Video an, sie hätten Foley aus Rache für die US-Luftschläge im Norden des Iraks umgebracht. Sollte Washington seine Angriffe nicht einstellen, würden weitere Reporter sterben, drohten sie.

Die Regierung in London vermutet einen Briten als Täter. Außenminister Philip Hammond stufte das Video als echt ein. Alle Kennzeichen der Terrorbotschaft wirkten „authentisch“, sagte er. Britische Geheimdienste fahnden nun nach der Identität des Täters, der mit britischem Akzent gesprochen haben soll. Großbritanniens Premierminister David Cameron brach daraufhin seinen Urlaub ab und kehrte nach London zurück.

Die US-Regierung bestätigte die Authentizität der Aufnahem zunächst nicht. „Falls es echt ist, dann sind wir entsetzt über die brutale Ermordung eines unschuldigen amerikanischen Journalisten“, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates.

Foleys Familie veröffentlichte auf Facebook eine bewegende Botschaft. „Wir waren niemals stolzer auf unseren Sohn“, schrieb die Mutter. Er sei ein außergewöhnlicher Sohn und Journalist gewesen. In dem auf der Facebook-Seite „Find James Foley“ verbreiteten Schreiben forderte Diane Foley die IS-Kämpfer auf, das Leben weiterer Entführter zu verschonen: „Sie haben keinen Einfluss auf amerikanische Politik im Irak, in Syrien oder irgendwo auf der Welt“.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte erschüttert auf das Schicksal Foleys. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, das Enthauptungsvideo zeige „die barbarische und wirklich erbarmungslose Ermordung eines Menschen“.

dpa/AFP

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