Wikileaks-Gründer Julian Assange
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Wikileaks-Gründer Julian Assange.

Ermittler vor Vernehmung in London

Bewegung im Fall Assange

Mit einer vorläufigen Übereinkunft mit Ecuador hat die schwedische Justiz nach eigener Aussage den Weg für eine Befragung von Wikileaks-Gründer Julian Assange zu Vergewaltigungsvorwürfen geebnet.

Es handele sich um eine Übereinkunft über "Amtshilfe in einer strafrechtlichen Angelegenheit", sagte Cecilia Riddselius vom schwedischen Justizministerium am Sonntag in Stockholm. Wenn die Vereinbarung in der kommenden Woche zum Abschluss gebracht werde, "wird sie dem schwedischen Staatsanwalt die Tür öffen, Herrn Assange zu befragen", fügte die Ministeriumsvertreterin hinzu.

Laut Riddselius gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen der Vereinbarung mit Ecuador und dem Fall Assange. Vielmehr gehe es darum, dass die Behörden beider Länder sich künftig gegenseitig unterstützen könnten. Das ecuadorianische Außenministerium erklärte, die Vereinbarung mit Schweden sei "zweifellos ein Instrument, dass die bilateralen Beziehungen stärkt und zum Beispiel die Erfüllung von Justizangelegenheiten wie die Befragung von Herrn Assange erleichtert".

Der 44-jährige Australier genießt seit 2012 Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London. Dorthin war Assange geflohen, weil er fürchtet, im Falle eines Verfahrens gegen ihn in Schweden letztlich an die USA ausgeliefert zu werden. Dort drohen ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und möglicherweise die Todesstrafe. Wikileaks veröffentlichte in den vergangenen Jahren hunderttausende geheime US-Dokumente und zog sich damit den Zorn Washingtons zu.

In Schweden liegt gegen Assange ein Haftbefehl wegen mutmaßlicher Vergewaltigung vor. Der Fall hat eine zehnjährige Verjärhungsfrist bis 2020. Ein weiterer Vorwurf gegen Assange wegen eines sexuellen Angriffs war Mitte August nach fünf Jahren verjährt.

Zunächst hatte Schweden gefordert, dass Assange auf schwedischem Boden aussagen muss, im März bot das Land schließlich an, ihn in London zu befragen. Ecuador lehnte dies aber ab, solange kein bilaterales Abkommen zur Zusammenarbeit der Justizbehörden vorliege. Der Wikileaks-Gründer weist die Vergewaltigungsvorwürfe zurück und erklärte, der Sex sei einvernehmlich erfolgt.

afp

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